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Medi-Karriere Magazin Blutwerte

Blutwerte: Das sagt der Laborbefund aus

Blutwerte: Das sagt der Laborbefund aus

Inhaltsverzeichnis

  1. Was sind Blutwerte?
  2. Welche Blutwerte gibt es?
  3. So wird der Laborbefund erstellt
  4. Referenzwerte im Laborbefund
  5. Wie zuverlässig sind Blutwerte?

Blutwerte liefern wichtige Informationen über die Blutzellen, den Stoffwechsel und die Funktion verschiedener Organe. Blutuntersuchungen können bei Vorsorgeuntersuchungen, zur Abklärung von Beschwerden sowie zur Verlaufs- und Therapiekontrolle eingesetzt werden. Einzelne Laborwerte erlauben jedoch meist keine sichere Diagnose. Sie müssen immer im Zusammenhang mit der medizinischen Fragestellung und weiteren Befunden beurteilt werden.

Das Wichtigste zu Blutwerten in Kürze

  • Blutwerte können Hinweise auf Erkrankungen, Entzündungen, Infektionen oder Stoffwechselstörungen geben.
  • Das kleine Blutbild erfasst unter anderem Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten, Hämoglobin und Hämatokrit.
  • Beim großen Blutbild kommt ein Differenzialblutbild hinzu, das die verschiedenen Arten der Leukozyten aufschlüsselt.
  • Ein Wert außerhalb des Referenzbereichs bedeutet nicht automatisch, dass eine Erkrankung vorliegt.
  • Blutwerte müssen zusammen mit Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamenten und weiteren Untersuchungsergebnissen beurteilt werden.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was sind Blutwerte?
  2. Welche Blutwerte gibt es?
  3. So wird der Laborbefund erstellt
  4. Referenzwerte im Laborbefund
  5. Wie zuverlässig sind Blutwerte?

Was sind Blutwerte?

Im Rahmen einer Blutuntersuchung lassen sich verschiedene Blutwerte ermitteln, wodurch Hinweise auf bestimmte Erkrankungen gegeben und Symptome von Patienten besser eingeordnet werden können. Die Blutwerte können dabei Hinweise auf Entzündungen, Infektionen oder andere Krankheiten im Körper geben. Ein erwachsener Mensch hat ungefähr 5 bis 6 Liter Blut im Körper. Über das Blut sind alle Organe des menschlichen Organismus im Austausch.

Zu den Aufgaben des Blutes zählen unter anderem der Transport von Sauerstoff zu den Organen und von Kohlendioxid zur Lunge, sowie der Transport von Nährstoffen und Hormonen zu den Zielorganen. Auch der Transport von Abbau- und Fremdstoffe zu Leber und Nieren, die Verteilung von Wärme im Körper, sowie Blutstillung, Blutgerinnung, Immunabwehr und die Regulation des Säure-Basen-Haushalts übernimmt das Blut.

Das sagen Blutwerte über die Gesundheit aus

Untersuchungen des Blutes dienen dazu, Informationen über den Gesundheitszustand zu gewinnen und die Diagnose oder Verlaufskontrolle von Erkrankungen zu unterstützen. Ferner können laborchemisch körperliche Veränderungen erkannt werden, die unter Umständen noch keine Beschwerden verursachen. Viele Erkrankungen verursachen zu Beginn ihrer Entstehung zunächst keine Symptome. Ein kleines oder großes Blutbild liefert wichtige Hinweise, muss jedoch gemeinsam mit der Krankengeschichte, den Beschwerden und gegebenenfalls weiteren Untersuchungen beurteilt werden.

Blutabnahme im Labor

Es existieren unterschiedliche Techniken, wie Blutproben gewonnen werden können. Das Blut kann sowohl aus einem peripheren als auch einem zentralen Zugang entnommen werden. Darüber hinaus kann die Blutentnahme aus einem venösen oder arteriellen Blutgefäß erfolgen. Für bestimmte Untersuchungen kann auch Kapillarblut verwendet werden, beispielsweise aus der Fingerbeere.

Das Standardverfahren zur Blutentnahme ist die Blutabnahme aus einer Vene, bei der mittels einer dünnen Hohlnadel ein venöses Blutgefäß punktiert und venöses Blut entnommen wird. In den meisten Fällen ist hierfür die Vene in der Ellenbeuge geeignet. Vorher wird mithilfe einer Manschette um den Oberarm das Blut in den Venen gestaut, sodass das Blut im Rahmen der Punktion besser in das Abnahmeröhrchen hervortreten kann.

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Welche Blutwerte gibt es?

Die Blutbilduntersuchung ist die Beurteilung der Anzahl, des Aussehens und der Verteilung von Erythrozyten (roten Blutkörperchen), Leukozyten (weißen Blutkörperchen) und Thrombozyten (Blutplättchen). Die Blutbilduntersuchung ist eine wichtige und häufig angewendete Untersuchung zur Feststellung von Anämien, Entzündungen und anderen Erkrankungen.

Bei vielen Routineuntersuchung des Blutes wird das sogenannte „kleine Blutbild“, das die wichtigsten Basiswerte umfasst, veranlasst. Hier werden unter anderem die Zellzahlen von Erythrozyten, Gesamtleukozyten und Thrombozyten bestimmt. Das große Blutbild besteht aus dem kleinen Blutbild und einem Differenzialblutbild.

Erythrozyten

Bei der Untersuchung der Erythrozyten werden unter anderem folgende Werte untersucht:

  • Hämoglobin, das als roter Blutfarbstoff den Sauerstofftransport ermöglicht.
  • Hämatokrit, der den Volumenanteil der roten Blutkörperchen am gesamten Blutvolumen beschreibt.
  • Erythrozytenindices, wie der mittlere Hämoglobingehalt eines Erythrozyten (MCH), das mittlere Volumen eines Erythrozyten (MCV) und die mittlere Hämoglobinkonzentration der Erythrozyten (MCHC).

Leukozyten

Wenn festgestellt wird, dass die weißen Blutkörperchen, die Leukozyten, besonders erhöht sind, spricht man von einer Leukozytose. Sind die Leukozyten erniedrigt, handelt es sich um eine Leukopenie. Die vielseitigen Aufgaben der weißen Blutkörperchen haben zur Folge, dass sie bei zahlreichen Krankheiten im strömenden Blut auffällig vermehrt oder vermindert sind.

Bei Auffälligkeiten der Leukozytenanzahl kann abhängig von der medizinischen Fragestellung ein Differenzialblutbild durchgeführt werden. Beim Differenzialblutbild werden die verschiedenen Leukozytenarten unterschieden. Dazu gehören Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten.

Thrombozyten

Die Blutplättchen sind gemeinsam mit den Gerinnungsfaktoren an der Blutstillung beteiligt. Der Referenzbereich für die Thrombozytenzahl kann je nach Labor, Messmethode und Personengruppe unterschiedlich ausfallen. Maßgeblich ist deshalb der auf dem jeweiligen Laborbefund angegebene Bereich. Ist die Anzahl der Thrombozyten deutlich vermindert, besteht Blutungsneigung. Mittels Thrombozytenfunktionsdiagnostik können Thrombozytenfunktionsstörungen (angeboren oder erworben) festgestellt werden.

Nierenwerte, Leberwerte, Schilddrüsenwerte

Untersuchungsparameter werden häufig nach Organen oder medizinischen Fragestellungen zusammengefasst. Zu den sogenannten Leberwerten gehören unter anderem ALT beziehungsweise GPT, AST beziehungsweise GOT und Gamma-GT. Zur Beurteilung der Nierenfunktion werden beispielsweise Kreatinin und die daraus geschätzte glomeruläre Filtrationsrate, kurz eGFR, herangezogen.Bei der Untersuchung der Schilddrüsenfunktion wird häufig zunächst TSH bestimmt. Abhängig vom Ergebnis und der Fragestellung können freies T4 und freies T3 hinzukommen.

Entzündungswerte und Blutfette

CRP ist ein unspezifischer Entzündungsparameter. Der Wert kann bei Entzündungen, Infektionen und Gewebeschäden erhöht sein. Auch nach Operationen kann CRP aufgrund der Gewebereaktion ansteigen. Als häufig verwendete obere Referenzgrenze gelten 5 mg/l beziehungsweise 0,5 mg/dl, wobei stets der Bereich des jeweiligen Labors zu beachten ist. Diese kann erhöht sein, bei bestimmten Erkrankungen aber auch normal oder vermindert bleiben.

Zur Beurteilung des Fettstoffwechsels werden vor allem Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyceride bestimmt. In besonderen Fällen können weitere Werte wie Apolipoprotein B oder Lipoprotein(a) relevant sein.

Weitere wichtige Blutwerte

Neben den bereits genannten Blutwerten werden im Folgenden weitere wichtige Blutwerte in einer kurzen Übersicht vorgestellt:

  • Alkalische Phosphatase (AP): Erhöht bei Gallestau in der Leber (zum Beispiel bei Gallensteinen).
  • Bestimmung von Kreatinin und eGFR: Geben Auskunft über die Nierenfunktion. Die eGFR wird meist anhand des Kreatininwerts und weiterer Angaben rechnerisch geschätzt.
  • Harnsäurebestimmung: Eine erhöhte Harnsäurekonzentration kann das Risiko für Gichtanfälle erhöhen. Der Wert allein beweist jedoch keine Gicht.
  • Elektrolyte: Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Chlorid und Phosphat sind unter anderem für den Flüssigkeitshaushalt, die Nervenfunktion und die Muskelarbeit wichtig.
  • HbA1c: Der Wert dient zur Diagnose und Verlaufskontrolle von Diabetes mellitus. Er bildet näherungsweise die durchschnittliche Blutzuckersituation der vergangenen acht bis zwölf Wochen ab, wobei die jüngeren Wochen stärker ins Gewicht fallen. Bestimmte Formen der Anämie, Blutverlust, Bluttransfusionen oder Hämoglobinvarianten können das Ergebnis beeinflussen.
  • Enzyme und kardiale Marker: ALT, AST und Gamma-GT können zur Abklärung von Lebererkrankungen beitragen. Die Kreatinkinase kann beispielsweise bei Schädigungen der Skelettmuskulatur erhöht sein. Bei Verdacht auf einen akuten Herzinfarkt ist hochsensitives kardiales Troponin der zentrale Laborparameter.

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So wird der Laborbefund erstellt

Für eine Laboruntersuchung wird durch den behandelnden Arzt eine Zuweisung an das zuständige Laborinstitut, in der Regel digital, gestellt. Aus der Zuweisung geht hervor, welche Materialien und Laborwerte untersucht werden.

Labormethoden

Unter Labormethoden versteht man die Untersuchungsverfahren der Labormedizin. Beispiele für die gängigen Labormethoden sind Elektrophorese, Chromatographie, Spektroskopie, Mikroskopie sowie PCR.

Ergebnisdarstellung

Die Ergebnisse werden in einem Laborbefund zusammengestellt. Dieser enthält üblicherweise die gemessenen Parameter, Ergebnisse, Einheiten und Referenzbereiche. Je nach Befund können zusätzlich Kommentare oder eine laborärztliche Interpretation enthalten sein.

Qualitätssicherung

Damit korrekte und präzise Laborwerte gewährleistet werden können, bedarf es einer Qualitätssicherung im Labor, in welcher verwendete Messmethoden im Labor regelmäßig überprüft und getestet werden, um mögliche Fehlerquellen vermeiden zu können.

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Referenzwerte im Laborbefund

Unter Referenzbereiche versteht man Wertebereiche, die mithilfe einer festgelegten Referenzgruppe und eines definierten statistischen Verfahrens ermittelt wurden. Referenzbereiche sind keine strengen Grenzen zwischen „gesund“ und „krank“. Sie können sich unter anderem nach Labor, Messmethode, Alter, Geschlecht und besonderen Lebensphasen unterscheiden.

Blutwerte außerhalb des Referenzbereichs

Werte außerhalb des laborabhängigen Referenzbereichs werden im Befund meist entsprechend markiert. Ein Referenzwert ist jedoch nicht automatisch mit einem diagnostischen Grenzwert oder Cut-off gleichzusetzen.

Ein abweichender Blutwert ist nicht immer krankhaft. Er kann beispielsweise durch Alter, Medikamente, körperliche Belastung, Flüssigkeitshaushalt oder Messbedingungen beeinflusst werden. Viele Laborwerte lassen sich nicht sinnvoll isoliert beurteilen. Deshalb können weitere Untersuchungen oder Verlaufskontrollen erforderlich sein.

Wie zuverlässig sind Blutwerte?

Laboruntersuchungen sind standardisierte und grundsätzlich zuverlässige Verfahren. Dennoch können Fehler oder störende Einflüsse bei der Vorbereitung, Blutabnahme, Lagerung, beim Transport oder bei der Analyse auftreten. Manche Werte verändern sich beispielsweise, wenn das Blut zu lange oder zu stark gestaut wird.

Ob eine Blutabnahme morgens oder nüchtern erfolgen muss, hängt von den angeforderten Parametern ab. Bei Schilddrüsenmedikamenten sollte vorab mit dem behandelnden Arzt oder dem Labor geklärt werden, wann die Einnahme am Untersuchungstag erfolgen soll. Medikamente sollten nicht eigenmächtig ausgelassen werden.

Weitere Einflussfaktoren sind Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel, körperliche Anstrengung, Rauchen, Alkohol, Tageszeit und Flüssigkeitshaushalt. Einige Proben sind zudem licht- oder temperaturempfindlich und müssen entsprechend gelagert und transportiert werden.

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Häufige Fragen zu Blutwerten

  1. Was sagen Blutwerte über die Gesundheit aus?
  2. Blutwerte können Hinweise auf die Zusammensetzung des Blutes, Stoffwechselvorgänge, Entzündungen und die Funktion verschiedener Organe geben. Eine Diagnose lässt sich jedoch meist nicht aus einem einzelnen Wert ableiten.

  3. Welche Werte gehören zum kleinen Blutbild?
  4. Zum kleinen Blutbild gehören insbesondere Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten, Hämoglobin, Hämatokrit sowie die Erythrozytenindizes MCV, MCH und MCHC.

  5. Was bedeutet ein Blutwert außerhalb des Referenzbereichs?
  6. Ein Blutwert außerhalb des Referenzbereichs bedeutet nicht automatisch, dass eine Erkrankung vorliegt. Entscheidend sind unter anderem das Ausmaß der Abweichung, Beschwerden, Medikamente, Vorerkrankungen und weitere Untersuchungsergebnisse.

  7. Muss man für die Bestimmung der Blutwerte nüchtern sein?
  8. Nicht für jede Blutuntersuchung muss man nüchtern sein. Ob Essen, Getränke oder Medikamente vor der Blutabnahme vermieden werden sollen, hängt von den angeforderten Blutwerten ab. Maßgeblich sind die Anweisungen des Arztes oder Labors.

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Quellen
  1. Gesundheit.gv.at, “So wird der Laborbefund erstellt”, https://www.gesundheit.gv.at/... (Abrufdatum: 10.09.2026)
  2. Gesundheit.gv.at, “Laborbefund: Was sind die Referenzwerte?”, https://www.gesundheit.gv.at/... (Abrufdatum: 10.09.2026)
  3. Konsument, “Blutbefund: Aufschlussreiche Einblicke”, https://konsument.at/... (Abrufdatum: 10.09.2026)
  4. Medneo, “Was sagen mir die verschiedenen Blutwerte?”, https://www.medneo.com/... (Abrufdatum: 10.09.2026)
  5. Helios Gesundheit, “Das verrät das Blut über die Gesundheit”, https://www.helios-gesundheit.de/... (Abrufdatum: 10.09.2026)
  6. Patientenberatung, “Laboruntersuchungen des Bluts”, https://www.patientenberatung.de/... (Abrufdatum: 10.09.2026)
Medizinische und Rechtliche Hinweise
Wichtiger rechtlicher Hinweis für diesen Artikel
Redaktion
Judith Ehresmann
Judith Ehresmann
Ärztin
Zuletzt aktualisiert: 15.10.2026

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