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Der Herzinfarkt ist eines der am meisten gefürchteten Krankheitsbilder. Dennoch werden nach wie vor Herzinfarkt-Symptome vor allem bei Frauen häufig nicht erkannt. Zudem sind vielen Menschen die Ursachen des Herzinfarktes und die vielfältigen Möglichkeiten zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht geläufig. Dieser Artikel erklärt, wodurch ein Herzinfarkt entsteht, wie er erkannt und behandelt werden kann und was nach einem Herzinfarkt zu beachten ist.
Das Wichtigste zum Herzinfarkt in Kürze
- Ein Herzinfarkt entsteht, wenn Herzmuskelgewebe durch eine akute Durchblutungsstörung geschädigt wird und abstirbt.
- Typische Anzeichen sind starke Brustschmerzen, Druck oder Enge im Brustkorb, Atemnot, kalter Schweiß, Übelkeit und Schmerzen, die etwa in Arme, Rücken, Oberbauch oder Kiefer ausstrahlen.
- Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt muss in Österreich sofort die Rettung unter 144 gerufen werden. Betroffene dürfen nicht selbst ins Krankenhaus fahren.
- Für die Diagnose sind vor allem EKG, wiederholte Troponinmessungen und gegebenenfalls eine Herzkatheteruntersuchung wichtig.
- Ein verschlossenes Herzkranzgefäß wird meist möglichst schnell durch eine Herzkatheterintervention wieder geöffnet.
- Rauchstopp, Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und die Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes und erhöhten Blutfettwerten senken das Risiko eines weiteren Herzinfarkts.
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Herzinfarkt – Definition
Ein Herzinfarkt entsteht, wenn Herzmuskelzellen infolge einer akuten Durchblutungsstörung geschädigt werden und absterben. Für die Diagnose müssen eine akute Schädigung des Herzmuskels und Hinweise auf eine akute Minderdurchblutung vorliegen. Der Herzinfarkt zählt zu einer Gruppe von Krankheitsbildern, die unter dem Begriff „akutes Koronarsyndrom“ zusammengefasst werden.
Herzinfarkt-Statistik für Österreich
Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems gehören in Österreich weiterhin zu den häufigsten Todesursachen. Im Jahr 2025 waren 33,4 Prozent aller Todesfälle auf Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems zurückzuführen.
Herzinfarkt – Symptome
Es gibt klassische Herzinfarkt-Symptome, die auch medizinische Laien häufig richtig deuten. Hierzu gehört ein plötzlicher Schmerz unter dem Brustbein, der in den linken Arm, den Bauch, den Rücken oder den Unterkiefer ausstrahlen kann. Oft besteht auch ein Brennen im Brustkorb oder ein Beklemmungsgefühl in der Brust oder im Hals. Betroffenen bricht der kalte Schweiß aus, sie sind blass, luftnötig und wirken schwer krank.
Lange Zeit wurden diese „typischen Männer-Beschwerden“ von „atypischen Infarktzeichen bei Frauen“ abgegrenzt. Grundsätzlich scheinen bei Männern Brustschmerzen und Schweißausbrüche als erste Infarktanzeichen zu überwiegen, während bei Frauen eher Übelkeit oder Atemnot auftreten. Neuere Studienauswertungen haben allerdings ergeben, dass die Beschwerdebilder ähnlicher sind als angenommen. Bei älteren Menschen zeigt sich der Herzinfarkt nicht selten auch durch eine akute Verschlechterung der Orientierung oder einen plötzlichen Bewusstseinsverlust. Bei plötzlich auftretenden Beschwerden, die auf einen Herzinfarkt hindeuten können, muss sofort die Rettung unter 144 gerufen werden. Eine gewöhnliche ärztliche Abklärung reicht bei einem akuten Verdacht nicht aus.
Risikofaktoren und Triggerfaktoren
Ein erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, wird vor allem durch Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Diabetes mellitus, Bewegungsmangel und Übergewicht begünstigt. Bluthochdruck, ein eingeschränkter Zuckerstoffwechsel oder Diabetes mellitus fördern Verkalkung der Blutgefäße, der Arteriosklerose. Auch Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum können das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen. Dabei potenzieren sich diese Risikofaktoren in ihren negativen Effekten und werden durch nicht beeinflussbare Faktoren, wie das Geschlecht, das Alter und eine familiäre Vorbelastung verstärkt.
Ärzte können das allgemeine Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen mithilfe validierter Risikomodelle wie SCORE2 beziehungsweise SCORE2-OP einschätzen. Sie berücksichtigen die genannten Risikofaktoren und Laborwerte der jeweiligen Person. Trigger für den akuten Herzinfarkt können akute körperliche oder seelische Belastungen sein, die eine bis dahin stabile Durchblutungssituation am Herzen stören.
Was tun bei Verdacht auf einen Herzinfarkt?
Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt muss in Österreich sofort die Rettung unter 144 gerufen werden. Die betroffene Person sollte beruhigt, möglichst bequem gelagert und nicht allein gelassen werden. Sie darf nicht selbst mit dem Auto ins Krankenhaus fahren. Verliert sie das Bewusstsein und atmet nicht normal, muss unverzüglich mit der Wiederbelebung begonnen werden. Ein verfügbarer automatisierter externer Defibrillator sollte entsprechend seinen Sprachanweisungen eingesetzt werden.
Herzinfarkt – Ursachen
Es gibt verschiedene Ursachen für den Herzinfarkt. Um sie zu verstehen, ist eine Betrachtung des Aufbaus des Herzens hilfreich. Das Herz als muskuläres Hohlorgan leitet Blut aus den Körpervenen in den Lungenkreislauf, wo es mit Sauerstoff aufgesättigt wird, und führt es anschließend wieder den Organen zu. Dabei deckt es seinen eigenen Sauerstoff- und Nährstoffbedarf nicht aus dem durchgeschleusten Blut, sondern über ein eigenes Versorgungssystem, die Herzkranzgefäße (Koronararterien). Sie liegen außen auf dem Herzen und ziehen mit ihren Verästelungen in das Herzmuskelgewebe hinein.
Sind diese Herzkranzgefäße durch therosklerotische Ablagerungen, sogenannte Plaques, in ihrem Inneren verengt, so nimmt die Durchblutung des Herzmuskels vor allem in dessen innerster Schicht ab und das Herz wird weniger leistungsfähig. Betroffene tolerieren dies durch unbewusste allmähliche Einschränkung ihrer Aktivität oft über längere Zeit.
Der häufige Typ-1-Herzinfarkt entsteht meist, wenn eine atherosklerotische Plaque einreißt oder erodiert und sich darauf ein Blutgerinnsel bildet, das ein Herzkranzgefäß teilweise oder vollständig verschließt. Ein Typ-2-Herzinfarkt kann entstehen, wenn der Sauerstoffbedarf des Herzmuskels und das Sauerstoffangebot akut auseinanderfallen. Mögliche Ursachen sind beispielsweise schwere Herzrhythmusstörungen, ausgeprägter Blutverlust, eine schwere Blutarmut oder ein starker Blutdruckabfall.
MINOCA steht für einen Herzinfarkt ohne relevante Verengung der großen Herzkranzgefäße. Der Begriff beschreibt zunächst eine Arbeitsdiagnose, deren genaue Ursache durch weitere Untersuchungen geklärt werden muss. MINOCA findet sich bei bis zu acht Prozent der Herzinfarktpatienten und betrifft häufiger Frauen. Er wird unter anderem ausgelöst durch anfallartige Verkrampfungen der Herzkranzgefäße (Gefäßspasmus) oder Gefäßwandeinrisse.
Diagnosestellung
Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt erfolgen zunächst eine Erfassung der Beschwerden und der Krankengeschichte sowie eine körperliche Untersuchung. Ein Zwölf-Kanal-EKG soll möglichst innerhalb von zehn Minuten nach dem ersten medizinischen Kontakt geschrieben und beurteilt werden. Zeigt das EKG in Verbindung mit den Beschwerden anhaltende Hebungen der ST-Strecke, spricht dies für einen ST-Hebungsinfarkt (STEMI). Bei einem Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI) fehlen anhaltende ST-Strecken-Hebungen. Das EKG kann andere Veränderungen zeigen oder zunächst unauffällig sein. Bei einer Schädigung von Herzmuskelzellen steigt in der Regel die Konzentration der Eiweiße Troponin I oder Troponin T im Blut. Ein erhöhter Troponinwert allein beweist jedoch keinen Herzinfarkt. Entscheidend sind sein zeitlicher Anstieg oder Abfall sowie zusätzliche Hinweise auf eine akute Minderdurchblutung.
Eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) kann zeigen, ob einzelne Gebiete des Herzens nicht richtig pumpen. Ob und wie schnell eine Herzkatheteruntersuchung erfolgt, richtet sich nach der Art des akuten Koronarsyndroms, dem individuellen Risiko und dem klinischen Zustand. Bei einem STEMI ist eine schnellstmögliche Wiedereröffnung des verschlossenen Gefäßes erforderlich. Hierbei wird ein Schlauch über die Blutgefäße in der Leiste oder am Unterarm ins Herz vorgeschoben. In das Herzkranzgefäß wird dann Kontrastmittel gespritzt und unter Durchleuchtung die Durchblutung auf dem Bildschirm angezeigt. Lässt sich im Herzkatheter keine relevante Gefäßverengung nachweisen, wie es beim MINOCA der Fall ist, so können Spezialuntersuchungen, wie die optische Kohärenztomographie (OCT) oder eine kardiale Magnetresonanztomographie (MRT) zur Klärung der Ursache eingesetzt werden.
Herzinfarkt – Behandlung
Bei einem durch ein verschlossenes Herzkranzgefäß verursachten Herzinfarkt ist die schnelle Wiederherstellung der Durchblutung das wichtigste Behandlungsziel. Bevorzugt erfolgt sie durch eine Herzkatheterintervention, bei der das Gefäß mit einem Ballon erweitert und meist durch einen Stent offengehalten wird. Ist eine rechtzeitige Herzkatheterbehandlung bei einem STEMI nicht möglich, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine medikamentöse Auflösung des Blutgerinnsels infrage kommen.
Nach einer Stentimplantation erhalten Patienten plättchenhemmende Medikamente, um die Bildung eines Blutgerinnsels im Stent zu verhindern. Dauer und Kombination der Medikamente werden individuell anhand des Risikos für erneute Gefäßverschlüsse und Blutungen festgelegt. Zusätzlich sollen beeinflussbare Risikofaktoren konsequent behandelt und möglichst reduziert werden.
Abhängig vom Gefäßbefund und vom klinischen Zustand kann eine Bypass-Operation erforderlich sein, beispielsweise wenn eine Herzkatheterintervention nicht möglich oder nicht erfolgreich ist. Dies ist allerdings ein größerer Eingriff, der eine Eröffnung des Brustkorbes erfordert. Neben einer Rehabilitationsmaßnahme benötigen viele Betroffene auch psychologische Betreuung nach dem Herzinfarkt.
Wann ist ein Krankenhausaufenthalt notwendig?
Ein Krankenhausaufenthalt ist bei jedem Verdacht auf einen Herzinfarkt unverzüglich erforderlich, da auch bei Entscheidung gegen eine Katheteruntersuchung eine Überwachung und optimale medikamentöse Therapie erforderlich sind.
Wann kommt eine Herztransplantation infrage?
Für den klassischen Herzinfarkt spielt die Transplantation keine Rolle, insbesondere da die Verfügbarkeit von Organen limitiert ist. Transplantationen werden in der Regel bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz erwogen, wenn trotz optimaler Behandlung keine ausreichende Stabilisierung erreicht werden kann und die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind.
Prognose
Die Prognose hängt unter anderem davon ab, wie schnell das verschlossene Gefäß wieder geöffnet wird, wie groß das geschädigte Herzmuskelareal ist, welche Begleiterkrankungen bestehen und ob Komplikationen auftreten. Ein höheres Alter kann das Risiko für einen schweren Verlauf zusätzlich erhöhen. Zur Senkung der Sterblichkeit und zur Vermeidung von erneuten Infarkten müssen Blutdruck, Blutfettwerte und Blutzucker durch eine Lebensstilumstellung und intensive medikamentöse Behandlung optimiert werden. Herzsportgruppen bieten eine Möglichkeit, die körperliche Aktivität angeleitet zu steigern.
Prävention
Es gibt einige wirkungsvolle Maßnahmen zum Schutz vor einem Herzinfarkt. Hierzu zählen eine gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und vor allem der Verzicht auf Tabak. Auch die regelmäßige Kontrolle und gegebenenfalls Behandlung von Blutdruck, Fettwerten und Blutzucker sind essenzielle Maßnahmen. Beobachtungsstudien zeigen außerdem einen Zusammenhang zwischen einer längeren Stilldauer und einem niedrigeren späteren Herz-Kreislauf-Risiko der Mutter. Daraus lässt sich jedoch kein sicherer ursächlicher Schutzeffekt ableiten.
Das Protein TREM2 wird derzeit als mögliches Ziel zukünftiger Behandlungen erforscht. Die bisherigen Ergebnisse beruhen unter anderem auf präklinischen Untersuchungen und haben noch keine Bedeutung für die reguläre Herzinfarkt-Prävention.
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Häufige Fragen zum Herzinfarkt
- Was sind die häufigsten Symptome bei einem Herzinfarkt?
- Was muss ich bei Verdacht auf einen Herzinfarkt in Österreich tun?
- Wie wird ein Herzinfarkt festgestellt?
- Wie wird ein Herzinfarkt behandelt?
Die häufigsten Symptome bei einem Herzinfarkt sind starke Schmerzen, Druck oder Enge im Brustkorb. Die Beschwerden können in Arme, Schultern, Rücken, Oberbauch, Hals oder Kiefer ausstrahlen. Weitere mögliche Herzinfarkt-Symptome sind Atemnot, kalter Schweiß, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und ausgeprägte Unruhe. Bei Frauen, älteren Menschen und Menschen mit Diabetes können Brustschmerzen schwächer ausgeprägt sein oder fehlen.
Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt musst Du in Österreich sofort die Rettung unter 144 rufen. Warte nicht ab und fahre nicht selbst ins Krankenhaus. Bleibe bei der betroffenen Person und befolge die Anweisungen der Leitstelle. Ist sie bewusstlos und atmet nicht normal, beginne sofort mit der Wiederbelebung und nutze einen verfügbaren Defibrillator.
Ein Herzinfarkt wird anhand der Beschwerden, eines EKGs, wiederholter Troponinmessungen und gegebenenfalls bildgebender Untersuchungen festgestellt. Ein erhöhter Troponinwert allein reicht für die Diagnose eines Herzinfarkts nicht aus. Zusätzlich müssen Hinweise auf eine akute Minderdurchblutung des Herzmuskels vorliegen.
Bei einem Herzinfarkt versuchen Ärzte, die Durchblutung des Herzmuskels möglichst schnell wiederherzustellen. Meist erfolgt dazu eine Herzkatheterintervention, bei der das verschlossene Gefäß geöffnet und häufig ein Stent eingesetzt wird. Unter bestimmten Voraussetzungen kann bei einem STEMI eine medikamentöse Auflösung des Blutgerinnsels notwendig sein. Hinzu kommen Medikamente, Rehabilitation und die konsequente Behandlung der Herz-Kreislauf-Risikofaktoren.
- Gesundheitsinformation, “Anzeichen eines Herzinfarktes”, https://www.gesundheitsinformation.de/... (Abrufdatum: 15.09.2026)
- Bahrmann, P. Akuter Brustschmerz, “ST-Hebungen — und doch kein Herzinfarkt”, Geriatrie-Report, S. 12-16.
- Gaul, D. G. (2020), “Herzinfarkt Vorbeugen – behandeln – im Alltag aktiv bleiben”, In Gesund werden. Gesund bleiben. Band 1. Wien: MedMedia Verlag und Mediaservice Ges.m.b.H.
- Gesundheit.gv.at, “Herzinfarkt – was ist das?”, https://www.gesundheit.gv.at/... (Abrufdatum: 15.09.2026)
- MMW – Fortschritte der Medizin, “Herzinfarkt-Symptome: Unterschiede zwischen Mann und Frau?”, S. 3.
- Leiner, P., “Langes Stillen senkt Herzinfarkt- und Schlaganfallrate bei Mama”, Info Diabetologie, S. 11.
- Medizinische Universität Wien, “Neue Erkenntnisse zur Prävention von Herzinfarkt und Schlaganfall”, https://www.meduniwien.ac.at/... (Abrufdatum: 15.09.2026)
- Herzstiftung, “So erkennen Sie schnell einen Herzinfarkt”, https://herzstiftung.de/... (Abrufdatum: 15.09.2026)
- von Knobelsdorff, F., “OCT und MRT zur Ursachenklärung bei MINOCA”, Der Kardiologe, S. 237-239.







