Ein Psychotherapeut beschäftigt sich mit der Behandlung von psychischen, psychosozialen oder auch psychosomatisch bedingten Verhaltensstörungen und Leidenszuständen. Psychotherapie ist hierbei ein eigenständiges Heilverfahren im Gesundheitsbereich und bedeutet wörtlich übersetzt “Behandlung der Seele”. Informationen rund um die Ausbildung, zum Beruf und zum Gehalt eines Psychotherapeuten gibt es hier zum Nachlesen.
Das Wichtigste in Kürze
Ab dem 1. Oktober 2026 erfolgt die Ausbildung zum Psychotherapeuten in Österreich ausschließlich über ein universitäres Studium. Der neue Regelausbildungsweg umfasst ein Bachelorstudium, ein Masterstudium Psychotherapie sowie eine anschließende postgraduale Fachausbildung mit praktischer Tätigkeit unter Lehrsupervision. Das bisherige Modell mit Propädeutikum und Fachspezifikum gilt nur noch für Personen, die ihre Ausbildung vor der Reform begonnen haben und diese im Rahmen gesetzlicher Übergangsbestimmungen abschließen.
Was macht ein Psychotherapeut?
Ein Psychotherapeut unterstützt Patienten bei der Bewältigung psychischer Leiden und dem Umgang mit diesen Erkrankungen. Außerdem soll Psychotherapie helfen, die persönliche Entwicklung und Gesundheit zu fördern – insbesondere in Lebenskrisen. Der Psychotherapeut kann Menschen helfen, deren Lebensqualität eingeschränkt ist. Patienten kämpfen beispielsweise mit:
- Ängsten (zum Beispiel Angststörungen)
- Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen
- Depressionen
- Suchterkrankungen
- belastende Lebenssituationen und Krisen
In diesem Berufsbild hat man dementsprechend mit chronischen, funktionellen, psychosomatischen sowie somatopsychischen Krankheiten zu tun. “Somatopsychisch” bezeichnet eine seelische Belastung, die durch (schwere) chronische körperliche Krankheit entsteht.
Im Zentrum der Psychotherapie stehen die Beziehung und der Austausch zwischen dem Psychotherapeuten und dem Patienten. Diverse Übungen – je nach psychotherapeutischer Methode – können dabei unterstützen. Methoden sind beispielweise die Gesprächstherapie oder die Verhaltenstherapie. Durch Gespräche versuchen Psychotherapeuten schrittweise, das vorliegende Krankheitsbild zu erklären. Es werden dann Wege aufgezeigt, wie man damit umgehen kann und die Lebensqualität weniger oder kaum mehr unter der Erkrankung beziehungsweise Belastung leidet.
Auch wenn im Alltag die Berufsbezeichnung häufig mit “Psychologe” und “Psychiater” gleichgesetzt wird, gibt es dabei Unterschiede: Psychologen studieren Psychologie und analysieren psychologische Phänomene. Auch sie versuchen, etwa Verhaltensänderungen bei psychisch Erkrankten herbeizuführen, sind aber auch in der Forschung anzufinden. Psychiater sind Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin. Sie dürfen Medikamente verschreiben und verfügen im Rahmen ihrer Facharztausbildung über psychotherapeutische Kompetenzen. Das ist also der Unterschied zwischen diesen Berufsgruppen und Berufsbezeichnungen.
Ausbildung Psychotherapeut – Überblick
Die Ausbildung zum Psychotherapeuten ist in Österreich durch das neue Psychotherapiegesetz (PthG 2024) grundlegend reformiert worden. Das bisherige zweistufige Ausbildungssystem aus psychotherapeutischem Propädeutikum und psychotherapeutischem Fachspezifikum wird ab dem Studienjahr 2026/27 nicht mehr als Regelausbildungsweg geführt.
Ab 2026 erfolgt die Qualifikation zur selbstständigen Berufsausübung als Psychotherapeut primär über einen universitären Ausbildungsweg:
- Bachelorstudium (grundständig, fachlich einschlägig)
- Masterstudium Psychotherapie (wissenschaftlich-klinische Ausbildung)
- Postgraduale psychotherapeutische Fachausbildung (methodenspezifisch, praxisorientiert)
Die Ausbildung ist damit vollständig akademisiert und stärker in das Hochschulsystem integriert. Ziel ist eine einheitliche, wissenschaftlich fundierte und europaweit anschlussfähige Ausbildung.
Das klassische Modell Propädeutikum mit anschließendem Fachspezifikum gilt nur noch für Übergangsregelungen für Personen, die ihre Ausbildung vor Inkrafttreten der Reform begonnen haben. Für Neueintritte ab 2026 ist dieses Modell nicht mehr vorgesehen.
Zuständig für Anerkennung, Eintragung in die Psychotherapeutenliste und Aufsicht ist weiterhin das
Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.
Psychotherapie-Ausbildung – Zugangsvoraussetzungen
Mit der Reform durch das Psychotherapiegesetz 2024 wurden die Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung neu geregelt. Die bisherige Zulassung über das psychotherapeutische Propädeutikum entfällt für Neueintritte ab dem Studienjahr 2026/27. Der Zugang gliedert sich in zwei Stufen und unterscheidet zwischen dem Zugang zum Bachelorstudium (grundständige Ausbildung) und der Zulassung zum Masterstudiengang.
Voraussetzung für die Aufnahme in ein Bachelorstudium mit psychotherapeutischer Ausrichtung ist:
- Allgemeine Universitätsreife
- Matura
- oder Studienberechtigungsprüfung
- oder gleichwertiger, anerkannter ausländischer Abschluss
Die konkrete Ausgestaltung der Aufnahmeverfahren (zum Beispiel Eignungstests, Aufnahmegespräche) liegt im Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Hochschule beziehungsweise Universität.
Für die Zulassung zum Masterstudium Psychotherapie ist erforderlich:
- Abgeschlossenes Bachelorstudium
- fachlich einschlägig (etwa Psychologie, Bildungswissenschaften, Gesundheits- oder Sozialwissenschaften)
- oder ein Bachelorstudium mit nachgewiesenen psychotherapienahen Kompetenzen gemäß Curriculum
- Erfüllung der im jeweiligen Studienplan definierten fachlichen und persönlichen Eignungskriterien
Folgende frühere Zugangsvoraussetzungen gelten für Neueintritte ab 2026 nicht mehr:
- Mindestalter von 18 / 24 Jahren als formale Voraussetzung
- Zulassung über Propädeutikum
- Quellberufeliste gemäß altem Psychotherapiegesetz
- Sondergenehmigungen des Ministeriums für den Ausbildungsbeginn
Diese Regelungen sind ausschließlich im Rahmen von Übergangsbestimmungen für Personen relevant, die ihre Ausbildung vor Inkrafttreten der Reform begonnen haben.
Die persönliche Eignung für den psychotherapeutischen Beruf wird künftig im Rahmen universitärer Aufnahme- und Auswahlverfahren, sowie studienbegleitend im Bachelor- und Masterstudium überprüft. Hierzu zählen insbesondere:
- kommunikative Kompetenzen
- Reflexionsfähigkeit
- emotionale Belastbarkeit
- ethische Grundhaltung
Psychotherapie Ausbildung – Aufbau und Inhalt
Das Bachelorstudium vermittelt die wissenschaftlichen, theoretischen und methodischen Grundlagen, die für das Verständnis psychischer Erkrankungen und psychotherapeutischer Interventionen erforderlich sind. Zur Anerkennung muss es einen Umfang von 180 ECTS aufweisen.
Inhaltliche Schwerpunkte umfassen beispielhaft folgende Aspekte:
- Grundlagen der Psychologie und Entwicklungspsychologie
- Persönlichkeits- und Motivationstheorien
- Grundlagen der Psychiatrie und Psychopathologie
- Medizinische Grundlagen (Somatologie, Terminologie)
- Wissenschaftliches Arbeiten und Forschungsmethodik
- Ethik, Recht und Berufsverständnis im Gesundheitswesen
- Grundlagen psychosozialer Interventionen
Das Bachelorstudium dient nicht zur unmittelbaren Berufsausübung, sondern stellt die Voraussetzung für den Eintritt in das Masterstudium dar.
Folgende Bachelorstudiengänge gelten beispielsweise als facheinschlägig:
- Psychologie
- Medizin
- Sozialpädagogik
- Soziale Arbeit
- Musiktherapie
- Medizinisch-Technische Dienste
- Psychosoziale Betreuung
- Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeberufe
- Hebammen
Das Masterstudium Psychotherapie bildet den zentralen Qualifikationsabschnitt der Ausbildung. Es verbindet wissenschaftliche Vertiefung mit klinischer Praxis. Der Umfang beträgt 120 ECTS.
Zentrale Inhalte sind:
- Vertiefte Psychopathologie und Diagnostik
- Psychotherapeutische Basiskompetenzen
- Methodenübergreifende psychotherapeutische Ansätze
- Therapeutische Beziehung, Gesprächsführung und Interventionstechniken
- Klinische Praktika unter Supervision
- Selbsterfahrung (studienintegriert)
- Masterarbeit mit wissenschaftlicher Fragestellung
Das Masterstudium schließt mit einem akademischen Grad ab, berechtigt jedoch noch nicht zur eigenständigen psychotherapeutischen Tätigkeit.
Dem Masterstudium schließt sich die methodenspezifische Fachausbildung und die praktische Phase an. Die postgraduale Phase dient der methodenspezifischen Vertiefung (etwa Verhaltenstherapie, psychoanalytische Verfahren, systemische Therapie).
Kennzeichen dieses Abschnittes sind:
- Vertiefte Theorie und Methodik eines anerkannten psychotherapeutischen Verfahrens
- Umfangreiche praktische Tätigkeit mit Patientinnen und Patienten
- Regelmäßige Supervision
- Lehrtherapie und Selbsterfahrung
- Qualitätssicherung und Abschlussnachweise gemäß gesetzlicher Vorgaben
- Erst nach erfolgreichem Abschluss dieser Phase ist die Eintragung in die Psychotherapeutenliste möglich.
Die im alten System festgelegten Mindeststundenumfänge (beispielsweise 765 Stunden Theorie im Propädeutikum) gelten für Neueintritte ab 2026 nicht mehr.
Psychotherapeut Ausbildung – Dauer und Ausbildungsorte
Die Gesamtdauer der Ausbildung ergibt sich aus den aufeinander aufbauenden Ausbildungsphasen und beträgt in der Regel mindestens acht bis zehn Jahre, abhängig von individueller Studien- und Ausbildungsgestaltung.
Das Bachelorstudium umfasst in Regelstudienzeit sechs Semester (180 ECTS-Punkte). Ziel ist die Vermittlung wissenschaftlicher und psychosozialer Grundlagen. Das Masterstudium Psychotherapie dauert regulär vier Semester (120 ECTS-Punkte). Mit dem Abschluss erlangen Studierende eine klinisch-wissenschaftliche Vertiefung und erwerben psychotherapeutische Basiskompetenzen.
Die postgraduale psychotherapeutische Fachausbildung dauert in der Regel drei bis fünf Jahre. Die Zeit ist abhängig von dem gewählten psychotherapeutischem Verfahren, dem Umfang der praktischen Tätigkeit und der individuellen zeitlichen Belastbarkeit.
Die universitäre Ausbildung (Bachelor- und Masterstudium) erfolgt an öffentlichen Universitäten, Privatuniversitäten und gegebenenfalls Fachhochschulen (je nach gesetzlicher Ausgestaltung). Die Studiengänge unterliegen der hochschulrechtlichen Qualitätssicherung und staatlichen Akkreditierung.
Die postgraduale Fachausbildung wird von staatlich anerkannten psychotherapeutischen Ausbildungseinrichtungen angeboten. Diese Einrichtungen sind für methodenspezifische Ausbildung, die Supervision, Lehrtherapie / Selbsterfahrung sowie Qualitätssicherung zuständig. Die Anerkennung der Ausbildungseinrichtungen erfolgt durch das
Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.
Personen, die ihre Ausbildung vor Inkrafttreten der Reform begonnen haben, können diese nach den alten Bestimmungen abschließen. Neueintritte ab 2026 unterliegen ausschließlich dem neuen Ausbildungsmodell.
Psychotherapeut/in Stellenangebote
Psychotherapie Ausbildung – Abschluss
Der erfolgreiche Abschluss der Psychotherapie-Ausbildung setzt sich künftig aus mehreren aufeinander aufbauenden Qualifikationsschritten zusammen. Der akademische Abschluss setzt sich aus dem Bachelorabschluss in einem fachlich einschlägigen Studium und dem Masterabschluss im Studiengang Psychotherapie zusammen. Der Masterabschluss bestätigt die wissenschaftliche Qualifikation, den Erwerb klinisch-psychotherapeutischer Basiskompetenzen und die erfolgreiche Absolvierung universitärer Praxisanteile und Leistungsnachweise.
Nach dem Masterstudium ist eine postgraduale, methodenspezifische Fachausbildung abzuschließen. Die konkrete Ausgestaltung (Prüfungsformate, Falldokumentationen, Abschlussgespräche) ist einrichtungs- und verfahrensspezifisch geregelt, jedoch gesetzlich gerahmt.
Nach erfolgreichem Abschluss aller Ausbildungsbestandteile erfolgt die Eintragung in die Psychotherapeutenliste und die formale Berufsberechtigung zur selbstständigen Ausübung der Psychotherapie. Die Eintragung erfolgt durch das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.
Eine gesonderte bundesweite kommissionelle Abschlussprüfung mit fixer Prüfungsdauer (z. B. 120 Minuten schriftlich, 60 Minuten mündlich) ist im neuen System nicht mehr vorgesehen.
Perspektiven nach der Ausbildung
Die Nachfrage nach qualifiziertem Personal im Gesundheitsbereich ist hoch, wozu auch Psychotherapeuten gehören. Durch bestimmte soziokulturelle und sozioökonomische Faktoren ist die Nachfrage nach psychotherapeutischen Angeboten kontinuierlich gewachsen. Es lässt sich außerdem ein großer Bedarf an kinder- und jugendpsychologischer Unterstützung beobachten. Vereinzelte Prognosen gehen davon aus, dass der Betreuungs- und Therapiebedarf in den nächsten Jahren jedoch noch weiter wachsen würde.
Psychotherapeut – Gehalt während der Ausbildung
Während des Studiums erhält ein Psychotherapeut in der Regel kein Gehalt. Stattdessen fallen unter Umständen Studiengebühren sowie weitere Ausgaben für Lehrmittel an. Die postgraduale Ausbildung ist hingegen kostenpflichtig. Im dritten Abschnitten besteht jedoch die Möglichkeit, sich durch den Status “in Fachausbildung unter Lehrsupervision” in die Berufsliste eintragen zu lassen. Mit einer Anstellung ist ein Verdienst möglich. Damit sollen die Kosten ausgeglichen werden können. Neben den Kosten für Prüfungsgebühren und/oder Lehrgebühren müssen regulär auch Lehrmittel sowie gegebenenfalls An- und Abreisen samt Unterkünften bezahlt werden.
Psychotherapeut – Gehalt im Berufsleben
Wie viel Vergütung ein Psychotherapeut monatlich erhält, ist von verschiedenen Faktoren abhängig wie dem Standort und der Art (öffentlich, kirchlich, privat) der Arbeitsstätte. Darüber hinaus wirken sich auch die Berufserfahrung des Arbeitnehmenden auf das Gehalt aus. Außerdem ist es auch entscheidend, ob man im Angestelltenverhältnis oder als Freiberufler tätig ist. Als Durchschnittsgehalt bezieht ein Psychotherapeut in Österreich rund 51.500 Euro brutto jährlich. Es liegt damit über dem Durchschnittsverdienst aller Arbeitnehmenden im Land.
Während private Einrichtungen das Gehalt selbst festlegen können und somit über- oder unterdurchschnittlich vergüten, richten sich öffentliche Einrichtungen nach Kollektivverträgen. Psychotherapeuten können mit einem Einstiegsgehalt von 3.430 Euro bis 3.800 Euro brutto monatlich rechnen. Am häufigsten greift der Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ), aber auch beispielsweise der Kollektivvertrag für Gesundheitsbetriebe der Wirtschaftskammerorganisation (WKO).
Mit zunehmender Berufserfahrung und entsprechender Qualifikation kann man außerdem auf selbstständiger Basis in der Regel einen hohen Verdienst erzielen. Denn niedergelassene Psychotherapeuten dürfen ihr Honorar selbst festlegen. Je nach psychotherapeutischer Methode werden zwischen 70 Euro und 150 Euro für eine 50-Minuten-Einheit verlangt. Wie viel ein Freiberufler schlussendlich verdient, ist von der Anzahl der Patienten beziehungsweise Aufträge abhängig, sowie von den monatlichen Betriebsausgaben.
Die nachfolgende Grafik zeigt das Gehalt von Psychotherapeuten/-innen, die als Angestellte in Kuranstalten und Rehabilitationseinrichtungen arbeiten. Die Daten beziehen sich auf den seit dem 1. Mai 2024 geltenden Kollektivvertrag der WKO (Wirtschaftskammer Österreich). Danach fällt das Berufsbild des Psychotherapeuten in die Verwendungsgruppe 6.
Das Säulendiagramm zeigt eine Auswahl der im Kollektivvertrag geregelten Gehälter. Der Verdienst steigt mit den Jahren der Berufserfahrung automatisch an: Jedoch steigt es in den ersten zehn Jahren im Beruf alle zwei Jahre und dann alle fünf Jahre an. Ab dem sechsunddreißigsten Jahr im Beruf des Psychotherapeuten bleibt das Gehalt gleich.
Psychotherapie – Aufgaben im Arbeitsalltag
Zu den Aufgaben im Arbeitsalltag in der Psychotherapie gehört die Unterstützung und Behandlung von Patienten bei verschiedenen Problemen und Beschwerden, wie belastenden Lebenssituationen und Krisen oder etwa bei Problemen in der Partnerschaft oder im Familienkreis. Dabei sind Psychotherapeuten meist auf eine Methode der Psychotherapie, beispielsweise Verhaltenstherapie oder Gesprächstherapie, spezialisiert. Ihr Angebotsspektrum reicht meist von Einzelgesprächen über Paartherapien, Familientherapien oder Gesprächsgruppen.
Patienten therapieren
Zu den Tätigkeiten im Beruf gehört die Therapie. Welche Form der Psychotherapie die Psychotherapeuten bei Patienten anwenden, hängt maßgeblich von den in Aus- und Weiterbildungen erlernten Therapiemethoden sowie dem Krankheitsbild des Patienten ab. Davon ausgehend entwickeln Psychotherapeuten einen Behandlungsplan, der berücksichtigt, welches Ziel der Patient erreichen möchte. In persönlichen Gesprächen informieren sich die Psychotherapeuten dann in erster Linie, welche Hindernisse etwa einer selbstbestimmten Lebensführung im Weg stehen und welche Verhaltensweisen hierbei zu den jeweiligen belastenden Symptomen führen. Teils erteilen die Psychotherapeuten ihren Patienten “Hausaufgaben”. In der nächsten Sitzung können Fort- oder Rückschritte dadurch ersichtlicher werden.
Dokumentation der Behandlung
Psychotherapeuten sind dazu verpflichtet, über jeden Patienten Akte zu führen. Dort halten sie Angaben fest, unter welchen psychischen Störungen die Person leidet und was für eine Behandlung dementsprechend notwendig ist. Durch die Notizen lässt sich die fortlaufende Entwicklung der Patienten überprüfen. Läuft die von der Krankenkasse erstattete Anzahl an psychotherapeutischen Sitzungen aus, können die Psychotherapeuten ein Resümee ziehen und entscheiden, ob ein Folgeantrag zur Fortsetzung der Behandlung nötig ist.
Verwaltungsarbeit
Vor allem auf freiberuflich tätige Psychotherapeuten ohne Angestellte kommen in der Regel umfassende organisatorische Aufgaben zu, die mit einer Selbstständigkeit einhergehen. Neben Terminvereinbarungen müssen die Psychotherapeuten zudem sichergehen, zwischen den einzelnen Terminen genug Zeit für die Verwaltung der Akten einzuplanen. Auch der stetige Austausch mit Krankenkassen sowie die Einplanung von Notfallgesprächen gehört dazu. Außerdem zählt zu den Aufgaben auch das Schreiben von Anträgen für Gutachter, in denen Dringlichkeit und Notwendigkeit der Behandlungen begründet sind.
Psychotherapeut/in Stellenangebote
Psychotherapeut – Weiterbildungsmöglichkeiten
Psychotherapeuten sind verpflichtet, ihren Beruf nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft auszuüben, ihre fachlichen Kompetenzen kontinuierlich zu aktualisieren und neue wissenschaftliche Erkenntnisse und methodische Entwicklungen zu berücksichtigen. Die Fortbildung ist damit Berufspflicht und Teil der Qualitätssicherung.
Nach geltender Rechtslage ist innerhalb eines definierten Zeitraums (mehrjähriger Fortbildungszyklus) eine Mindestanzahl an Fortbildungsstunden zu absolvieren. Der Umfang bewegt sich im Bereich von 150 Stunden innerhalb von fünf Jahren. Die konkrete Dokumentationspflicht und Kontrolle erfolgt im Rahmen der berufsrechtlichen Aufsicht.
Fortbildungen müssen einen fachlichen Bezug zur Psychotherapie aufweisen und können zum Beispiel folgende Bereiche betreffen:
- Traumatherapie
- Psychosomatik
- Notfallpsychologie
- Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen
- Psychotherapie im Alter
- Psychopharmakologie (im interdisziplinären Kontext)
- Diagnostische Verfahren
- Ethik und Berufsrecht
- Qualitätssicherung und Dokumentation
Fortbildungen können bei anerkannten Institutionen absolviert werden, etwa beim Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie oder anderen akkreditierten Anbietern. Die Einhaltung der Fortbildungspflicht unterliegt der berufsrechtlichen Kontrolle durch das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.
Psychotherapeut – Arbeitszeiten
Grundsätzlich können Psychotherapeuten sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit tätig werden. Die Arbeitszeiten sind jedoch stark davon abhängig, in welcher Einrichtung ein Psychotherapeut Anstellung findet. Während Freiberufler häufig überdurchschnittlich viel arbeiten und teils auf eine 50-Stunden-Woche kommen, belaufen sich die Arbeitszeiten in Kliniken dagegen regulär auf 40 Stunden. Die Arbeit in der Klinik geht allerdings auch mit Bereitschaftsdiensten und/oder Schichtdiensten einher.
Psychotherapeut – Wo kann gearbeitet werden?
Psychotherapeuten können alleine und auf selbstständiger Basis mit ihren Patienten arbeiten. Besonders in größeren Einrichtungen, wie zum Beispiel in psychotherapeutischen Kliniken, ist die Teamarbeit ein fester Bestandteil deines Alltags. Die Psychotherapeuten beraten sich mit Kollegen über Patienten und verschaffen sich gemeinsam einen Überblick der Situation.
Außerdem kann ein Psychotherapeut in Beratungsstellen, Krankenhäusern, Rehabilitationszentren oder Ambulatorien tätig werden. Auch die Niederlassung mit einer eigenen Praxis ist möglich. Die Nachfrage nach Therapeuten und Therapeutinnen ist hoch.
Passende Jobs für Psychotherapeuten
Wer noch auf der Suche nach einem Job ist, findet hier Stellenangebote für Psychologen, Stellen als Psychotherapeut, Jobs in der Therapie und viele mehr.
Häufige Fragen
- Was ist ein Psychotherapeut?
- Wie läuft eine Ausbildung zum Psychotherapeuten ab?
- Wie lange dauert eine Ausbildung in der Psychotherapie?
- Wie viel verdient man als Psychotherapeut?
- Was sind die Aufgaben von Psychotherapeuten?
- Was ist der Unterschied zwischen Psychotherapeuten und Psychologen?
Psychotherapeuten diagnostizieren und behandeln psychische Erkrankungen sowie psychosoziale und psychosomatische Störungen auf Grundlage wissenschaftlich anerkannter psychotherapeutischer Verfahren. Sie unterstützen Patienten bei der Bewältigung von Lebenskrisen, Angststörungen, Depressionen, Suchterkrankungen, chronischen Erkrankungen sowie funktionellen und somatopsychischen Beschwerden. Zentrale Grundlage der Behandlung ist die therapeutische Beziehung und ein strukturierter Behandlungsprozess.
Ab dem 1. Oktober 2026 erfolgt die Ausbildung ausschließlich über einen universitären Ausbildungsweg. Dieser besteht aus einem Bachelorstudium (180 ECTS), einem Masterstudium Psychotherapie (120 ECTS) und einer anschließenden postgradualen psychotherapeutischen Fachausbildung mit praktischer Tätigkeit unter Lehrsupervision.
Das frühere Modell mit Propädeutikum und Fachspezifikum gilt nur noch für Personen, die ihre Ausbildung vor der Reform begonnen haben.
Die Ausbildung dauert insgesamt in der Regel mindestens acht bis zehn Jahre. Das Bachelorstudium umfasst sechs Semester, das Masterstudium vier Semester. Die anschließende postgraduale Fachausbildung dauert meist drei bis fünf Jahre, abhängig vom gewählten psychotherapeutischen Verfahren und vom Umfang der praktischen Tätigkeit.
Während des Studiums besteht kein gesetzlicher Anspruch auf Vergütung. In der postgradualen Fachausbildung kann im Rahmen einer Tätigkeit als „Psychotherapeut in Fachausbildung unter Lehrsupervision“ eine vergütete Tätigkeit möglich sein, ein Anspruch darauf besteht jedoch nicht.
Im Berufsleben hängt das Einkommen von Beschäftigungsform und Kollektivvertrag ab. In Angestelltenverhältnissen liegt das Einstiegsgehalt häufig zwischen etwa 3.400 und 3.800 Euro brutto monatlich. Marktanalysen und Nutzerdaten weisen durchschnittliche Jahresgehälter im Bereich von rund 51.500 Euro brutto aus. Selbstständig tätige Psychotherapeuten legen ihr Honorar selbst fest; üblich sind etwa 70 bis 150 Euro pro 50-minütiger Einheit.
Psychotherapeuten führen Diagnostik und Behandlung psychischer Störungen durch, erstellen Behandlungspläne und wenden wissenschaftlich anerkannte psychotherapeutische Verfahren an, etwa verhaltenstherapeutische, psychodynamische oder systemische Methoden. Sie dokumentieren den Therapieverlauf, evaluieren Behandlungsziele und übernehmen insbesondere bei selbstständiger Tätigkeit organisatorische und administrative Aufgaben.
Psychotherapeuten sind zur eigenständigen Durchführung von Psychotherapie berechtigt. Psychologen haben ein Psychologiestudium abgeschlossen und arbeiten in unterschiedlichen psychologischen Tätigkeitsfeldern, etwa Diagnostik, Beratung oder Forschung. Eine psychotherapeutische Berufsausübung ist nur mit entsprechender psychotherapeutischer Ausbildung und Eintragung in die Psychotherapeutenliste möglich.






