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Künstliche Intelligenz (KI) verändert das Gesundheitswesen spürbar und hält zunehmend Einzug in den Klinikalltag. Besonders im Bereich der medizinischen Dokumentation entstehen neue digitale Lösungen, die Arbeitsprozesse vereinfachen, Zeit sparen und Fachpersonal entlasten.
In Tirol wurde erstmals ein KI-gestützter Entlassungsbrief ausgestellt – ein wichtiger Meilenstein für die digitale Patientenkommunikation. Dieses Beispiel zeigt, wie moderne Technologien Verwaltungsabläufe optimieren und gleichzeitig die Verständlichkeit medizinischer Informationen für Patienten verbessern können. Der folgende Artikel erklärt, wie KI-Entlassungsbriefe funktionieren, welche Chancen und Risiken sie mit sich bringen und worauf beim Einsatz besonders zu achten ist.
Das musst Du zum ersten KI-Entlassungsbrief wissen
- In Tirol wurde erstmals ein KI-gestützter Entlassungsbrief eingesetzt – Ein Meilenstein für die digitale Patientenkommunikation.
- Die KI erstellt aus vorhandenen Behandlungsdaten automatisch einen Entwurf des Entlassungsbriefs, häufig in einer laienverständlichen Version für Patienten und einer fachlichen Version für Ärzte.
- Für Pflegekräfte reduziert der KI-Entlassungsbrief zeitaufwendige Dokumentations- und Schreibarbeiten, sodass mehr Zeit für direkte Pflege und Patientenkontakt bleibt.
- Trotz Automatisierung bleibt die medizinische Verantwortung vollständig beim ärztlichen und pflegerischen Personal, das jeden Entlassungsbrief prüft, korrigiert und final freigibt.
- Wichtig sind klare Regeln zu Datenschutz, IT-Sicherheit, Qualitätssicherung und Fortbildungen, damit KI-Entlassungsbriefe sicher und verantwortungsvoll genutzt werden können.
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Was ist ein KI-Entlassungsbrief?
Ein KI-Entlassungsbrief ist ein digital erstellter medizinischer Entlassungsbrief, bei dem künstliche Intelligenz das ärztliche und pflegerische Personal unterstützt. Grundlage sind sogenannte Large Language Models (LLM). Diese Systeme werden mit einer Vielzahl bestehender Arzt- und Entlassungsbriefe trainiert und lernen dadurch, medizinische Inhalte strukturiert, konsistent und verständlich zu formulieren.
In der Praxis kann die KI begonnene Sätze sinnvoll vervollständigen oder automatisch eine Epikrise erstellen, indem sie relevante Behandlungsdaten wie Diagnosen, Therapien und Befunde zusammenführt. Im Unterschied zum klassischen, vollständig manuell verfassten Entlassungsbrief reduziert der KI-Entlassungsbrief den Schreibaufwand erheblich. Gleichzeitig kann er patientenfreundlicher formuliert sein, da komplexe medizinische Fachbegriffe verständlicher erklärt werden. Die medizinische Verantwortung bleibt dabei jederzeit beim Fachpersonal.
Erleichterungen für Deinen Arbeitsalltag
Der Arbeitsalltag von Pflegekräften ist geprägt von Zeitdruck, Personalmangel und zahlreichen organisatorischen Aufgaben. Besonders rund um Entlassungen fallen täglich zahlreiche Entlassungsbriefe an, die die Pflegekräfte vorbereiten, kontrollieren oder ergänzen müssen. Diese Tätigkeiten sind zeitintensiv, oft monoton und zugleich fehleranfällig – vor allem wenn mehrere Entlassungen gleichzeitig stattfinden. Laut Angaben des Bezirkskrankenhauses St. Johann in Tirol entstehen im stationären Bereich bis zu 100 Entlassungsbriefe pro Tag, im ambulanten Bereich sogar bis zu 500.
Die Pflegekräfte verbringen dadurch viel Zeit mit administrativen Tätigkeiten, die von der direkten Patientenbetreuung ablenken. Durch den Einsatz von KI-Unterstützung bei Entlassungsbriefen werden Informationen strukturiert vorab aufbereitet und können später schneller zu einem Entwurf zusammengeführt werden. Das spart Zeit, reduziert die Arbeitsbelastung und ermöglicht es Dir, Dich wieder stärker auf die direkte Pflege und den persönlichen Kontakt mit Patienten zu konzentrieren. Ärzte wiederum werden von zeitintensiven administrativen Tätigkeiten entlastet und gewinnen mehr Zeit für die medizinische Versorgung.
Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, Entlassungsbriefe automatisch in verschiedene Fremdsprachen zu erstellen. Das verbessert die Verständlichkeit für Patienten und erleichtert die Kommunikation erheblich.
Worauf musst Du achten?
Trotz der Vorteile gibt es beim Einsatz von KI-Entlassungsbriefen wichtige Punkte zu beachten. Künstliche Intelligenz ersetzt keine medizinische Expertise. Die fachliche und rechtliche Verantwortung liegt weiterhin vollständig bei den Ärzten, die jeden Entlassungsbrief vor der Weitergabe sorgfältig prüfen und freigeben müssen. Viele Ärzte und Pflegekräfte wünschen sich mehr Aufklärung und gezielte Fortbildungen im Umgang mit KI-Systemen, um diese sicher und verantwortungsvoll einsetzen zu können.
Ein zentraler Punkt ist zudem der Datenschutz. Gesundheitsdaten zählen zu den sensibelsten personenbezogenen Informationen. Deshalb solltest Du die eingesetzte KI ausschließlich innerhalb der Krankenhausinfrastruktur nutzen und keine Daten nach außen weitergeben. Auch rechtliche Rahmenbedingungen spielen eine große Rolle. Der EU-AI-Act definiert klare Regeln für den Einsatz von KI im Gesundheitsbereich fest und soll Sicherheit, Transparenz und den Schutz von Patienten gewährleisten. So darf KI nicht in die gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Arzt und Patient eingreifen. Medizinische Entscheidungen müssen weiterhin auf persönlicher Beratung, Erfahrung und Vertrauen beruhen.
Weitere Informationen zu den Chancen und Risiken von KI in der Pflege gibt es hier.
Ausblick: KI im Gesundheitswesen der Zukunft
Der Ausblick für Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen ist vielversprechend. In Zukunft wird KI voraussichtlich auch in weiteren Bereichen eingesetzt, zum Beispiel bei der medizinischen Dokumentation, der Zusammenfassung von Befunden oder der Vorbereitung von Therapieentscheidungen.
Entscheidend bleibt dabei, dass KI das medizinische Personal unterstützt und nicht ersetzt. Mit klaren rechtlichen Rahmenbedingungen, ausreichender Schulung und einem verantwortungsvollen Einsatz kann KI dazu beitragen, Arbeitsabläufe nachhaltig zu verbessern und die Qualität der Patientenversorgung langfristig zu erhöhen.
Passende Jobs im Gesundheitswesen
Passende Jobs im Gesundheitswesen gibt es bei Medi-Karriere. Hier gibt es Jobs als DGKP, Stellenangebote als Pflegeassistent, Pflegefachkraft-Jobs und viele mehr.
Häufige Fragen
- Wie kann ich mit KI einen Arztbrief erstellen?
- Kann KI einen Arztbrief übersetzen?
- Was steht im Entlassungsbrief?
Zur Erstellung eines Arztbriefes können KI-gestützte Systeme eingesetzt werden, die speziell auf medizinische Texte trainiert sind. Pflegekräfte oder Ärzte geben relevante Behandlungsinformationen ein, aus denen die KI einen strukturierten Entwurf erstellt. Dieser Entwurf muss anschließend sorgfältig geprüft und freigegeben werden.
Ja, KI kann Arztbriefe in verschiedene Fremdsprachen übersetzen. Dabei werden medizinische Fachbegriffe korrekt übernommen und Inhalte patientenfreundlich aufbereitet, was Verständlichkeit und Kommunikation für Patientinnen und Patienten deutlich verbessert.
Im Entlassungsbrief stehen unter anderem Diagnosen, durchgeführte Behandlungen, Befunde, Medikamente, Empfehlungen für die Nachsorge und Hinweise zur weiteren medizinischen Betreuung.
- ORF, “Erstmals Patientenbriefe mit KI erstellt”, https://tirol.orf.at/... (Abrufdatum: 16.03.2026)
- Krankenhaus St. Johann in Tirol, “Erster patientenfreundlicher KI-gestützter Entlassungsbrief im Bezirkskrankenhaus St. Johann in Tirol”, https://www.khsj.at/... (Abrufdatum: 16.03.2026)
- It4med, “KI in der Arztpraxis: Entlastung durch mehr Effizienz”, https://it4med.at/... (Abrufdatum: 16.03.2026)
- WKO, “AI Act – Die KI-Verordnung der EU”, https://www.wko.at/... (Abrufdatum: 16.03.2026)


