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Ärzte zählen in Österreich zu den Berufsgruppen mit überdurchschnittlichem Einkommen. Das ist wenig überraschend, denn der Beruf setzt eine lange, anspruchsvolle Ausbildung voraus und geht mit großer Verantwortung sowie hoher körperlicher und psychischer Belastung einher.
Zwar lagen die Einkommen im internationalen Vergleich – vor allem im Verhältnis zu Deutschland und der Schweiz – lange Zeit zurück, doch in den vergangenen Jahren wurden die Gehälter spürbar angehoben. Wie viel man tatsächlich verdient, hängt jedoch stark vom Tätigkeitsbereich und der beruflichen Position ab. Der folgende Artikel stellt die Verdienstmöglichkeiten als Arzt in Österreich vor.
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Der Weg zum Arztberuf
In Österreich erfolgt das Medizinstudium entweder im Bachelor-Master-Modell oder als 12-semestriges Diplomstudium. Der erste Abschnitt vermittelt wissenschaftliche Grundlagen in Chemie, Physik, Physiologie, Histologie und Anatomie, praktische Basisfertigkeiten und soziale Kompetenzen. Im zweiten Abschnitt folgen zentrale klinische Fächer wie Innere Medizin, Chirurgie sowie Herz-Kreislauf- und Verdauungssystem – ergänzt durch eine 12-wöchige Pflicht-Famulatur (4 Wochen Innere Medizin, 4 Wochen Primärversorgung, 4 Wochen frei wählbar).
Der dritte Abschnitt sieht weitere Fachgebiete wie Neurologie, Psychiatrie, Kinder- und Jugendheilkunde, Frauenheilkunde, HNO und Notfallmedizin vor. Im Anschluss folgt das Klinisch-Praktische Jahr (KPJ), das entweder an einer Uniklinik oder in einem Lehrkrankenhaus absolviert werden kann. Danach schreiben die Studenten ihre Abschlussarbeit. Das Medizinstudium endet mit dem akademischen Grad Dr. med. univ., der automatisch mit dem Abschluss verliehen wird. Anschließend beginnt die ärztliche Ausbildung: Zuerst die Basisausbildung als Turnusarzt, danach – je nach Ziel – die Weiterbildung zum Allgemeinmediziner oder eine mehrjährige Facharztausbildung.
Laut aktuellen Daten der Österreichischen Ärztekammer waren Ende 2024 insgesamt 52.005 Ärzte in Österreich tätig. Davon entfielen 29.385 auf Fachärzte (56,5 Prozent), 12.882 auf Allgemeinmediziner (24,8 Prozent) und 9.620 auf Turnusärzte (18,5 Prozent).
Diese Kollektivverträge gelten für Ärzte
In Österreich regeln Kollektivverträge die Arbeits- und Vergütungsbedingungen für angestellte Ärzte. Sie werden zwischen der Österreichischen Ärztekammer und den Arbeitgebern, etwa öffentlichen oder Ordensspitälern, ausgehandelt. Zu den wichtigsten Verträgen zählen der Öffentlicher Krankenhaus-Kollektivvertrag (Ö-KV), der Ordensspitäler-Kollektivvertrag und der Universitätskliniken-Kollektivvertrag. Sie legen Grundgehälter, Dienstzeiten, Urlaubsansprüche und Zulagen für Assistenzärzte, Fachärzte und Oberärzte fest. Zusätzliche Vergütungen für Nacht-, Wochenend- oder Bereitschaftsdienste sowie Operationen sind ebenfalls geregelt. Kollektivverträge schaffen Rechtssicherheit und Transparenz und dienen als Grundlage für Gehaltsabrechnung und Personalplanung, mit regelmäßigen Anpassungen an aktuelle Entwicklungen.
Gehalt als Assistenzarzt in Österreich
Assistenzärzte sind überwiegend in Krankenhäusern tätig und tragen als Stationsärzte wesentlich zur Organisation und zum Ablauf auf den Stationen bei. Zu ihren Aufgaben gehören die grundlegende medizinische Versorgung, die Betreuung der Patienten sowie die Durchführung diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen. Dabei arbeiten sie eng mit Oberärzen sowie Primarärzten zusammen.
Je nach Ausbildungsstand befinden sich viele Assistenzärzte in der Basisausbildung oder absolvieren ihre Turnuszeit als Spitalturnusärzte.
Das Assistenzarzt Gehalt setzt sich aus einem Fixgehalt und verschiedenen Zulagen zusammen. Das Grundgehalt liegt im Schnitt bei etwa 50.000 Euro brutto pro Jahr, kann aber je nach Bundesland und Spitalsträger spürbar abweichen. So fällt das Gehalt an öffentlichen Spitälern höher aus als in Ordensspitalern. Am besten verdienen Ärzte an einer Uniklinik. Zum Fixum kommen Sondervergütungen für Nacht- und Wochenenddienste, Gefahrenzulagen, Operations- oder Assistenzarztzulagen, sodass das tatsächliche Jahresgehalt je nach Dienstausmaß bis zu 70 % höher ausfallen kann.
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Arzt Gehalt im Spital
Auch bei voll ausgebildeten Ärzten im Krankenhaus variiert das Gehalt stark und hängt maßgeblich vom jeweiligen Spital und der Position ab. Die Vergütungsstrukturen sind wenig transparent, und die Bandbreite der Einkommen ist deutlich größer als bei Assistenzärzten. Nach Abschluss der Ausbildung steigen die Gehälter meist nur moderat. Erst mit mehrjähriger Berufserfahrung oder dem Aufstieg in leitende Funktionen wie Oberarzt lassen sich deutliche Einkommenszuwächse erzielen.
Fachärzte erzielen generell höhere Gehälter als Allgemeinmediziner, wobei die Einstiegsgehälter für Letztere meist zwischen 50.000 und 80.000 Euro jährlich liegen, während Fachärzte auf 55.000 bis 90.000 Euro kommen. Zusätzliche variable Vergütungen, etwa für Nacht- und Wochenenddienste, Überstunden oder besondere Tätigkeiten, können das Einkommen noch deutlich erhöhen.
Mehr Informationen
- Oberarzt Österreich – Lohn und Gehalt im Überblick
- Chefarzt Gehalt Österreich – Was verdient ein Primararzt?
Arzt Gehalt außerhalb Krankenhaus
Ärzte, die in einer Praxis, einem Gesundheitszentrum oder bei einem niedergelassenen Kollegen angestellt sind, verdienen meist deutlich weniger als ihre Kollegen im Krankenhaus. Das Einstiegsgehalt liegt für Allgemeinmediziner in der Regel zwischen 40.000 und 50.000 Euro brutto pro Jahr, für Fachärzte zwischen 50.000 und 60.000 Euro.
Wirtschaftlich gesehen lohnt sich eine solche Anstellung oft nur begrenzt, sie dient häufig als Übergangsphase auf dem Weg zur eigenen Praxis oder ergänzt andere berufliche Tätigkeiten.

Wie viel verdient ein niedergelassener Allgemeinarzt?
Der Verdienst selbstständiger Allgemeinärzte hängt maßgeblich von Praxislage, Patientenfrequenz und wirtschaftlicher Führung ab. Österreich besitzt im internationalen Vergleich mit 5,4 (Stand: 2023) die höchste Ärztedichte, was die Konkurrenzsituation in manchen Regionen verstärkt.
Viele Allgemeinärzte erzielen zwischen 50.000 und 60.000 Euro jährlich. Höhere Einkommen sind möglich, aber keineswegs selbstverständlich und stark standortabhängig. Oft fällt der wirtschaftliche Gewinn geringer aus, als viele annehmen – vor allem im Vergleich zu gut dotierten Krankenhausstellen.
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Was verdient ein niedergelassener Facharzt?
Fachärzte mit eigener Ordination verdienen üblicherweise mehr als Allgemeinmediziner, dennoch stehen auch hier Standort und Nachfrage im Mittelpunkt.
Häufige Einkommensgrößen liegen bei 75.000 bis 85.000 Euro pro Jahr. In stark frequentierten Praxen oder gefragten Fachgebieten sind Einnahmen über 100.000 Euro nicht ungewöhnlich. Allerdings belasten hohe Fixkosten – Personal, Miete, Geräte – den tatsächlichen Gewinn erheblich.
Stellenangebote für Ärzte
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