Inhaltsverzeichnis
Die Pflege zählt zu den tragenden Säulen des österreichischen Gesundheitssystems und bietet vielfältige berufliche Möglichkeiten. Ob im direkten Kontakt mit Patienten, in der Organisation von Pflegeprozessen oder in leitenden Funktionen – Pflegeberufe sind abwechslungsreich, verantwortungsvoll und zukunftssicher. In Österreich stehen dafür unterschiedliche Ausbildungs- und Studienwege offen, die sich in Dauer, Anforderungen und Karrierechancen unterscheiden. Dieser Überblick zeigt, welche Optionen es gibt, worin sich Studium und Ausbildung unterscheiden und welcher Weg zu den eigenen Zielen passt.
Das Wichtigste in Kürze
- Pflegeberufe bieten sichere Jobs und vielfältige Karrierewege
- Pflegestudium führt zur DGKP und kombiniert Wissenschaft, Praxis und Berufsberechtigung
- Pflegeausbildungen (PA, PFA) ermöglichen einen schnellen, praxisnahen Berufseinstieg
- Studium und Ausbildung unterscheiden sich in Dauer, Verantwortung und Abschluss
- Beide Wege sind zentral für eine hochwertige Gesundheitsversorgung
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Der akademische Weg in die Pflege: Studium zur DGKP
Das Studium der Gesundheits- und Krankenpflege ist der zentrale Weg zur Berufsberechtigung als Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson (DGKP). Es handelt sich um ein generalistisches Studium, das pflegewissenschaftliche Inhalte mit einer fundierten praktischen Ausbildung verbindet. Studierende erwerben dabei nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch alle Kompetenzen für den gehobenen Dienst der Gesundheits- und Krankenpflege. Das Studium legt somit das Fundament für eine evidenzbasierte und professionelle Pflege.
Voraussetzungen und Ablauf
In der Regel benötigen Interessierte die Matura als Voraussetzung. Zusätzlich müssen sie ein Aufnahmeverfahren absolvieren. Weitere Anforderungen sind ein ärztliches Attest über die gesundheitliche Eignung, ein Nachweis über den Impfstatus sowie ein Strafregisterauszug.
Das Studium dauert sechs Semester und schließt mit dem Bachelor of Science in Health oder dem Bachelor of Science in Nursing ab. Mit dem Abschluss erhalten Absolventinnen und Absolventen gleichzeitig die Berufsberechtigung als Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson.
Studieninhalte
Die Studieninhalte sind breit gefächert und bereiten gezielt auf den Berufsalltag vor. Dazu gehören unter anderem:
- Allgemeine medizinische Grundlagen
- Grundlagen des pflegerischen Handelns
- Theorien und Konzepte der professionellen Pflege
- Krankheitslehre und diagnostische Verfahren
- Spezielle Gesundheits- und Krankenpflege
- Gesundheitswissenschaften
- Beruf, Recht und Wirtschaft
- Wissenschaftliches Arbeiten
- Sozialkommunikative Kompetenzen und Selbstkompetenzen
Neben der Theorie spielen Praxisphasen eine wichtige Rolle. Mehrere Praktika während des Studiums ermöglichen es den Studierenden, ihr Wissen direkt im Berufsalltag anzuwenden und wertvolle Erfahrungen in unterschiedlichen Einrichtungen zu sammeln.
Nach dem Abschluss übernehmen DGKP vielfältige und verantwortungsvolle Tätigkeiten. Sie betreuen und pflegen kranke Menschen aller Altersstufen und führen zahlreiche medizinische Maßnahmen eigenständig durch. Dazu zählen unter anderem das Verabreichen von Injektionen, das Setzen von Infusionen, das Legen von Kathetern und Magensonden sowie das Entfernen von Drainagen, Nahtmaterial und Wundverschlussklammern. Außerdem unterstützen und assistieren sie bei ärztlichen Maßnahmen und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag zur Gesundheitsversorgung.
Mehr zum Berufsbild der DGKP hier:
Weitere Pflege- und Gesundheitsstudiengänge
Nach dem Bachelorstudium stehen zahlreichen Masterstudiengänge offen. Diese Programme vertiefen das fachliche Wissen und eröffnen neue berufliche Perspektiven. Viele dieser Studiengänge sind stärker auf Management-, Leitungs-, Lehr- oder wissenschaftliche Tätigkeiten ausgerichtet. Die Studiendauer beträgt – je nach Studiengang und Organisationsform – meist fünf bis sieben Semester.
Typische Masterstudiengänge im Pflege- und Gesundheitsbereich sind:
- Advanced Nursing Practice – Vertiefung der klinischen Pflegepraxis und erweiterte pflegerische Kompetenzen
- Advanced Nursing Counseling – Spezialisierung auf Beratung, Begleitung und Unterstützung von Patienten
- Advanced Nursing Education – Vorbereitung auf Lehr- und Ausbildungstätigkeiten im Pflegebereich
- Pflegewissenschaft – Fokus auf Forschung, Analyse und Weiterentwicklung pflegerischer Konzepte
- Pflege- und Gesundheitspädagogik – Qualifikation für Unterricht und Bildungsarbeit im Gesundheitswesen
- Pflege- und Gesundheitsmanagement – Ausrichtung auf Führungs-, Organisations- und Managementaufgaben
Diese weiterführenden Studiengänge ermöglichen mehr Verantwortung zu übernehmen und aktive Mitgestaltung des Gesundheitssystems.
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Praxisnah einstiegen: Pflegeausbildungen
Neben dem Studium bieten Pflegeausbildungen einen niederschwelligen und praxisorientierten Einstieg in unterstützende Pflegeberufe. Sie richten sich an Personen, die rasch im Gesundheitswesen arbeiten möchten und Verantwortung im Pflegealltag übernehmen wollen.
Die Pflegeassistenz (PA) dauert ein Jahr und umfasst rund 1.600 Stunden in Theorie und Praxis. In dieser Ausbildung erwerben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer grundlegende Kenntnisse in den Bereichen Pflege, Therapie und medizinische Diagnostik. Am Ende der Ausbildung erhalten sie den Titel Pflegeassistent und können direkt in den Beruf einsteigen. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Ausbildung durch eine anschließende Pflegefachassistenz zu erweitern.
Zu den Tätigkeiten der Pflegeassistenz zählen unter anderem:
- Unterstützung von Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege sowie von Ärztinnen und Ärzten
- Mitwirkung an und Durchführung von übertragenen Pflegemaßnahmen
- Information, Kommunikation und Begleitung von Patientinnen und Patienten
- Unterstützung im Pflegealltag und bei organisatorischen Aufgaben
Die Pflegefachassistenz (PFA) baut auf der Pflegeassistenz auf und dauert insgesamt zwei Jahre. In dieser Ausbildung wird das Wissen der PA vertieft und erweitert. Zusätzlich zu den Grundlagen der Pflege kommen weitere Techniken und therapeutische Maßnahmen hinzu. Nach erfolgreichem Abschluss besteht – bei entsprechender Voraussetzung – die Möglichkeit, in den Bachelorstudiengang Gesundheits- und Krankenpflege einzusteigen und dort im dritten Semester quer zu starten.
Die Tätigkeiten der Pflegefachassistenz umfassen:
- Eigenverantwortliche Durchführung der übertragenen Aufgaben der Pflegeassistenz
- Anleitung und Unterweisung von Auszubildenden der Pflegeassistenzberufe
- Durchführung standardisierter diagnostischer Programme, zum Beispiel EKG, EEG, BIA oder Lungenfunktionstests
- Anlegen von Miedern, Orthesen und elektrisch betriebenen Bewegungsschienen nach vorgegebenen Einstellungen
Diese Ausbildungswege bieten einen strukturierten Einstieg in die Pflege und eröffnen zugleich weitere Entwicklungs- und Ausbildungsmöglichkeiten im Gesundheitsbereich.
Studium oder Ausbildung? Die wichtigsten Unterschiede
Die Entscheidung zwischen Pflegestudium und Pflegeausbildung hängt von den persönlichen Voraussetzungen, Zielen und Karrierewünschen ab. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede übersichtlich auf:
| Merkmal | Pflegestudium (DGKP) | Pflegeausbildung (PA / PFA) |
| Voraussetzungen | Matura, Aufnahmeverfahren, gesundheitliche Eignung, Impfstatus, Strafregisterauszug | Pflichtschulabschluss (je nach Ausbildung), gesundheitliche Eignung |
| Zielgruppe | Personen mit Interesse an Wissenschaft, Verantwortung und Weiterentwicklung | Personen, die praxisnah arbeiten und rasch ins Berufsleben einsteigen möchten |
| Dauer | 6 Semester (3 Jahre) | PA: 1 Jahr / PFA: 2 Jahre |
| Abschluss | Bachelor of Science + Berufsberechtigung DGKP | Pflegeassistent oder Pflegefachassistent |
| Verantwortung | Hohe Eigenverantwortung, Planung und Durchführung komplexer Pflege | Unterstützung und Durchführung übertragener Pflegemaßnahmen |
| Kompetenzen | Wissenschaftliche, pflegerische, organisatorische und leitende Kompetenzen | Praktische Pflegekompetenzen, diagnostische und therapeutische Tätigkeiten |
| Gehalt | Mediengehalt für DGKP bei etwa 3.400 Euro | Mediangehalt PA etwa 2.650 Euro
Mediangehalt PFA etwa 2.900 Euro |
| Karrieremöglichkeiten | Masterstudium, Leitungsfunktionen, Lehre, Forschung, Spezialisierungen | Weiterbildung zur PFA oder Einstieg ins Pflegestudium möglich |
| Arbeitsfelder | Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Management, Bildung, Forschung | Krankenhäuser, Pflegeheime, mobile Pflege, Reha-Einrichtungen |
Beide Wege sind wichtige Säulen des Gesundheitssystems. Während das Studium stärker auf Verantwortung, Wissenschaft und Karriereentwicklung ausgerichtet ist, bietet die Ausbildung einen schnellen und praxisnahen Einstieg in den Pflegeberuf.
Fazit
Die Pflege bietet vielfältige Wege in einen sinnstiftenden und zukunftssicheren Beruf. Sowohl das Studium der Gesundheits- und Krankenpflege als auch die Pflegeausbildungen ermöglichen einen Einstieg in das Gesundheitswesen – jedoch mit unterschiedlichen Schwerpunkten, Anforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten. Während das Studium auf wissenschaftliche Grundlagen, hohe Verantwortung und langfristige Karriereperspektiven ausgerichtet ist, punkten die Ausbildungen durch Praxisnähe und einen schnellen Berufseinstieg.
Welche Ausbildung oder welches Studium das Richtige ist, hängt vor allem von den persönlichen Voraussetzungen, den beruflichen Zielen und dem gewünschten Maß an Verantwortung ab. Klar ist jedoch: Alle Pflegeberufe leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Gesundheitsversorgung und bieten stabile Jobchancen sowie vielfältige Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten. Wer sich für die Pflege entscheidet, wählt einen Beruf mit Sinn, Verantwortung und Zukunft.
Häufige Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen Pflegeausbildung und Studium?
- Was lohnt sich mehr, Studium oder Ausbildung?
- Wie hoch ist das Gehalt nach einem Pflegestudium?
Die Pflegeausbildung ist stärker praxisorientiert und ermöglicht einen schnellen Berufseinstieg. Das Studium verbindet Praxis mit Wissenschaft und führt zu mehr Verantwortung sowie erweiterten Karrierechancen.
Das hängt von den persönlichen Zielen ab: Eine Ausbildung lohnt sich für einen schnellen Einstieg, ein Studium für langfristige Entwicklung, höhere Verantwortung und Aufstiegsmöglichkeiten.
Nach einem Pflegestudium liegt das Einstiegsgehalt in der Regel über jenem von Pflegeassistenzberufen. Mit Berufserfahrung, Spezialisierungen oder Leitungsfunktionen steigt das Gehalt deutlich an.
- Pflege Österreich, “Infos zu Ausbildungen”, https://pflege-oesterreich.at/... (Letzter Zugriff am 07.04.2026)
- ÖGKV, “Die Pflegeausbildung”, https://oegkv.at/... (Letzter Zugriff am 07.04.2026)
- Studieren.at, “Gesundheits- und Krankenpflege Studium”, https://www.studieren.at/... (Letzter Zugriff am 07.04.2026)


