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2025 hat den Pflegesektor in Österreich spürbar verändert: Mehr Anerkennung für die Belastungen des Pflegeberufs, mehr Verantwortung, Verlängerung von Pflegestipendium und Pflegezuschuss, und in vielen Bereichen mehr Geld. Dieser Jahresrückblick zeigt, welche wichtigen Entscheidungen in 2025 für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege geschaffen wurden und was diese für den Berufsalltag der Pflegekräfte bedeuten.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Pflegetätigkeiten werden in die Schwerarbeitsregelung aufgenommen. Pflegefachkräfte erhalten dadurch ab 2026 einige Privilegien.
- Beschäftigte, deren Gehälter im SWÖ-Kollektivvertrag geregelt sind, erhalten seit 01.01.2025 vier Prozent mehr Gehalt und mehr Zulagen.
- Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger erhalten seit 01.09.2025 mehr Kompetenzen.
- Das Pflegestipendium für FH-Ausbildungen wurde bis 31.08.2026 verlängert und der Budget-Rahmen erhöht.
- Der Pflegezuschuss wurde bis 31.12.2025 verlängert.
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Pflege-Rückblick 2025 – Mehr Geld im Pflege-Budget
2025 markierte in Österreich kein Jahr der kleinen Korrekturen. Vielmehr gab es einige elementare Weichenstellungen, die die Pflegetätigkeit mehr würdigen und den Berufseinstieg und Berufsalltag von Pflegekräften verbessern.
Das Pflege-Budget wurde aufgewertet. Mit 5,07 Milliarden Euro in 2025 und 5,26 Milliarden Euro in 2026 stehen dem Pflegesektor gute finanzielle Mittel aus öffentlicher Hand zu. Der Pflegefonds wurde auf 1,16 Milliarden Euro dotiert.
In der Budgetdebatte wurde dabei betont, dass die Pflege zu Hause stärker forciert werden soll. So sind alleine 117,6 Millionen Euro für die Unterstützung pflegender Angehöriger und weitere 126,4 Millionen Euro für die 24-Stunden-Betreuung und mobile Dienste eingeplant. Zudem soll die Pflege weiter digitalisiert werden: Künftig sollen auch Pflegedaten in der elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) abgebildet werden.
Pflege-Rückblick 2025 – Gehaltsplus und Pflegezuschuss
Ein großer Teil der Pflege- und Sozialbetreuungslandschaft orientiert sich am SWÖ-Kollektivvertrag. Dort ist festgehalten, dass Löhne / Gehälter sowie Zulagen und Zuschläge seit Jänner 2025 um 4,00 Prozent erhöht wurden. Zusätzlich wurde der Pflegezuschuss in Höhe von 135,50 Euro bis 31.12.2025 verlängert.
2025 als Signaljahr: Pflege kommt in die Schwerarbeitsverordnung
Eine der stärksten und relevantesten Weichenstellungen erfolgte im April 2025 mit der Ankündigung, dass Pflegekräfte in die Schwerarbeitsverordnung aufgenommen werden. Damit wird unter bestimmten Bedingungen ein vorzeitiger Pensionseintritt mit 60 Jahren möglich. Neben den körperlichen Belastungen sollen auch psychische Belastungen der Pflegetätigkeit stärker berücksichtigt werden. Die Schwerarbeits-Regelung gilt ab 01. Jänner 2026.
GuKG: Mehr Kompetenzen für DGKP ab 1. September 2025
Eine weitere elementare berufspolitischen Änderungen 2025 ist im GuKG § 15b verankert und seit 01.09.2025 in Kraft. Konkret geht es darum, dass die Kompetenz von Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegern gestärkt wird. DGKP sind nun zur Verordnung von Arzneimitteln in klar umrissenen pflegerischen Bereichen berechtigt. Darunter fallen etwa Nahrungsaufnahme, Körperpflege, oder Prophylaxe. Zusätzlich dürfen DGKP ärztlich angeordnete Arzneimittel weiterverordnen, solange die Situation das zulässt. Eine Änderung der ärztlichen Verordnung ist allerdings nicht erlaubt. Welche Arzneimittel konkret verordnet werden dürfen wird vom Bundesministerium geregelt.
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Pflege-Rückblick Verlängerung für FH-Ausbildungen im Pflegestipendium
Das Pflegestipendium bleibt 2025 ein zentraler Hebel gegen den Fachkräftemangel: Der Mindestbetrag liegt 2025 bei rund 1.606,80 Euro pro Monat, ausbezahlt in Tagsätzen. 2025 lagen die Tagessätze bei 53,56 Euro. Insbesondere Pflegeanwärter in teuren Ballungsräumen wie Wien oder Salzburg profitieren besonders von dem Tagesgeld. Zudem wurde das Pflegestipendium für FH-Ausbildungen um ein Jahr bis 31.08.2026 verlängert und der Budgetrahmen von 7 auf 20 Millionen Euro erhöht.
Pflege-Rückblick 2025 – Pflegegeld-Aufwertung und mehr Anspruchsberechtigte
Im Februar 2025 hatten 496.521 Personen Anspruch auf Pflegegeld – das sind mehr als je zuvor. Um den steigenden Versorgungsdruck meistern zu können, wurde das Pflegegeld erhöht. Es staffelt sich wie folgt:
- Stufe 1: 200,80 €
- Stufe 2: 370,30 €
- Stufe 3: 577,00 €
- Stufe 4: 865,10 €
- Stufe 5: 1.175,20 €
- Stufe 6: 1.641,10 €
- Stufe 7: 2.156,60 €
Fazit zum Pflege-Rückblick 2025
2025 hat politisch klar gemacht, dass Pflegearbeit – egal ob im Spital, im Pflegeheim, in der mobilen Pflege oder in der Begleitung von pflegebedürftigen Angehörigen – als dauerhaft hochbelastend anerkannt wird. Mehr finanzielle Mittel, klare Budgetprioritäten für die Pflege, sowie mehr Anerkennung für die starke Belastung (Schwerarbeitsregel und Gehaltsplus) sind klare Fortschritte für einen attraktiven und zukunftssicheren Pflegeberuf.
Passende Jobs in der Pflege
Passende Jobs in der Pflege findet man bei Medi-Karriere. Hier gibt es Jobs als Pflegeassistent, Stellenangebote als DGKP, Pflegehelfer-Stellen und viele mehr.
- Sozialministerium, “Pflegekräfte werden in die Schwerarbeitsverordnung aufgenommen”, https://www.sozialministerium.gv.at/... (letzter Zugriff am 17.12.2025)
- SWÖ, “SWÖ-Kollektivvertrag 2025”, https://www.swoe.at/... (letzter Zugriff am 17.12.2025)
- Rechtsinformationssystem des Bundes, “GuKG § 15b”, https://www.ris.bka.gv.at/... (letzter Zugriff am 17.12.2025)
- Puls 24, “Pflegestipendium für FH-Ausbildung wurde verlängert”, https://www.puls24.at/... (letzter Zugriff am 17.12.2025)
- Sozialministerium, “Pflegegeld”, https://www.sozialministerium.gv.at/... (letzter Zugriff am 17.12.2025)



