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Österreich plant bis 2030 einen umfassenden Ausbau der Gesundheits- und Primärversorgungszentren und setzt damit klar auf eine stärkere ambulante Versorgung. Bereits heute bilden diese Zentren eine tragende Säule des Gesundheitssystems und entlasten Spitäler spürbar. Bund, Länder und Sozialversicherung verfolgen das gemeinsame Ziel, medizinische Leistungen wohnortnah, effizient und interdisziplinär anzubieten. Besonders ländliche Regionen und wachsende Ballungsräume stehen dabei im Fokus der Strukturreformen. Längere Öffnungszeiten, neue Arbeitsmodelle und multiprofessionelle Teams sollen die Versorgung nachhaltig verbessern. Die folgenden Abschnitte zeigen den aktuellen Stand, die geplanten Zielwerte, die Finanzierung sowie die Bedeutung für Patienten und Personal im Überblick.
Der Ausbau der Gesundheitszentren kurz erklärt
• Aktuell bestehen 112 Primärversorgungseinheiten, darunter 14 Kinder-PVE.
• Bis 2030 sind österreichweit rund 233 bis 300 Zentren geplant.
• Schwerpunkte liegen auf ländlichen Regionen und Ballungsräumen wie Wien.
• Bund, Länder und Sozialversicherung finanzieren den Ausbau gemeinsam.
• Ziel ist die Entlastung der Spitäler, bessere Erreichbarkeit und moderne Arbeitsmodelle.
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Die aktuelle Versorgungslage in Österreich
In Österreich bildet das Netz an Gesundheits- und Primärversorgungszentren aktuell die Basis der ambulanten Versorgung und wächst stetig. Ende 2025 wurden österreichweit rund 100 Primärversorgungseinheiten (PVE) erreicht, darunter mehrere speziell auf Kinder- und Jugendmedizin ausgerichtete Einrichtungen. Dies stellt einen Meilenstein für die wohnortnahe Grundversorgung dar. Laut aktuellen Daten aus dem Jahr 2026 sind bereits 112 PVE in ganz Österreich etabliert, inklusive 14 kinder-spezifischer Einrichtungen, mit Standorten in allen Bundesländern.
Diese Primärversorgungseinheiten sind multiprofessionelle Zentren, in denen Allgemeinmediziner, Pflegekräfte und weitere Gesundheitsfachpersonen gemeinsam arbeiten, um akute und chronische Krankheiten zu behandeln sowie Prävention und Gesundheitsförderung anzubieten.
Die regionale Verteilung variiert. Wien, Niederösterreich und Oberösterreich bauen ihr Angebot unterschiedlich stark aus, doch eine flächendeckende Versorgung bleibt ein zentrales Ziel. Ergänzt werden diese PVE durch weitere ambulante Gesundheitszentren (etwa regionale Gesundheits- und Fachzentren), die in den Struktur- und Gesundheitsplänen der Bundesländer verankert sind.
Ausbauziele bis 2030
Bis 2030 wollen Bund und Länder die Zahl der Gesundheits- und Primärversorgungszentren massiv steigern. Laut aktuellen Berichten planen Politik und Sozialversicherung rund 300 Primärversorgungseinheiten im gesamten Bundesgebiet. Damit würde sich die bestehende Anzahl nahezu verdreifachen. Der Ausbau richtet sich gezielt an ländliche Regionen, um Versorgungslücken zu schließen, aber auch an Ballungsräume wie Wien. Insbesondere Wien plant eine deutliche Ausweitung ambulanter Zentren, während Niederösterreich zusätzliche regionale Gesundheitszentren vorsieht, um Spitalsambulanzen zu entlasten.
Viele neue Einrichtungen bieten verlängerte Öffnungszeiten bis in die Abendstunden sowie an Wochenenden. Gleichzeitig setzen die Konzepte auf interdisziplinäre Teams aus Allgemeinmedizinern, Pflegekräften, Therapeuten und Sozialberufen. Dadurch verbessert sich die Koordination der Versorgung und Wartezeiten werden reduziert. Die konkreten Zielzahlen unterstreichen den politischen Willen zu einer starken ambulanten Versorgung bis 2030.
Zielwerte für Gesundheits- und Primärversorgungszentren bis 2030
• Österreichweit sind 233 Primärversorgungszentren geplant (vorläufige Zielwerte).
• Wien weist mit 94 Zentren den größten Ausbau auf, darunter 15 Kinder-PVE.
• Niederösterreich und die Steiermark planen jeweils 37 Zentren, mit zusätzlichem Fokus auf Kinderangebote.
• Oberösterreich (25), Tirol (16) und Kärnten (13) verfolgen ebenfalls deutliche Ausbauziele.
• Mehrere Bundesländer orientieren sich noch an den Strukturplänen 2025.
So wird der Ausbau der Gesundheitszentren bezahlt
Die Finanzierung des Ausbaus von Gesundheits- und Primärversorgungszentren erfolgt über mehrere Ebenen. Bund, Länder und Sozialversicherung tragen die Kosten gemeinsam im Rahmen der Zielsteuerung-Gesundheit. Diese Vereinbarungen sichern langfristige Investitionen in die ambulante Versorgung.
Zusätzlich stellt der Bund Fördermittel für den Aufbau neuer Primärversorgungseinheiten bereit, etwa für Startkosten, Infrastruktur und Organisationsaufwand. Auch die Länder beteiligen sich aktiv an der Finanzierung regionaler Gesundheitszentren. Niederösterreich und Wien setzen dabei gezielt auf ambulante Strukturen, um Spitalskosten zu senken. Ergänzend fließen Mittel aus dem EU-Aufbau- und Resilienzfonds in den Gesundheitsbereich. Diese Gelder unterstützen Reformen und strukturelle Anpassungen. Durch die gebündelte Finanzierung entsteht Planungssicherheit für neue Standorte.
Bedeutung für Patienten und Gesundheitspersonal
Der Ausbau von Gesundheits- und Primärversorgungszentren bringt spürbare Vorteile für Patienten und Beschäftigte im Gesundheitswesen. Ambulante Zentren entlasten Spitäler, da viele Behandlungen nicht mehr stationär erfolgen. Dadurch sinkt der Druck auf Ambulanzen und Notaufnahmen. Gleichzeitig verbessert sich die Erreichbarkeit medizinischer Leistungen deutlich. Patienten erhalten schneller Termine und vermeiden lange Wege, insbesondere im ländlichen Raum.
Am stärksten profitieren Pflegekräfte durch die Primärversorgungseinheiten. Statt wie in Krankenhäusern oft in hierarchisch tiefen Positionen zu verharren, übernehmen Pflegekräfte in PVE eigenständige Aufgaben, etwa die Wundversorgung, die Patientenedukation oder die Triage. Durch PVE wird ihr Beruf faktisch aufgewertet, da ihnen höhere Verantwortung zukommt. Ärzte werden dadurch gleichzeitig entlastet. Aufgaben, die früher mangels Alternative beim Arzt hängen blieben – etwa die Wundversorgung, Blutabnahme oder sogar Sozialberatung – werden an qualifizierte andere Berufsgruppen delegiert.
Für Therapeuten eröffnet sich durch Primärversorgungszentren ein struktureller Wandel. Statt isoliert in Einzelpraxen zu arbeiten und auf Zuweisungen zu warten, können sich Therapeuten direkt vor Ort untereinander austauschen, sodass schnell Fragen zur medizinischen Vorgeschichte oder zu aktuellen Behandlungen geklärt werden können. Das wiederum führt zu kürzeren Kommunikationswegen, weniger Informationsverlusten und eine bessere Abstimmung der Behandlung.
Zudem ermöglichen Gesundheitszentren planbarere Arbeitszeiten und längere Öffnungszeiten ohne klassische Bereitschaftsdienste.
Ausblick
Der weitere Ausbau der Gesundheits- und Primärversorgungszentren folgt einem klaren Zeitplan bis 2030. Bund und Länder wollen die geplanten Zielzahlen schrittweise erreichen. Mehrere Bundesländer setzen dabei auf Etappenziele in den kommenden Jahren. Gleichzeitig bestehen Herausforderungen. Der Mangel an Ärzten und Pflegepersonal erschwert die rasche Eröffnung neuer Standorte besonders im ländlichen Raum.
Auch organisatorische Hürden und komplexe Zuständigkeiten verzögern einzelne Projekte. Dennoch halten Politik und Sozialversicherung am Ausbaukurs fest. Der Fokus auf ambulante Versorgung gilt weiterhin als zentraler Hebel zur Entlastung der Spitäler und zur Sicherung eines zukunftsfähigen Gesundheitssystems.
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Häufige Fragen
- Wie viele Gesundheitszentren gibt es aktuell in Österreich?
- Wie viele Zentren sind bis 2030 geplant?
- Warum setzt Österreich auf die Stärkung ambulanter Gesundheitszentren?
Derzeit bestehen österreichweit 112 Primärversorgungseinheiten, darunter 14 Kinder-PVE.
Bis 2030 sollen laut Strukturplänen rund 233 bis 300 Gesundheits- und Primärversorgungszentren entstehen.
Die Zentren entlasten Spitäler, verbessern die Erreichbarkeit und stärken die wohnortnahe Versorgung.
- ORF, „Mehr Gesundheitszentren statt Spitalsambulanzen“, https://orf.at/... (letzter Zugriff am 07.04.2026).
- ORF Niederösterreich, „Gesundheitszentren sollen Spitäler entlasten“, https://noe.orf.at/... (letzter Zugriff am 07.04.2026).




