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Nachdem sich bereits im Jahr 2023 überdurchschnittlich viele Menschen in Österreich mit Masern infiziert haben, kam es auch 2024 und 2025 zu zahlreichen Erkrankungen. Österreich gilt inzwischen wieder als Land mit etablierter Masernübertragung. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und auch Menschen zu schützen, die nicht geimpft werden können, appelliert die Ärztekammer an die Bevölkerung, Impflücken zu schließen. Dieser Artikel nennt Gründe für das Auftreten von Masern in Österreich und klärt über Folgen der Erkrankung und die Impfung gegen Masern auf.
Das Wichtigste zu Masern in Österreich in Kürze
- Masern sind hoch ansteckend und können auch bei Jugendlichen und Erwachsenen schwer verlaufen.
- Zu den möglichen Komplikationen gehören Mittelohrenentzündung, Lungenentzündung und Gehirnentzündung.
- In Österreich werden zwei Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) ab dem vollendeten 9. Lebensmonat empfohlen.
- Fehlende MMR-Impfungen können in jedem Lebensalter nachgeholt werden. Die Impfung ist im öffentlichen Impfprogramm kostenfrei erhältlich.
- Bei Masernverdacht solltest Du eine Ordination oder ein Spital vor einem Besuch telefonisch kontaktieren.
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Masern: Zahlen und Fakten
Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) verzeichnet für 2026 bislang neun bestätigte oder wahrscheinliche Masernerkrankungen (Stand September 2026). Damit liegt die bisherige Fallzahl deutlich unter den 152 Fällen im Jahr 2025 und den 542 Fällen im Jahr 2024. Das zeigt: Masern treten in Österreich weiterhin auf, wenn auch nicht mehr in so großer Zahl wie in den Vorjahren. Ende Jänner 2026 wurde bekannt, dass Österreich seinen Masern-Eliminationsstatus verloren hat. Der Aufruf zur Impfung bleibt jedoch bestehen.
Masern: Ursachen und begünstigende Faktoren für eine Infektion
Die Ansteckungen mit Masern sind auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Dazu gehören Impflücken bei Kindern und Erwachsenen. Bei einigen Kinderjahrgängen könnten auch während der COVID-19-Pandemie versäumte Impfungen eine Rolle spielen. Wo viele Menschen keinen ausreichenden Schutz haben, kann sich das Virus rasch ausbreiten. Erkrankte sind zudem bereits Tage vor dem Auftreten des klassischen Masern-Ausschlags hochansteckend und befördern die Viren beim Ausatmen in die Luft, wo sie in infektiösen Partikeln eine Zeit lang verbleiben können, bis sie von einer weiteren Person eingeatmet werden.
Masern: Klinische Symptome und Langzeitfolgen
Eine Infektion mit Masern kann sehr variabel verlaufen. Die Symptomschwere hängt unter anderem von der Funktion des Immunsystems ab. Viele Erkrankungen verlaufen zunächst wie fieberhafte Erkältungsinfekte, im Rahmen derer die Betroffenen letztlich den Hautausschlag entwickeln. Häufige Komplikationen der Infektion sind Mittelohrenentzündungen und Lungenentzündungen. In seltenen Fällen tritt eine Entzündung des Gehirns, die Masern-Enzephalitis, auf. Sie geht mit Krampfanfällen und möglicherweise mit bleibenden Schäden einher.
Eine seltene, aber besonders dramatische Erkrankung, die sich vor allem nach einer Masern-Infektion im ersten Lebensjahr entwickeln kann, ist die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE). Hierbei kommt es erst Jahre nach der Maserninfektion zum kontinuierlichen Zerfall des Gehirns. Dieser kann nicht ursächlich behandelt werden, die SSPE verläuft immer tödlich.
Nach einer Masern-Infektion ist das immunologische Gedächtnis beeinträchtigt. Dadurch kann das Risiko für weitere Infektionskrankheiten über längere Zeit erhöht sein.
Masern: Impfung ist die beste Präventionsmaßnahme
Die Impfung gegen Masern existiert seit vielen Jahren und kann mit einer ausreichend hohen Durchimpfungsrate von mindestens 95 Prozent mit zwei Dosen eine Ausrottung der Masernviren ermöglichen, für die der Mensch den einzigen Wirt darstellt. Es handelt sich um eine Lebendimpfung im Rahmen eines Kombinationsimpfstoffes. Sie ist in Österreich im öffentlichen Impfprogramm kostenlos erhältlich und für Säuglinge ab dem vollendeten neunten Lebensmonat empfohlen.
Wird erstmals im ersten Lebensjahr geimpft, folgt die zweite Dosis drei Monate später. Bei einer Erstimpfung ab dem vollendeten ersten Lebensjahr beträgt der Impfabstand mindestens vier Wochen. Dabei sollte die zweite Gabe bei Eintritt in die Kinderbetreuungseinrichtung bereits erfolgt sein. Nach zwei Impfungen besteht bei den meisten Menschen ein langanhaltender Schutz; ein geringer Anteil spricht auch nach zwei Dosen nicht ausreichend auf die Impfung an.
Auch eine postexpositionelle Impfung, also eine Impfung nach Kontakt zu einer infizierten Person, kann das Auftreten der Erkrankung verhindern oder deren Verlauf abmildern. Die größte Erfolgsaussicht besteht, wenn sie innerhalb von 72 Stunden nach dem ersten infektiösen Kontakt erfolgt. Nach einem Masernkontakt sollte deshalb umgehend medizinisch abgeklärt werden, welche Maßnahme für die betroffene Person infrage kommt.
Auftreten von Masern nach der Impfung
Das Auftreten von Impfmasern führt häufig zu Verunsicherung bei Eltern betroffener Kinder. Es handelt sich um einen Hautausschlag, der nach der Masern-Kombinationsimpfung auftreten kann und teils mit Fieber einher geht. Er ist darauf zurückzuführen, dass der Impfstoff abgeschwächte Masernviren enthält. Allerdings sind Impfmasern nicht ansteckend und lösen keine Maserinfektion durch Wildviren aus.
Impflücken sind besonders für Säuglinge problematisch, die noch nicht regulär gegen Masern geimpft werden können. Ein möglichst gut geschütztes Umfeld senkt ihr Ansteckungsrisiko.
Positiver Begleiteffekt der Impfung: Röteln-Schutz
Die Kombinationsimpfung gegen Masern beinhaltet auch den Röteln-Impfstoff. Röteln können ebenfalls bei einer Infektion in der Schwangerschaft schwere Schäden des ungeborenen Kindes auslösen. Daher wird auch die zweifache Impfung gegen Röteln dringend angeraten.
Masern: Entwicklung der Erkrankung und Prognose
Mit dem Abflauen der Corona-Pandemie ist es nicht nur in Österreich, sondern weltweit zu einem vermehrten Auftreten von Masern gekommen. Auch für Österreich zeigen die Entwicklungen der vergangenen Jahre, wie schnell sich Masern bei bestehenden Impflücken wieder ausbreiten können. Eine konsequente Durchimpfung der Bevölkerung besitzt somit das Potenzial, viele Leben zu retten und die Viren langfristig zurückzudrängen.
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Häufige Fragen zu Masern
- Wie oft sollte ich mich in Österreich gegen Masern impfen lassen?
- Kann ich eine fehlende Masernimpfung als Erwachsener in Österreich nachholen?
- Was sollte ich nach Kontakt mit einer an Masern erkrankten Person tun?
- Was sollte ich bei Masernverdacht in Österreich beachten?
In Österreich werden zwei Dosen des Masern-Mumps-Röteln-Impfstoffs empfohlen. Die erste Dosis ist ab dem vollendeten 9. Lebensmonat vorgesehen. Erfolgt sie noch im ersten Lebensjahr, folgt die zweite Dosis drei Monate später. Ab dem vollendeten ersten Lebensjahr beträgt der Mindestabstand vier Wochen.
Ja. Fehlende MMR-Impfungen kannst Du in jedem Lebensalter nachholen. Wenn zwei Impfungen nicht dokumentiert sind oder Dein Schutz unklar ist, lass Deinen Impfstatus prüfen. Die MMR-Impfung steht in Österreich kostenfrei zur Verfügung.
Lass umgehend medizinisch klären, ob Du ausreichend geschützt bist und ob eine Impfung nach dem Kontakt infrage kommt. Ihre größte Erfolgsaussicht besteht innerhalb von 72 Stunden nach dem ersten infektiösen Kontakt. Für bestimmte Risikopersonen können andere Schutzmaßnahmen notwendig sein.
Kontaktiere eine Arztordination oder ein Spital vor Deinem Besuch telefonisch. So kann das medizinische Personal Vorsichtsmaßnahmen treffen und Ansteckungen im Wartebereich vermeiden.
- Gesundheit.gv.at, “Masern: Ärztekammer ruft zum Impfen auf”, https://www.gesundheit.gv.at/... (Abrufdatum: 24.09.2026)
- AGES, “Masernfälle 2024 in Österreich”, https://www.ages.at/... (Abrufdatum: 24.09.2026)
- Gesundheit.gv.at, “MMR-Impfung: Masern-Mumps-Röteln”, https://www.gesundheit.gv.at/... (Abrufdatum: 24.09.2026)
- Sozialministerium, “Impfplan 2026 /2027”, https://www.sozialministerium.at/... (Abrufdatum: 24.09.2026)
- RKI, “Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Schutzimpfung gegen Masern, https://www.rki.de/... (Abrufdatum: 24.09.2026)







