Inhaltsverzeichnis
Medizinisch-technische Berufe nehmen im österreichischen Gesundheitswesen eine zentrale Rolle ein. Fortschritte in Diagnostik, Therapie und Digitalisierung führen dazu, dass sich Aufgabenprofile stetig erweitern und spezialisieren. Um fachlich auf dem aktuellen Stand zu bleiben und neue berufliche Perspektiven zu erschließen, sind strukturierte Fort- und Weiterbildungen daher von großer Bedeutung. Je nach Vorqualifikation, Ausbildungsweg und beruflichem Ziel stehen unterschiedliche Weiterbildungsmöglichkeiten offen – von kurzen Zusatzqualifikationen bis hin zu akademischen Lehrgängen und Masterprogrammen. Mehr hierzu im folgenden Beitrag.
Inhaltsverzeichnis
Voraussetzungen für eine medizinisch-technische Weiterbildung
Die Voraussetzungen für eine Weiterbildung in medizinisch-technischen Berufen sind in Österreich nicht einheitlich, sondern richten sich nach beruflichem Status, Qualifikationsniveau und Art der Weiterbildung. Medizinisch-technische Berufe zählen zu den reglementierten Gesundheitsberufen, weshalb formale Kriterien zwingend erfüllt sein müssen. Zu den Voraussetzungen zählen unter anderem eine abgeschlossene Grundqualifikation, die Berufsberechtigung und Registrierung, eine aufrechte Berufsausübung und Berufserfahrung sowie die Fortbildungspflicht. Darüber hinaus sind zusätzliche Voraussetzungen bei akademischen Weiterbildungen zu erwähnen.
Abgeschlossene Grundqualifikation
Die wichtigste Voraussetzung für eine Weiterbildung in medizinisch-technischen Berufen ist eine abgeschlossene einschlägige Ausbildung oder ein Studium.
Je nach Berufsgruppe bedeutet das:
- bei gehobenen medizinisch-therapeutisch-diagnostischen Gesundheitsberufen (MTD): ein abgeschlossenes Bachelorstudium an einer österreichischen Fachhochschule (z. B. Biomedizinische Analytik, Radiologietechnologie, Physiotherapie)
- bei medizinischen Assistenzberufen: eine abgeschlossene Ausbildung gemäß Medizinische-Assistenzberufe-Gesetz (z. B. Labor-, Röntgen- oder Ordinationsassistenz)
Ohne eine solche Grundqualifikation ist eine Weiterbildung im medizinisch-technischen Bereich in der Regel nicht zugänglich.
Berufsberechtigung und Registrierung
Für die rechtmäßige Berufsausübung – und damit auch für viele Weiterbildungen – ist eine Registrierung im Gesundheitsberuferegister erforderlich.
Diese Registrierung bestätigt die gesetzliche Berufsberechtigung und ist Voraussetzung für die Tätigkeit im Gesundheitswesen. Zudem wird sie häufig auch von Weiterbildungsanbietern verlangt. Die Registrierung erfolgt über das Gesundheitsberuferegister und kann in vielen Fällen digital mit ID Austria durchgeführt werden.
Aufrechte Berufsausübung
Viele Weiterbildungen setzen voraus, dass die betreffende Person aktuell im Beruf tätig ist oder zumindest über eine aufrechte Berufsberechtigung verfügt, da die Inhalte meist auf praktischer Berufserfahrung aufbauen. Dies gilt insbesondere für:
- fachspezifische Spezialisierungen
- qualitäts- oder sicherheitsrelevante Fortbildungen
- praxisorientierte Weiterbildungsformate
Berufserfahrung (je nach Weiterbildung)
Nicht alle Weiterbildungen setzen Berufserfahrung voraus; für höherqualifizierende Angebote wird sie jedoch häufig erwartet. Typische Anforderungen sind unter anderem:
- ein bis zwei Jahre Berufserfahrung für spezialisierte Fortbildungen
- mehrjährige Berufserfahrung für:
- Leitungs- und Managementweiterbildungen
- Qualitätsmanagement
- Lehr- und Anleitungsfunktionen
Diese Anforderungen werden vom jeweiligen Anbieter festgelegt.
Fortbildungspflicht und CPD
Für viele medizinisch-technische Berufe besteht eine strukturierte Fortbildungspflicht, die im MTD-Bereich häufig über das CPD-System (Continuing Professional Development) abgebildet wird. CPD dient dabei als formaler Nachweis kontinuierlicher Fortbildung, dokumentiert die regelmäßige fachliche Aktualisierung sowie Maßnahmen der Qualitätssicherung und wird zunehmend von Arbeitgebern und Institutionen vorausgesetzt.
Zusätzliche Voraussetzungen bei akademischen Weiterbildungen
Für Masterstudiengänge oder Hochschullehrgänge gelten zusätzliche formale Kriterien.
In der Regel wird ein abgeschlossenes Bachelorstudium vorausgesetzt, häufig ergänzt durch definierte ECTS-Anforderungen. Je nach Hochschule können zudem ein Aufnahmegespräch oder ein Auswahlverfahren erforderlich sein; teilweise ist auch der Nachweis einschlägiger Berufserfahrung vorgesehen. Die konkreten Zugangsvoraussetzungen variieren je nach Hochschule und Studienangebot.
Weiterbildungen in medizinisch-technischen Berufen – mit Ausbildung
Für Personen mit einer abgeschlossenen Ausbildung im medizinisch-technischen oder assistierenden Bereich bestehen verschiedene Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung. In Österreich spielen dabei insbesondere die medizinischen Assistenzberufe eine wichtige Rolle, die gesetzlich geregelt sind und unter anderem Labor-, Röntgen- oder Ordinationsassistenz umfassen. Viele dieser Qualifizierungen zielen darauf ab, bestehende Kompetenzen zu vertiefen, zusätzliche Aufgabenbereiche zu übernehmen oder sich innerhalb des jeweiligen Tätigkeitsfeldes weiter zu spezialisieren. Weiterbildungen in diesem Bereich sind meist praxisnah aufgebaut und eng an den Berufsalltag angelehnt. Die Weiterbildungen werden in der Regel berufsbegleitend angeboten und ermöglichen eine kontinuierliche fachliche Weiterentwicklung parallel zur Berufstätigkeit.
So erweitern Röntgenassistenten ihre Kompetenzen häufig durch Zusatzqualifikationen im Strahlenschutz oder in der Geräteverantwortung und übernehmen dadurch erweiterte Aufgaben in der Bildgebung und Qualitätssicherung.
Als Laborassistent bieten sich beispielsweise Weiterbildungen in molekularbiologischen Verfahren, Labororganisation oder Qualitätsmanagement, wodurch sie stärker in diagnostische Prozesse eingebunden sind.
Stellenangebote
Weiterbildungen in medizinisch-technischen Berufen – mit Studium
Ein Großteil der medizinisch-technischen Berufe ist in Österreich akademisch organisiert, wobei die Ausbildung überwiegend über Bachelorstudiengänge an Fachhochschulen erfolgt. Darauf aufbauend bieten Masterstudiengänge und Hochschullehrgänge strukturierte Weiterbildungsmöglichkeiten für medizinisch-technische Berufe, die eine fachliche, organisatorische oder konzeptionelle Spezialisierung ermöglichen. Akademische Weiterbildungen eröffnen zudem Perspektiven in Lehre, Forschung oder Management im österreichischen Gesundheitswesen.
Medizintechniker können beispielsweise ein Masterstudium in Medizintechnik oder Biomedical Engineering absolvieren. Ergänzend dazu eröffnen Programme und Zertifikatskurse mit fachlichem Schwerpunkt, etwa in der medizinischen Bildgebung, der klinischen Ingenieurwissenschaft oder im Medizinproduktmanagement, weitere Möglichkeiten zur beruflichen Fortbildung.
Radiologietechnologen können ihr berufliches Profil gezielt über spezialisierte Masterstudiengänge erweitern, etwa in den Bereichen Digital Healthcare oder Applied Technologies for Medical Diagnostics. Ergänzend dazu besteht die Möglichkeit, einen einschlägigen Master-Lehrgang zu absolvieren, wie beispielsweise den Masterlehrgang Diagnostischer Ultraschall – Sonographie an der FH Wiener Neustadt, der vertiefte Kompetenzen in der sonographischen Diagnostik vermittelt und nach Abschluss dazu berechtigt gemäß MTD-Gesetz § 32 die Zusatzbezeichnung „Sonographer acc.“ zu führen.
Ergänzend vermitteln diese Studienformate häufig überfachliche Kompetenzen, etwa in wissenschaftlichem Arbeiten, Qualitätsmanagement, Projektsteuerung oder gesundheitsbezogenen Organisationsstrukturen. Viele dieser Weiterbildungsangebote sind berufsbegleitend konzipiert und lassen sich mit der praktischen Tätigkeit im Gesundheitswesen vereinbaren.
Stellenangebote
Weiterbildung in medizinisch-technischen Berufen – mit Zusatzqualifikation
Zusatzqualifikationen stellen eine flexible Form der beruflichen Weiterentwicklung dar und ergänzen die bestehende Ausbildung gezielt um spezifische Fachkompetenzen. Sie sind in der Regel berufsbegleitend organisiert und lassen sich gut mit der laufenden beruflichen Tätigkeit vereinbaren. Inhaltlich fokussieren sie häufig auf Fachspezialisierungen, Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen oder den Umgang mit neuen Technologien.
Typische Zusatzqualifikationen im medizinisch-technischen Bereich betreffen unter anderem folgende Themenfelder:
- Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen, etwa im Hinblick auf Qualitätssicherung, interne Audits oder Prozessoptimierung
- Hygiene- und Infektionsprävention, einschließlich gesetzlicher Vorgaben und innerbetrieblicher Standards
- Geräte- und Methodenverantwortung, beispielsweise für spezielle diagnostische oder technische Verfahren
- Strahlenschutz- und Sicherheitsqualifikationen im Rahmen bildgebender oder technischer Tätigkeiten
- Dokumentations- und Prozessmanagement, einschließlich rechtlicher Grundlagen und digitaler Dokumentationssysteme
- Anleitungs- und Schulungsfunktionen, etwa für die Einarbeitung neuer Mitarbeitender oder Auszubildender
Die Angebote sind meist modular aufgebaut und ermöglichen eine bedarfsorientierte, schrittweise Qualifizierung. Zusatzqualifikationen eignen sich damit insbesondere, um auf konkrete Anforderungen im Berufsalltag zu reagieren und das eigene Aufgabenprofil gezielt zu erweitern.
Weiterbildung in medizinisch-technischen Berufen – Quereinstieg
Für Personen, die einen beruflichen Wechsel in den medizinisch-technischen Bereich erwägen, ist zu beachten, dass ein direkter Quereinstieg in Österreich nur eingeschränkt möglich ist. Medizinisch-technische Berufe zählen zu den reglementierten Gesundheitsberufen und setzen eine klar definierte Ausbildung sowie eine entsprechende Berufsberechtigung voraus.
Realistische Zugangswege bestehen daher vor allem über medizinische Assistenzberufe, die einen strukturierten Einstieg in das Gesundheitswesen ermöglichen. Diese Ausbildungen vermitteln grundlegende fachliche, technische und organisatorische Kompetenzen und eröffnen erste Einsatzmöglichkeiten in medizinischen Einrichtungen. Innerhalb dieses Rahmens können weitere Qualifikationen und Spezialisierungen erworben werden, wobei sich die berufliche Entwicklung an den jeweils gesetzlich vorgesehenen Tätigkeitsbereichen orientiert.
Stellenangebote
Weiterbildungen in medizinisch-technischen Berufen – Perspektiven
Gezielte Weiterbildungen können die langfristigen Karriereperspektiven im medizinisch-technischen Bereich deutlich verbessern. Sie ermöglichen den Zugang zu spezialisierten Aufgaben und erweiterten Verantwortungsbereichen. Auch Tätigkeiten in Lehre, Qualitätssicherung oder Organisation werden dadurch zugänglicher. Je nach Art und Umfang der Weiterbildung können sich daraus auch Entwicklungsmöglichkeiten in leitenden Funktionen oder spezialisierten Rollen innerhalb von Gesundheitseinrichtungen ergeben. Weiterbildungen tragen somit wesentlich dazu bei, berufliche Entwicklung langfristig planbar zu gestalten und das eigene Tätigkeitsprofil an veränderte Anforderungen im Gesundheitswesen anzupassen.
Passende Jobs
Der österreichische Arbeitsmarkt bietet vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten für medizinisch-technische Fachkräfte. Typische Einsatzorte sind Krankenhäuser, Ambulanzen, Labore sowie Reha- und Forschungseinrichtungen. Passende Jobs gibt es bei Medi-Karriere, zum Beispiel Jobs als Operationstechnischer Assistent, Jobs als Radiologetechnologen und Jobs als Medizinisch Technische Fachkraft.
Häufige Fragen
- Welche Weiterbildungen gibt es für medizinisch-technische Berufe in Österreich?
- Welche Voraussetzungen gelten für eine medizinisch-technische Weiterbildung?
- Sind medizinisch-technische Weiterbildungen berufsbegleitend möglich?
- Welche Karrierechancen bieten Weiterbildungen im medizinisch-technischen Bereich?
In Österreich stehen medizinisch-technischen Fachkräften unterschiedliche Weiterbildungen offen, darunter fachliche Spezialisierungen, Zusatzqualifikationen, Hochschullehrgänge sowie Masterstudiengänge. Das Angebot reicht von praxisnahen Fortbildungen bis zu akademischen Programmen in Management, Qualitätssicherung oder Lehre.
Voraussetzung ist in der Regel eine abgeschlossene einschlägige Ausbildung oder ein Bachelorstudium in einem medizinisch-technischen Beruf. Zusätzlich werden häufig eine aufrechte Berufsberechtigung, die Registrierung im Gesundheitsberuferegister sowie je nach Weiterbildung Berufserfahrung verlangt.
Viele Weiterbildungen im medizinisch-technischen Bereich sind berufsbegleitend organisiert. Dadurch lassen sie sich gut mit der laufenden Berufstätigkeit vereinbaren und ermöglichen eine kontinuierliche fachliche und berufliche Weiterentwicklung.
Weiterbildungen eröffnen Zugang zu spezialisierten Aufgaben, erweiterten Verantwortungsbereichen sowie zu Tätigkeiten in Organisation, Qualitätssicherung, Lehre oder Management. Je nach Qualifikation sind auch leitende Funktionen im Gesundheitswesen möglich.




