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Die Menschen in Österreich fühlen sich mehrheitlich gesund, doch gleichzeitig wächst die Skepsis gegenüber dem Gesundheitssystem. Der aktuelle Austrian Health Report 2025 zeichnet ein ambivalentes Bild: Während viele ihren eigenen Gesundheitszustand positiv einschätzen, sorgen sich immer mehr Bürger um Medikamentenversorgung, Kosten und den Zugang zu medizinischen Leistungen. Dieser Beitrag zeigt, was Österreicher am Gesundheitssystem kritisieren und wo Chancen liegen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Mehrheit der Österreicher beurteilen ihren Gesundheitszustand als (sehr) gut
- Versorgung mit Medikamenten beschäftigt viele Menschen, mehr Produktion im Inland wird gefordert
- Viele Österreicher erwarten Leistungskürzungen und politische Sparmaßnahmen
- Über 60-Jährige fühlen sich mental gesünder als unter 30-Jährige
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Was ist der Austrian Health Report?
Der Austrian Health Report ist eine repräsentative Studie, bei der 1.004 Österreicher und Österreicherinnen im Sommer 2025 zur eigenen Gesundheit, dem österreichischen Gesundheitssystem, dem Vertrauen in die Wissenschaft und zur Sicherheit in der Medikamentenversorgung befragt wurden. Die Studie wurde vom Institut für empirische Sozialforschung IFES durchgeführt. Sie gilt als eine der wichtigsten Erhebungen im Gesundheitswesen Österreichs.
Austrian Health Report: Mehrheit fühlt sich fit
Trotz zahlreicher Krisen bewerten viele Menschen ihren eigenen Gesundheitszustand positiv. Rund 69 Prozent der Bevölkerung geben an, sich gesundheitlich gut oder sehr gut zu fühlen. Regional zeigen sich jedoch Unterschiede: Besonders in Oberösterreich schätzen viele ihren Gesundheitszustand als überdurchschnittlich gut ein.
Bei der psychischen Gesundheit zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Ältere Menschen beurteilen ihre mentale Verfassung oft positiver als jüngere. Während etwa 80 Prozent der über 60-Jährigen ihre psychische Gesundheit als gut oder sehr gut einschätzen, gilt das nur für rund 61 Prozent der unter 30-Jährigen. Gleichzeitig nehmen viele Menschen regelmäßig Medikamente ein: Etwa die Hälfte der Bevölkerung greift täglich zu Arzneimitteln, häufig aufgrund chronischer Erkrankungen oder steigenden Alters.
Vertrauen ins Gesundheitssystem sinkt
Trotz der relativ positiven Selbsteinschätzung der Gesundheit fällt die Bewertung des Gesundheitssystems im Austrian Health Report deutlich kritischer aus. Viele Menschen rechnen damit, dass sich die Situation in den kommenden Jahren verschlechtern könnte. Laut Report erwarten über drei Viertel der Befragten Einschränkungen bei Leistungen der Krankenkassen. Zudem gehen rund 80 Prozent davon aus, dass die Politik künftig im Gesundheitsbereich sparen wird.
Diese Erwartungen spiegeln eine wachsende Sorge wider: Gute medizinische Versorgung könnte künftig stärker vom Einkommen abhängen. 75 Prozent der Befragten vermuten daher, dass private Zusatzversicherungen an Bedeutung gewinnen werden, um schneller oder umfassender behandelt zu werden.
Medikamentenversorgung als größte Sorge
Ein besonders sensibles Thema bleibt laut Austrian Health Report die Versorgung mit Medikamenten. Lieferprobleme in den vergangenen Jahren haben das Vertrauen der Bevölkerung spürbar erschüttert. Mehr als die Hälfte rechnet auch künftig mit Versorgungsproblemen. Damit wird ein Arzneimittelmangel als größeres Risiko wahrgenommen als beispielsweise Engpässe bei Energie oder Lebensmitteln.
Medikamentenengpass in Österreich
In Österreich gibt es derzeit Lieferprobleme bei rund 1.300 Medikamenten. Normalerweise sind etwa 600 bis 800 Präparate betroffen. Zu den häufig fehlenden Arzneimitteln zählen Antibiotika, fiebersenkende Mittel, Psychopharmaka, sowie Diabetes- und Herz-Kreislauf Medikamente. Ursachen sind vor allem globale Lieferkettenprobleme und die starke Abhängigkeit von Wirkstoffen aus Asien.
Die Einschätzung zur Versorgungssicherheit fällt jedoch regional unterschiedlich aus. Während österreichweit rund 45 Prozent die Medikamentenversorgung als gesichert betrachten, sind es etwa in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland nur rund 41 Prozent. Besonders skeptisch zeigen sich die Befragten in Salzburg mit etwa 40 Prozent. Etwas optimistischer beurteilen Menschen in Vorarlberg die Situation: Hier glauben 51 % an eine stabile Versorgung mit Medikamenten.
Vor diesem Hintergrund spricht sich eine deutliche Mehrheit für eine stärkere Produktion von Medikamenten in Österreich aus. 86 Prozent halten eine heimische Arzneimittelherstellung für wichtig, um die Versorgung langfristig abzusichern.
Digitalisierung und Innovation: Chancen für die Zukunft
Neben den Sorgen zeigt der Bericht auch eine gewisse Offenheit gegenüber neuen Technologien. Digitale Lösungen im Gesundheitswesen stoßen auf zunehmende Zustimmung. Mehr als die Hälfte der Befragten bewertet die Digitalisierung der Medizin positiv, und viele unterstützen konkrete Anwendungen wie elektronische Rezepte oder digitale Beipackzettel. Auch innovative Technologien – etwa der Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Medizin – werden von vielen grundsätzlich befürwortet, sofern sie die Versorgung verbessern und Ärzte unterstützen.
Austrian Health Report: Fazit
Der Austrian Health Report 2025 zeigt ein vielschichtiges Bild: Die Bevölkerung fühlt sich überwiegend gesund, blickt jedoch skeptisch auf die Zukunft des Gesundheitssystems. Besonders Medikamentenengpässe, mögliche Leistungskürzungen und steigende Kosten sorgen für Unsicherheit. Gleichzeitig besteht Offenheit für Innovationen und Reformen, die Versorgung effizienter und stabiler machen könnten. Damit macht der Bericht deutlich: Österreich verfügt weiterhin über ein leistungsfähiges Gesundheitssystem – Doch Vertrauen und Versorgungssicherheit bleiben zentrale Herausforderungen der kommenden Jahre.
- Austrian Health Report, https://www.austrianhealthreport.at/... (Abrufdatum: 13.03.2026)

