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Medi-Karriere Magazin Pflege Änderungen 2026

Was ändert sich in der Pflege im Jahr 2026?

Was ändert sich in der Pflege im Jahr 2026?

Inhaltsverzeichnis

  1. Pflegeberufe als Schwerarbeit
  2. Erhöhung der Korridorpension
  3. Anpassung der Pflegeleistungen
  4. Umstellungen im Pflegesystem
  5. Steuerliche Aspekte
  6. Bedeutung für Gesellschaft
  7. Ausblick
  8. Hintergrund
  9. Passende Jobs

Das Jahr 2026 bringt für die Pflege in Österreich Veränderungen. Mit der offiziellen Einstufung von Pflegeberufen als Schwerarbeit, neuen Pensionsregelungen und Anpassungen im Pflegesystem treten mehrere Reformen in Kraft, die den Berufsalltag spürbar beeinflussen. Ziel der Bundesregierung ist es, die hohe körperliche und psychische Belastung von Pflegekräften stärker anzuerkennen und das System langfristig zu stabilisieren. Auch für Pflegebedürftige und Angehörige ergeben sich durch höhere Leistungen und steuerliche Entlastungen neue Perspektiven. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über alle wichtigen Neuerungen und ihre Auswirkungen auf Praxis und Gesellschaft.

Das Wichtigste in Kürze

Ab 1. Januar 2026 treten in Österreich mehrere Änderungen im Pflegebereich in Kraft:

  • Pflegeberufe gelten offiziell als Schwerarbeit – Pensionseintritt ab 60 Jahren möglich.
  • Die Korridorpension wird schrittweise auf 63 Jahre angehoben.
  • Pflegegeld und Pflegeleistungen werden angepasst und valorisiert.
  • Das Pflegesystem wird mit neuen Dokumentations- und Finanzierungsmodellen modernisiert.
  • Eine erweiterte Schwerarbeitsdefinition bezieht künftig auch psychische Belastungen mit ein.
  • Pflegekosten bleiben steuerlich als außergewöhnliche Belastungen absetzbar.

Inhaltsverzeichnis

  1. Pflegeberufe als Schwerarbeit
  2. Erhöhung der Korridorpension
  3. Anpassung der Pflegeleistungen
  4. Umstellungen im Pflegesystem
  5. Steuerliche Aspekte
  6. Bedeutung für Gesellschaft
  7. Ausblick
  8. Hintergrund
  9. Passende Jobs

Pflegeberufe gelten ab 2026 als Schwerarbeit

Pflegekräfte können ab dem 1. Jänner 2026 die Schwerarbeitspension in Anspruch nehmen. Als Schwerarbeit gelten Tätigkeiten, die körperlich oder psychisch besonders belastend sind. Dazu zählen neben diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen auch Pflegefach- und Pflegeassistenzen. Voraussetzung für den Anspruch ist eine Versicherungsdauer von mindestens 45 Jahren, sowie ein Nachweis von zehn Jahren Schwerarbeit innerhalb der letzten 20 Jahre. Erfüllen Beschäftigte diese Kriterien, ist ein Pensionseintritt ab 60 Jahren möglich – auch Teilzeitjahre können hier berücksichtigt werden.

Die Anerkennung als Schwerarbeit gilt als wichtiger Schritt zur Entlastung jener Berufsgruppen, die in den vergangenen Jahren stark von körperlichen und emotionalen Belastungen betroffen waren. Sie soll insbesondere langjährig Beschäftigten zugutekommen, die ihre Berufslaufbahn vorzeitig beenden möchten, ohne hohe finanzielle Abschläge befürchten zu müssen.

Wer gilt ab 2026 als Schwerarbeiter in der Pflege?

Ab 1. Jänner 2026 fallen folgende Berufsgruppen unter die neue Schwerarbeitsregelung:

  • Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen (DGKP)
  • Pflegefachassistenz (PFA)
  • Pflegeassistenz (PA)
  • Teilweise auch Beschäftigte in Langzeitpflege und mobilen Diensten - Voraussetzung: Mindestens 10 Jahre Schwerarbeit innerhalb der letzten 20 Jahre.

Erweiterte Schwerarbeitsdefinition

Ab 2026 wird auch die Definition von Schwerarbeit erweitert: Neben körperlichen Tätigkeiten sollen künftig psychische und Mehrfachbelastungen berücksichtigt werden. Damit reagiert der Gesetzgeber auf die steigende Zahl psychischer Erkrankungen im Pflegebereich. Die bisherige Berechnung von Schwerarbeitszeiten soll zudem flexibler gestaltet werden – Arbeitsbelastung wird künftig nicht nur in Tagen, sondern auch in Stunden bewertet. Diese Anpassung trägt der Realität vieler Teilzeitkräfte Rechnung und erhöht die Chancen, Schwerarbeitszeiten anerkannt zu bekommen.

Pflege 2026 – Erhöhung der Korridorpension

Parallel zur Schwerarbeitsregelung wird ab 2026 die Korridorpension angepasst. Für Personen, die ab dem 1. Jänner 1964 geboren wurden, steigt das frühestmögliche Antrittsalter schrittweise von 62 auf 63 Jahre. Ebenso erhöht sich die erforderliche Versicherungszeit von 480 auf 504 Monate. Damit will die Bundesregierung den Gesamtpensionsantritt im System stabilisieren, da gleichzeitig bestimmte Berufsgruppen früher ausscheiden können. Für Pflegekräfte bedeutet dies: Wer die Schwerarbeitsvoraussetzungen erfüllt, kann weiterhin früher in Pension gehen, alle anderen müssen mit längeren Versicherungszeiten rechnen.

Pflege 2026 – Anpassung der Pflegeleistungen

Mit der steigenden Zahl pflegebedürftiger Menschen werden 2026 auch die Pflegeleistungen angepasst. Geplant ist eine Erhöhung des Pflegegelds, insbesondere in den mittleren Stufen, um die Teuerung der vergangenen Jahre auszugleichen. Auch Pflegeausgleichsleistungen und Entlastungsangebote für pflegende Angehörige sollen erweitert werden. Die jährliche Valorisierung des Pflegegelds bleibt aufrecht und wird automatisch an die Inflation gekoppelt. Ziel ist es, die Kaufkraft von Pflegebedürftigen zu sichern und Pflege zuhause weiterhin leistbar zu halten.

Pflege 2026 – Umstellungen im Pflegesystem

Im April 2026 startet zudem ein neues Pflegesystem auf Basis aktualisierter Finanzierungs- und Abrechnungskriterien. Das sogenannte LKF-Modell 2026 (Leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung) wird an aktuelle Versorgungsstrukturen angepasst und soll eine transparentere Mittelverteilung zwischen Spitälern und Pflegeeinrichtungen ermöglichen. Geplant sind neue Dokumentations- und Qualitätsanforderungen, etwa zur Erfassung von Pflegeaufwand, Betreuungskomplexität und Case-Mix.

Ziel ist eine verbesserte Vergleichbarkeit von Leistungen und ein effizienterer Mitteleinsatz. Für Pflegekräfte bedeutet das zugleich eine stärkere Einbindung in Dokumentation und Qualitätsmanagement.

Was bedeutet das LKF-Modell?

Das LKF-Modell (Leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung) ist das österreichische System zur Finanzierung von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.

  • Grundlage: Dokumentierte Leistungen statt Pauschalen
  • Ziel: Transparente Mittelverteilung und Qualitätsvergleich
  • Ab 2026: Anpassung an neue Pflege- und Dokumentationsstandards

Pflege 2026 – Steuerliche Aspekte

Pflege- und Betreuungskosten können auch 2026 weiterhin als außergewöhnliche Belastungen in der Einkommensteuer geltend gemacht werden. Das gilt insbesondere, wenn ein Pflegegeldbezug besteht oder eine Behinderung von mindestens 25 Prozent nachgewiesen ist. Aufwendungen können dabei ohne Selbstbehalt abgesetzt werden. Zudem sollen steuerliche Entlastungen für pflegende Angehörige vereinfacht werden. Eine digitale Antragstellung ist in Vorbereitung, um Pflegekosten künftig direkt über FinanzOnline einreichen zu können.

Bedeutung für Pflegekräfte und Gesellschaft

Für Beschäftigte in der Pflege bringen die neuen Regelungen sowohl Erleichterungen als auch neue Anforderungen. Einerseits ist die Anerkennung als Schwerarbeit ein Zeichen der Wertschätzung und schafft konkrete Entlastung durch die Möglichkeit des früheren Pensionsantritts. Andererseits erfordern neue Pflegesysteme und Dokumentationspflichten mehr administrative Kompetenz im Berufsalltag. Berufsverbände begrüßen die Maßnahmen grundsätzlich, weisen jedoch darauf hin, dass bessere Arbeitsbedingungen und Personalaufstockung entscheidend bleiben, um Pflegeberufe langfristig attraktiv zu halten.

Ausblick: Wie geht es weiter?

2026 markiert eine Zäsur im österreichischen Pflegesystem. Neben der rechtlichen Aufwertung der Pflegeberufe steht das System vor einer strukturellen Weiterentwicklung – hin zu mehr Transparenz, Digitalisierung und fairer Entlohnung. In den kommenden Jahren sind weitere Reformen zur Ausbildung, Personalgewinnung und Vereinbarkeit von Beruf und Familie geplant. Beobachter rechnen zudem mit einer Evaluierung der neuen Schwerarbeitsregelung, um festzustellen, ob die Kriterien praxistauglich sind und tatsächlich zur Entlastung führen.

Hintergrund

Bereits seit 2022 wurden mehrere Pflegereformpakete umgesetzt, die Ausbildung, Bonuszahlungen und Angehörigenpflege verbesserten. Mit den Änderungen ab 2026 tritt nun die lang erwartete Anerkennung als Schwerarbeit in Kraft – ein Schritt, der in der politischen Debatte seit Jahren gefordert wurde. Zusammen mit den strukturellen Anpassungen bei Pension, Pflegegeld und Finanzierung ergibt sich damit ein deutlich erweitertes Reformpaket für die österreichische Pflege.

Passende Jobs im Gesundheitswesen

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Quellen
  1. SPÖ, “SPÖ-Erfolg: Pflegekräfte bekommen besseren Zugang zur Schwerarbeitspension”, https://www.spoe.at/... (letzter Zugriff am 15.12.2025)
  2. Österreich.gv.at, “Steuerliche Absetzbarkeit der Betreuungskosten”, https://www.oesterreich.gv.at/... (letzter Zugriff am 15.12.2025)
  3. Bundesministerium Finanzen, “Betreuungskosten als außergewöhnliche Belastung”, https://www.bmf.gv.at/... (letzter Zugriff am 15.12.2025)
  4. Pensionsversicherung Österreich, “Korridorpension 2026: Was ändert sich?”, https://www.pv.at/... (letzter Zugriff am 15.12.2025)
  5. Die Presse, “Ab 1. Jänner 2026 dürfen Pflegekräfte früher in Pension”, https://www.diepresse.com/... (letzter Zugriff am 15.12.2025)
Redaktion
Judith Ehresmann
Judith Ehresmann
Ärztin
Zuletzt aktualisiert: 18.12.2025
Bildnachweise
Das Beitragsbild wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.
Themen: Alle Themengebiete, Karriere, News und Politik, Pflege
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