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Wer Gesundheits- und Krankenpflege studieren und später als Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger (DGKP) arbeiten möchte, muss an österreichischen Fachhochschulen ein Aufnahmeverfahren durchlaufen. Dabei prüfen die Hochschulen schriftlich oder mündlich, ob Interessierte die kognitiven und persönlichen Voraussetzungen für Studium und Pflegeberuf mitbringen – und vergeben die Plätze nach leistungsbasierter Rankingreihe. Dieser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen rund um den Aufnahmetest und das Aufnahmeverfahren in Österreich.
Das Wichtigste zum Aufnahmetest in Gesundheits- und Krankenpflege in Kürze
- Für das Bachelorstudium Gesundheits- und Krankenpflege ist an fast allen österreichischen Fachhochschulen ein Aufnahmeverfahren verpflichtend.
- Es besteht je nach Hochschule beispielsweise aus einer Online-Bewerbung, einem Eignungstest und einem Gespräch oder aus Bewerbung und Gespräch ohne schriftlichen Test.
- Geprüft werden je nach Verfahren etwa kognitive Fähigkeiten, berufsspezifische Eignung und Motivation. Ob Fachwissen relevant ist, hängt vom Studienweg ab.
- Die Studienplätze werden nach Rankingreihe vergeben.
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Zugangsvoraussetzungen für das Studium Gesundheits- und Krankenpflege
Bevor Interessierte am Aufnahmeverfahren teilnehmen können, müssen sie die formalen Zulassungsvoraussetzungen erfüllen. Welche Nachweise genau erforderlich sind, hängt von der jeweiligen Hochschule ab. Zu den häufigsten Voraussetzungen gehören:
- Matura, Berufsreifeprüfung, Studienberechtigungsprüfung oder einschlägige berufliche Qualifikation (etwa Pflegefachassistenz) mit Zusatzprüfungen
- Ausreichende Deutschkenntnisse (häufig mindestens B2-Niveau)
- Vollständige Bewerbungsunterlagen innerhalb der Bewerbungsfrist
Je nach Hochschule können zusätzlich ein Nachweis der gesundheitlichen Eignung, ein Erste-Hilfe-Kurs oder praktische Erfahrungen im Gesundheitsbereich erforderlich sein. Achte darauf, wann die Nachweise vorzulegen sind: Manche Hochschulen verlangen einzelne Unterlagen erst nach der Studienplatzzusage oder zum Studienbeginn.
Ablauf des Aufnahmeverfahrens
Der grundsätzliche Ablauf ähnelt sich an den meisten Fachhochschulen. Die genaue Ausgestaltung – ob schriftlicher Test, Assessment Center oder Online-Gespräch – variiert jedoch. Die folgende Übersicht zeigt mögliche Schritte, nicht einen für alle Hochschulen verbindlichen Ablauf.
| Schritt | Beschreibung |
| 1. Online-Bewerbung | Einreichung der Bewerbungsunterlagen über das jeweilige FH-Portal |
| 2. Prüfung der Unterlagen | Kontrolle der formalen Zugangsvoraussetzungen |
| 3. Aufnahmetest (gegebenenfalls) | Schriftlicher oder EDV-gestützter Eignungstest; Durchführung und Dauer hängen von der Hochschule ab |
| 4. Aufnahmegespräch | Persönliches oder digitales Interview zu Motivation und sozialen Kompetenzen |
| 5. Studienplatzvergabe | Auswahl nach leistungsbasierter Rankingreihe |
Nicht jede Fachhochschule verwendet dieselben Testverfahren. Die Hochschule St. Pölten sieht für den Studienstart 2026/27 beziehungsweise Sommersemester 2027 einen computergestützten Test, eine Überprüfung der berufsspezifischen Eignung sowie ein strukturiertes Gespräch mit Motivationsschreiben vor. An der FH Salzburg (Standort Urstein) kommt neben dem Einzelgespräch ein Gruppengespräch hinzu. Die FH Gesundheitsberufe Oberösterreich verlangt im Aufnahmeverfahren ein Video. Darin stellen sich die Bewerber kurz vor, erläutern ihre Motivation für Studium und Berufswahl und beantworten fachspezifische Fragen zum Berufsbild.
Inhalte des Aufnahmetests
Viele Bewerber befürchten, umfangreiches medizinisches Fachwissen lernen zu müssen. Tatsächlich werden im schriftlichen Aufnahmetest bei mehreren regulären Bachelor-Aufnahmeverfahren vor allem allgemeine Fähigkeiten geprüft. Stattdessen stehen grundlegende Fähigkeiten im Mittelpunkt, die für Studium und Pflegeberuf wichtig sind. Für besondere Einstiegswege, etwa ein Bachelor-Angebot für Pflegefachassistenten, können andere Testinhalte gelten.
Sprachverständnis und Deutschkenntnisse
Pflegekräfte erstellen Dokumentationen, verstehen ärztliche Anweisungen und kommunizieren täglich mit Patienten und Angehörigen. Deshalb prüfen viele Hochschulen sprachliche Ausdrucks- und Verständnisfähigkeit. Typische Aufgaben sind das Lesen von Texten und Beantworten von Fragen, oder andere Aufgaben zum sprachlichen Denken. Die konkreten Aufgabenformate gibt die jeweilige Hochschule bekannt.
Logisches und analytisches Denken
Pflegekräfte treffen täglich Entscheidungen und müssen Situationen richtig einschätzen. Logisches Denken gehört deshalb zu den häufigsten Prüfinhalten: Welche Aufgaben dafür eingesetzt werden, hängt vom Test der jeweiligen Hochschule ab.
Konzentration und Aufmerksamkeit
Auf einer Station muss sorgfältig und präzise gearbeitet werden – auch unter Zeitdruck. Konzentrationsfähigkeit kann Teil eines Eignungstests sein. Ob und wie sie geprüft wird, steht in den Informationen der jeweiligen Hochschule.
Merkfähigkeit und räumliches Vorstellungsvermögen
Kurzfristige Informationen einprägen und korrekt wiedergeben: Diese Fähigkeit ist im Pflegealltag unverzichtbar und wird an mehreren Fachhochschulen im Aufnahmetest gezielt geprüft. Räumliches Vorstellungsvermögen, etwa das mentale Rotieren von Figuren, findet sich beispielsweise im EDV-gestützten Eignungstest der FH Gesundheit Tirol.
Sozial-emotionales Verständnis
An der Hochschule Campus Wien werden persönliche Eignungsmerkmale wie Berufsmotivation, Berufsverständnis und Reflexionsfähigkeit im Bewerbungsgespräch beurteilt.
So läuft das Aufnahmegespräch
An vielen Fachhochschulen folgt nach dem schriftlichen Test ein persönliches Aufnahmegespräch. An Hochschulen ohne schriftlichen Test kann das Gespräch der zentrale Teil des Verfahrens sein. Dieses hat häufig großen Einfluss auf die Gesamtbewertung und dient dazu, Motivation, Kommunikationsfähigkeit und Berufsverständnis einzuschätzen. An der Hochschule Campus Wien beispielsweise zählt das Gespräch zu 70 Prozent der Gesamtpunktzahl, der schriftliche Test nur zu 30 Prozent.
Im Aufnahmegespräch möchten die Hochschulen vor allem die Motivation, das Berufsverständnis und die Reflexionsfähigkeit des Bewerbers kennenlernen. Typische Fragen sind:
- Warum möchten Sie Gesundheits- und Krankenpflege studieren?
- Was fasziniert Sie am Pflegeberuf?
- Welche Erfahrungen haben Sie im Gesundheitsbereich gesammelt?
- Wie gehen Sie mit Stress und Konflikten um?
- Welche Stärken bringen Sie für den Pflegeberuf mit?
Wichtig ist dabei weniger die perfekte Antwort als eine authentische und reflektierte Darstellung der eigenen Motivation. Wer konkret schildert, welche Erfahrung ihn oder sie zur Pflege geführt hat, sticht heraus.
5 Tipps zur Vorbereitung auf den Aufnahmetest
Eine gezielte Vorbereitung erhöht die Chancen auf einen Studienplatz deutlich. Wer früh beginnt, vermeidet Stress und kann sicherer in den Test gehen.
1. Frühzeitig über das Aufnahmeverfahren informieren
Die meisten Hochschulen veröffentlichen Informationen zum Aufnahmeverfahren mehrere Monate vorab. Wer weiß, welche Schritte die jeweilige FH vorsieht, kann gezielt üben – und bei der Terminwahl früh zuschlagen, denn manche FHs führen Tests laufend durch.
2. Eignungstests trainieren
Logik-, Konzentrations- und Sprachtests lassen sich trainieren. Bereits wenige strukturierte Übungseinheiten pro Woche bringen Gelegenheit, die Aufgabenformate kennenzulernen. Empfehlenswert sind zuerst die Informationen zum konkreten Aufnahmeverfahren der gewählten Hochschule; falls dort ein Test vorgesehen ist, können passende Übungsaufgaben ergänzen.
3. Das Berufsbild kennenlernen
Wer die Aufgaben, Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten in der Pflege kennt, kann im Aufnahmegespräch deutlich überzeugender auftreten. Aktuelle Themen wie Akademisierung der Pflege oder der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen zeigen Interesse und Reflexion.
4. Motivation bewusst reflektieren
Bewerber sollten sich im Vorfeld klar machen, warum sie Gesundheits- und Krankenpflege studieren möchten und welche Erwartungen sie an den Beruf haben. Eigene Erfahrungen aus Praktika oder dem Umfeld konkret benennen können führt zu konkreteren Antworten im Gespräch.
5. Ausgeruht und vorbereitet zum Test erscheinen
Ausreichend Schlaf und eine ruhige Anreise helfen mehr als kurzfristiges Lernen am Vorabend. Einladung, Lichtbildausweis und alle benötigten Unterlagen schon am Vortag bereitlegen.
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Fazit
Das Aufnahmeverfahren für das Studium in Gesundheits- und Krankenpflege in Österreich besteht je nach Hochschule aus unterschiedlichen Bausteinen. Ein schriftlicher Test und ein Gespräch sind möglich; andernorts steht das Gespräch ohne schriftlichen Test im Mittelpunkt. Dabei werden je nach Verfahren Fähigkeiten und Eignungsmerkmale geprüft, die für Studium und Beruf als DGKP entscheidend sind.
Wer sich frühzeitig informiert, sich auf die tatsächlich vorgesehenen Verfahrensschritte vorbereitet und sich mit dem Berufsbild auseinandersetzt, kann gezielt in das Aufnahmeverfahren gehen. Denn gesucht werden nicht Bewerber mit dem größten Vorwissen, sondern Menschen mit Potenzial für einen verantwortungsvollen Pflegeberuf.
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Häufige Fragen zum Aufnahmetest in Gesundheits- und Krankenpflege
- Wie schwer ist der Aufnahmetest für Gesundheits- und Krankenpflege?
- Welche Inhalte kommen im Aufnahmetest vor?
- Muss ich für den Aufnahmetest medizinisches Wissen lernen?
- Wie bereite ich mich am besten auf den Aufnahmetest vor?
Der Schwierigkeitsgrad variiert je nach Hochschule. Geprüft werden bei einem schriftlichen Test je nach Hochschule beispielsweise logisches Denken, Sprachverständnis und Merkfähigkeit. Die persönliche Eignung wird häufig im Gespräch beurteilt. An manchen Hochschulen gibt es keinen schriftlichen Test.
Typische Aufgaben betreffen Sprachverständnis, logisches und analytisches Denken sowie je nach Hochschule Merkfähigkeit, rechnerisches oder räumliches Denken. Ein Aufnahmegespräch kann ein weiterer Teil des Aufnahmeverfahrens sein. Die genauen Testinhalte erfährst Du bei Deiner Hochschule.
Bei mehreren regulären Bachelor-Aufnahmeverfahren stehen allgemeine Fähigkeiten statt medizinischer Vorkenntnisse im schriftlichen Test im Vordergrund. Für besondere Einstiegswege kann jedoch Fachwissen geprüft werden. Sieh deshalb in die aktuellen Informationen zu Deinem Studiengang und Aufnahmeweg.
Hilfreich sind zuerst die aktuellen Informationen Deiner Hochschule. Ist ein schriftlicher Test vorgesehen, übe die dort genannten Aufgabenbereiche. Bereite Dich für ein Gespräch darauf vor, Deine Motivation und Dein Verständnis des Pflegeberufs anhand konkreter Beispiele zu erklären.
- FH Gesundheitsberufe OÖ, “Ablauf Aufnahmeverfahren für die Bachelor Studiengänge an der FH Gesundheitsberufe OÖ 2026″, https://www.fh-gesundheitsberufe.at/... (Letzter Zugriff am: 06.10.2026)
- Hochschule für Angewandte Wissenschaften St. Pölten, “Alle Bewerbungsfristen und Aufnahmetermine”, https://www.ustp.at/... (Letzter Zugriff am: 06.10.2026)
- Fachhochschule Salzburg, “Bewerbung & Aufnahme”, https://www.fh-salzburg.ac.at/... (Letzter Zugriff am: 06.10.2026)







