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Mit der steigenden Lebenserwartung der Menschen in westlichen Ländern nimmt die Anzahl der Patienten mit Arthrose stetig zu. In Österreich gilt die Arthrose bereits heute als häufigste Erkrankung des Bewegungs- und Stützapparates. Arthrose ist auch in Österreich weit verbreitet. Sie kann unter anderem das Hüftgelenk betreffen. Dieser Beitrag beleuchtet Symptome, Ursachen, Behandlung und Prävention der Hüftarthrose – im Fachjargon Coxarthrose genannt. Dabei werden auch Nutzen und Risiken eines künstlichen Hüftgelenks diskutiert.
Das Wichtigste zur Coxarthrose in Kürze
- Coxarthrose ist eine Arthrose des Hüftgelenks. Dabei verändern sich der Gelenkknorpel und weitere Gelenkstrukturen.
- Typisch sind Schmerzen in der Hüfte oder Leiste, Anlaufschmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit. Beschwerden können auch ins Bein oder Knie ausstrahlen.
- Die Behandlung beginnt meist mit regelmäßiger Bewegung, gezielten Übungen und Physiotherapie. Bei Bedarf kommen zeitlich begrenzt Schmerzmittel hinzu.
- Eine bestehende Hüftarthrose lässt sich nicht rückgängig machen. Wie sich die Beschwerden entwickeln, ist aber individuell verschieden.
- Ein künstliches Hüftgelenk kommt vor allem bei starken Einschränkungen infrage, wenn nicht operative Behandlungen nicht ausreichend helfen.
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Coxarthrose – Definition
Bei einer Hüftarthrose beziehungsweise Coxarthrose wird der schützende Knorpel im Hüftgelenk dünner und verändert sich. Auch der angrenzende Knochen und andere Gelenkstrukturen können betroffen sein. Typische Folgen sind Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit; die Beschwerden sind jedoch von Person zu Person unterschiedlich. Erste Beschwerden zeigen sich häufig zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr, die Prävalenz ist mit zunehmendem Alter steigend.
Formen von Arthrose
Arthrose kann entweder ein einzelnes Gelenk betreffen oder gleichzeitig in mehreren Gelenken auftreten. Die am häufigsten von Knorpelschäden betroffenen Gelenke sind auch die am stärksten beanspruchten. Eine Arthrose im Knie ist mit über 50 Prozent das häufigste Lokalisationsgelenk, danach folgen Hand- und Fingergelenke. Bei dieser Art von Arthrose sind meist das Daumensattelgelenk (Rhizarthrose) und die Fingermittelgelenke (Bouchard-Arthrose) betroffen. Aber auch Hüftarthrose und Schulterarthrose sind weit verbreitet.
Coxarthrose – Symptome
Die Beschwerden bei einer Hüftarthrose beginnen meist schleichend. Zunächst treten die Schmerzen nur nach längerer körperlicher Belastung auf, zum Beispiel nach längerem Gehen oder Treppensteigen. Später sind Schmerzen auch in Ruhe möglich, beispielsweise beim Sitzen, im Liegen oder im Schlaf.
Symptome einer beginnenden Coxarthrose sind unter Anderem:
- Schmerzen im Bereich der Hüfte
- Morgensteifigkeit
- Ausstrahlen des Schmerzes ins Gesäß, in die Innenseiten der Oberschenkel oder in die Knie
- Stechen in der Leistengegend
- „Anlaufschmerz“, das heißt der Schmerz in der Hüfte besteht nur zu Beginn einer Bewegung
- „knirschende“ Geräusche bei Bewegung des Gelenks
Bei fortgeschrittener Coxarthrose können Schmerzen auch in Ruhe oder nachts auftreten und Alltagsbewegungen deutlich erschweren. Das Hüftgelenk reagiert empfindlich auf Druck, die Bewegungsfähigkeit und Lebensqualität der betroffenen Personen ist deutlich eingeschränkt.
Coxarthrose – Ursachen
Bei einer primären Coxarthrose lässt sich keine einzelne Ursache feststellen. Eine sekundäre Coxarthrose kann im Zusammenhang mit einer bestehenden Hüfterkrankung, Fehlstellung oder früheren Verletzung entstehen. Auch Alter, körperliche Belastung und weitere Faktoren beeinflussen das Risiko. Sekundäre Formen können dabei vor allem beim Vorliegen angeborener Fehlbildungen des Hüftgelenks (Dysplasien), bei einem Abrutschen des Hüftkopfes beim Kind (Epiphyseolysis), bei Hüftkopfnekrose, bei Infektionen oder rheumatischen Erkrankungen des Hüftgelenks, bei Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, bei starker Belastung des Hüftgelenks durch schwere körperliche Arbeit oder bei starkem Übergewicht entstehen.
Diagnosestellung
Häufig kann die Diagnose einer Hüftarthrose bereits anhand typischer Beschwerden und der körperlichen Untersuchung festgestellt werden. Weitere Untersuchungen, wie Röntgen, CT / MRT oder eine Blutuntersuchung, sind bei Verdacht auf Hüftarthrose nur bedingt aussagekräftig. Sie können aber dazu beitragen, andere mögliche Erkrankungen, wie Gicht oder Rheuma, auszuschließen.
Begleiterkrankungen
Eine Hüftarthrose ist meist mit anderen arthrotischen Beschwerden vergesellschaftet (zum Beispiel der Gonarthrose). Ebenso ist Osteoporose eine häufige Begleiterkrankung von Personen mit Coxarthrose. Auch Fehlbildungen (Hüftdysplasie) und Frakturen (Oberschenkelhalsbruch) begünstigen die Hüftarthrose und finden sich daher gehäuft in der Krankengeschichte.
Coxarthrose – Behandlung
Die Behandlung einer Coxarthrose richtet sich vorrangig nach den individuellen Beschwerden der Betroffenen. Meistens stehen dabei nicht-operative Maßnahmen im Mittelpunkt. Bringen diese keinen zufriedenstellenden Erfolg, oder ist die Hüftarthrose bereits weit fortgeschritten, kann eine Operation der Hüfte mit dem Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks in Frage kommen. Die folgende Tabelle stellt die Behandlungsmöglichkeiten bei Coxarthrose überblicksartig dar.
| Maßnahme | Ziel und Einordnung |
|---|---|
| Bewegung und Physiotherapie | Muskelkraft und Beweglichkeit verbessern sowie Schmerzen lindern. Das Training wird individuell angepasst. |
| Gewichtsreduktion bei Übergewicht | Die Belastung des Hüftgelenks reduzieren und die Behandlung unterstützen. |
| Gehhilfen und Alltagshilfen | Das Gelenk entlasten und Alltagsbewegungen erleichtern. |
| Entzündungshemmende Schmerzmittel | Beschwerden lindern. Auswahl und Anwendungsdauer richten sich nach individuellen Risiken. |
| Kortisoninjektion | Kann in ausgewählten Fällen kurzfristig Schmerzen und Funktion verbessern. |
| Künstliches Hüftgelenk | Kommt bei erheblicher Einschränkung und unzureichender Wirkung konservativer Maßnahmen infrage. |
Nicht-operative Therapien
Die nicht operative Behandlung soll Schmerzen lindern, die Beweglichkeit erhalten oder verbessern und Betroffenen helfen, im Alltag aktiv zu bleiben. Im Rahmen begleitender sekundärprophylaktischer Maßnahmen kann ein Fortschreiten der Arthrose so verlangsamt werden. Zur nicht medikamentösen Behandlung zählen vor allem regelmäßige Bewegung, gezielte Übungen und Physiotherapie. Bei Bedarf können Hilfsmittel den Alltag erleichtern. Für Akupunktur bei Hüftarthrose ist ein Nutzen wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Bei Bedarf können entzündungshemmende Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR zeitlich begrenzt eingesetzt werden. Ob ein Medikament geeignet ist, hängt unter anderem von Begleiterkrankungen und möglichen Nebenwirkungen ab. Opioide kommen nur in besonderen Fällen und möglichst kurzzeitig infrage. Wissenschaftlich unklar ist die Wirkung von Stoffen wie Hyaluronsäure, Teufelskralle, Avocado- und Sojaöl, oder Brennessel, die oft als „Hausmittel“ bei Hüftarthrose zum Einsatz kommen.
Operative Therapien
Wenn nicht-operative Therapien keinen Erfolg bringen, kann eine Operation des Hüftgelenks in Erwägung gezogen werden. Ob eine Indikation hierfür besteht, hängt unter Anderem von der zugrunde liegenden Ursache der Hüftarthrose, dem Alter der Patienten und dem individuellen Leidensdruck ab.
Bei bestimmten Fehlstellungen oder anderen klar abgrenzbaren Ursachen können gelenkerhaltende Eingriffe im Einzelfall infrage kommen. Ob eine Gelenkspiegelung bei Hüftarthrose selbst wirksam ist, ist wissenschaftlich unklar.
Bei fortgeschrittener Coxarthrose kann eine Hüfttotalendoprothese infrage kommen, wenn starke Schmerzen oder Einschränkungen bestehen und nicht operative Behandlungen nicht ausreichend helfen. Die Entscheidung wird gemeinsam mit dem behandelnden Arzt getroffen.
Künstliches Hüftgelenk
Der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks bringt für die meisten Betroffenen eine Linderung der Schmerzen und eine Verbesserung der Lebensqualität. Das Ziel ist der Erhalt des natürlichen Drehzentrums und eine freie Beweglichkeit der Hüfte. Bei Coxarthrose wird bei einem Gelenkersatz in der Regel eine Hüfttotalendoprothese eingesetzt. Dabei werden der Hüftkopf und die Gelenkpfanne durch künstliche Komponenten ersetzt.
Verwendung von Zement
Bei Hüftprothesen kann mit oder ohne Zement gearbeitet werden. Eine Zementierung der Prothese verleiht eine größere Stabilität, erschwert aber den Prothesenwechsel. Daher wird eine zementfreie TEP vorwiegend bei jüngeren Patienten eingesetzt.
Generell sollte hierbei gelten: Der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks in einer Operation erfolgt nur, wenn Therapiemöglichkeiten und Schmerzmittel nicht ausreichend wirken und die Hüftarthrose bereits stark fortgeschritten ist.
Mögliche Komplikationen
Bei einer Hüftgelenksersatzoperation kann es einerseits zu Akutkomplikationen, wie Infektionen oder Thrombosen kommen. Um dies zu verhindern, erhalten Patienten vorbeugend Antibiotika und Injektionen mit blutverdünnenden Medikamenten. Beim Einsetzen des Prothesenschafts in den Knochen kann es zudem zu Knochenbrüchen kommen.
Andererseits kann es auch Spätkomplikationen geben. Eine Lockerung oder Verschiebung der Prothese kann langfristig eine erneute Operation erforderlich machen. Die meisten Hüftprothesen bleiben jedoch über viele Jahre intakt. Auch das Risiko einer Gelenksverrenkung des Hüftkopfs ist bei einem künstlichen Hüftgelenk höher als bei einem normalen Hüftgelenk. Eine besondere Spätkomplikation ist die Myositis ossificans, bei der es zu einer Weichteil- und Muskelverknöcherung rund um das Hüftgelenk kommt.
Nachsorge bei einem künstlichen Hüftgelenk
Nach einer Hüftgelenksersatzoperation muss der Prothesensitz röntgenologisch überprüft werden. Zur Vorbeugung von Blutgerinnseln wird nach der Operation eine Thromboseprophylaxe durchgeführt. Ob zusätzlich Medikamente gegen eine Verknöcherung des Gewebes um die Hüfte nötig sind, entscheidet das Behandlungsteam individuell.
Bereits kurz nach der Operation kann im Spital die Frühmobilisation (Stehen, Gehen) begonnen werden. Unter Anleitung eines Physiotherapeuten führen die Patienten Übungen durch, um das Hüftgelenk zu bewegen und die Muskulatur um die Hüfte zu kräftigen. Außerdem erfahren sie, wie das Hüftgelenk richtig belastet und Bewegungen im Alltag hüftschonend ausgeführt werden können. Die meisten Patienten mit einem künstlichen Hüftgelenk gehen innerhalb von drei bis sechs Monaten wieder ihren gewohnten Alltagsaktivitäten nach.
Coxarthrose – Prognose
Der geschädigte Gelenkknorpel lässt sich durch die Behandlung nicht wiederherstellen. Wie sich die Beschwerden entwickeln, ist jedoch unterschiedlich. Bewegung und andere nicht operative Maßnahmen können Schmerzen lindern; bei entsprechender Indikation kann eine Hüfttotalendoprothese die Lebensqualität häufig deutlich verbessern. Wie lange eine Prothese hält und wie stark die Beschwerden zurückgehen, ist individuell verschieden.
Coxarthrose – Prävention
Bestimmte Verhaltensweisen können der Entstehung einer Hüftarthrose vorbeugen. Dazu zählt zunächst einmal die Vermeidung unphysiologischer, hüftbelastender Aktivitäten im Alltag. Statt Tennis oder Fußball sollten Sportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Nordic Walking gewählt werden. Denn diese sind allgemein gut für die Gelenke und verbessern deren Versorgung mit Nährstoffen.
Bei Übergewicht (BMI > 25) kann eine Anpassung des Ernährungsverhaltens helfen, das Körpergewicht – und damit die Belastung der Hüftgelenke – zu normalisieren. Schließlich führt auch die frühzeitige Behandlung von orthopädischen Erkrankungen, wie Fehlstellungen am Bewegungsapparat oder eine Beinlängendifferenz, zu einem sinkenden Risiko, eine Coxarthrose zu entwickeln.
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Häufige Fragen zur Coxarthrose
- Wie erkenne ich eine Coxarthrose?
- Ist Coxarthrose heilbar?
- Welche Bewegung ist bei einer Coxarthrose geeignet?
- Wann brauche ich bei Coxarthrose ein künstliches Hüftgelenk?
- Wohin wende ich mich in Österreich bei Verdacht auf Coxarthrose?
- Übernimmt die Krankenversicherung die Behandlung einer Coxarthrose in Österreich?
Eine Coxarthrose kann sich durch Schmerzen in der Leiste oder Hüfte, Anlaufschmerzen nach Ruhephasen und eine eingeschränkte Beweglichkeit bemerkbar machen. Auch Schmerzen im Oberschenkel oder Knie sind möglich. Ob tatsächlich eine Hüftarthrose vorliegt, klärt ein Arzt anhand Deiner Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung.
Bereits entstandene Gelenkschäden durch Coxarthrose lassen sich nicht rückgängig machen. Die Beschwerden können jedoch behandelt werden. Ziel ist, Schmerzen zu lindern und Deine Beweglichkeit möglichst gut zu erhalten.
Bei Coxarthrose kommen beispielsweise Radfahren, Schwimmen und individuell angepasste Kräftigungsübungen infrage. Welche Belastung zu Dir passt, hängt von Deinen Beschwerden und Deiner Beweglichkeit ab. Lass Dir bei Bedarf ein physiotherapeutisches Übungsprogramm zusammenstellen.
Eine Hüfttotalendoprothese kann sinnvoll sein, wenn Du starke Schmerzen oder erhebliche Einschränkungen im Alltag hast, die Arthrose deutlich nachgewiesen ist und geeignete nicht operative Behandlungen nicht ausreichend geholfen haben. Die Entscheidung triffst Du nach einer orthopädischen Untersuchung und Beratung gemeinsam mit dem behandelnden Arzt.
Eine erste Anlaufstelle ist Dein Hausarzt. Für die weitere Abklärung und Behandlung kannst Du Dich auch an einen Facharzt für Orthopädie wenden. Medizinisch notwendige und zweckmäßige Leistungen werden grundsätzlich von der zuständigen Sozialversicherung übernommen; je nach Leistung können Kostenbeiträge anfallen.
Medizinisch notwendige und zweckmäßige Diagnose- und Behandlungsmaßnahmen bei Coxarthrose werden grundsätzlich vom zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Je nach Leistung und Anbieter können Selbstbehalte oder Kostenbeiträge anfallen.
- Gesundheit.gv.at, “Hüftarthrose / Coxarthrose”, https://www.gesundheit.gv.at/... (Abrufdatum: 23.09.2026)
- AWMF,”S3-Leitlinie Evidenz- und konsensbasierte Indikationskriterien zur Hüfttotalendoprothese bei Coxarthrose (EKIT-Hüfte)”, https://register.awmf.org/... (Abrufdatum: 23.09.2026)
- Meinmed, “Arthrose”, https://www.meinmed.at/... (Abrufdatum: 23.09.2026)
- Kurier, “Abnützung der Gelenke: Arthrosen nehmen weltweit stark zu”, https://kurier.at/... (Abrufdatum: 23.09.2026)
- Mitschke Sanitätshaus, “Arthrose”, https://www.mitschke-sanitaetshaus.de/... (Abrufdatum: 23.09.2026)







