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Wer Gesundheits- und Krankenpflege studieren und später als Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger (DGKP) arbeiten möchte, muss an den meisten österreichischen Fachhochschulen zunächst einen Aufnahmetest für Gesundheits- und Krankenpflege sowie weitere Teile des Aufnahmeverfahrens erfolgreich absolvieren. Dabei prüfen die Hochschulen, ob Interessierte die kognitiven und persönlichen Voraussetzungen für Studium und Pflegeberuf mitbringen – und vergeben die Plätze nach leistungsbasierter Rankingreihe. Dieser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen rund um den Aufnahmetest und das Aufnahmeverfahren in Österreich.
Das Wichtigste in Kürze
- Für das Bachelorstudium Gesundheits- und Krankenpflege ist an fast allen österreichischen Fachhochschulen ein Aufnahmeverfahren verpflichtend.
- Es besteht typischerweise aus Online-Bewerbung, schriftlichem Eignungstest und persönlichem Gespräch.
- Geprüft werden kognitive Grundfähigkeiten wie logisches Denken, Sprachverständnis, Konzentration und Merkfähigkeit – kein medizinisches Fachwissen.
- Die Studienplätze werden nach Rankingreihe vergeben.
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Zugangsvoraussetzungen für das Studium Gesundheits- und Krankenpflege
Bevor Interessierte am Aufnahmeverfahren teilnehmen können, müssen sie die formalen Zulassungsvoraussetzungen erfüllen. Welche Nachweise genau erforderlich sind, hängt von der jeweiligen Hochschule ab. Zu den häufigsten Voraussetzungen gehören:
- Mindestalter 18 Jahre
- Matura, Berufsreifeprüfung, Studienberechtigungsprüfung oder einschlägige berufliche Qualifikation (etwa Pflegefachassistenz) mit Zusatzprüfungen
- Ausreichende Deutschkenntnisse (mindestens B2-Niveau)
- Vollständige Bewerbungsunterlagen innerhalb der Bewerbungsfrist
Je nach Hochschule können zusätzlich ein Nachweis der gesundheitlichen Eignung, ein Erste-Hilfe-Kurs oder praktische Erfahrungen im Gesundheitsbereich erforderlich sein.
Ablauf des Aufnahmeverfahrens
Der grundsätzliche Ablauf ähnelt sich an den meisten Fachhochschulen. Die genaue Ausgestaltung – ob schriftlicher Test, Assessment Center oder Online-Gespräch – variiert jedoch.
| Schritt | Beschreibung |
| 1. Online-Bewerbung | Einreichung der Bewerbungsunterlagen über das jeweilige FH-Portal |
| 2. Prüfung der Unterlagen | Kontrolle der formalen Zugangsvoraussetzungen |
| 3. Aufnahmetest | Schriftlicher oder EDV-gestützter Eignungstest (ca. 60 bis 90 Minuten) |
| 4. Aufnahmegespräch | Persönliches oder digitales Interview zu Motivation und sozialen Kompetenzen |
| 5. Studienplatzvergabe | Auswahl nach leistungsbasierter Rankingreihe |
Nicht jede Fachhochschule verwendet dieselben Testverfahren. Die FH St. Pölten etwa verlangt zusätzlich eine kurze Präsentation. An der FH Salzburg (Standort Urstein) kommt neben dem Einzelgespräch ein Gruppengespräch hinzu. Die FH Gesundheitsberufe Oberösterreich verlangt bereits im Bewerbungsprozess ein Video. Darin stellen sich die Bewerber kurz vor, erläutern ihre Motivation für Studium und Berufswahl und absolvieren zusätzlich einige vorgegebene Aufgaben zur Kommunikations- und Ausdrucksfähigkeit.
Inhalte des Aufnahmetests
Viele Bewerber befürchten, umfangreiches medizinisches Fachwissen lernen zu müssen. Tatsächlich werden im schriftlichen Aufnahmetest meist keine Fachkenntnisse abgefragt. Stattdessen stehen grundlegende Fähigkeiten im Mittelpunkt, die für Studium und Pflegeberuf wichtig sind.
Sprachverständnis und Deutschkenntnisse
Pflegekräfte erstellen Dokumentationen, verstehen ärztliche Anweisungen und kommunizieren täglich mit Patienten und Angehörigen. Deshalb prüfen viele Hochschulen sprachliche Ausdrucks- und Verständnisfähigkeit. Typische Aufgaben sind das Lesen von Texten und Beantworten von Fragen, Rechtschreib- und Grammatikaufgaben sowie das Herstellen sprachlicher Zusammenhänge.
Logisches und analytisches Denken
Pflegekräfte treffen täglich Entscheidungen und müssen Situationen richtig einschätzen. Logisches Denken gehört deshalb zu den häufigsten Prüfinhalten: Zahlenreihen fortsetzen, Muster erkennen, logische Schlussfolgerungen ziehen und Problemstellungen strukturiert analysieren.
Konzentration und Aufmerksamkeit
Auf einer Station muss sorgfältig und präzise gearbeitet werden – auch unter Zeitdruck. Viele Tests enthalten daher Konzentrationsaufgaben wie das Vergleichen von Zeichen oder Symbolen, das Finden von Fehlern in Zahlenfolgen und das Filtern und Zuordnen von Informationen.
Merkfähigkeit und räumliches Vorstellungsvermögen
Kurzfristige Informationen einprägen und korrekt wiedergeben: Diese Fähigkeit ist im Pflegealltag unverzichtbar und wird an mehreren Fachhochschulen im Aufnahmetest gezielt geprüft. Räumliches Vorstellungsvermögen, etwa das mentale Rotieren von Figuren, findet sich vor allem im EDV-gestützten Eignungstest der FH Gesundheit Tirol.
Sozial-emotionales Verständnis
An der Hochschule Campus Wien enthält der Test zusätzlich Aufgaben zum sozial-emotionalen Verständnis: Situationen aus dem Pflegealltag werden beschrieben, und Bewerber sollen das Verhalten von Beteiligten einschätzen oder angemessene Reaktionen auswählen.
So läuft das Aufnahmegespräch
An vielen Fachhochschulen folgt nach dem schriftlichen Test ein persönliches Aufnahmegespräch. Dieses hat häufig großen Einfluss auf die Gesamtbewertung und dient dazu, Motivation, Kommunikationsfähigkeit und Berufsverständnis einzuschätzen. An der Hochschule Campus Wien beispielsweise zählt das Gespräch zu 70 Prozent der Gesamtpunktzahl, der schriftliche Test nur zu 30 Prozent.
Im Aufnahmegespräch möchten die Hochschulen vor allem die Motivation, das Berufsverständnis und die Reflexionsfähigkeit des Bewerbers kennenlernen. Typische Fragen sind:
- Warum möchten Sie Gesundheits- und Krankenpflege studieren?
- Was fasziniert Sie am Pflegeberuf?
- Welche Erfahrungen haben Sie im Gesundheitsbereich gesammelt?
- Wie gehen Sie mit Stress und Konflikten um?
- Welche Stärken bringen Sie für den Pflegeberuf mit?
Wichtig ist dabei weniger die perfekte Antwort als eine authentische und reflektierte Darstellung der eigenen Motivation. Wer konkret schildert, welche Erfahrung ihn oder sie zur Pflege geführt hat, sticht heraus.
5 Tipps zur Vorbereitung auf den Aufnahmetest
Eine gezielte Vorbereitung erhöht die Chancen auf einen Studienplatz deutlich. Wer früh beginnt, vermeidet Stress und kann sicherer in den Test gehen.
1. Frühzeitig über das Aufnahmeverfahren informieren
Die meisten Hochschulen veröffentlichen Informationen zum Aufnahmeverfahren mehrere Monate vorab. Wer weiß, welche Schritte die jeweilige FH vorsieht, kann gezielt üben – und bei der Terminwahl früh zuschlagen, denn manche FHs führen Tests laufend durch.
2. Eignungstests trainieren
Logik-, Konzentrations- und Sprachtests lassen sich sehr gut trainieren. Bereits wenige strukturierte Übungseinheiten pro Woche bringen spürbare Sicherheit. Empfehlenswert sind Online-Testtrainer sowie spezielle Vorbereitungskurse für Aufnahmeverfahren im Gesundheitsbereich.
3. Das Berufsbild kennenlernen
Wer die Aufgaben, Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten in der Pflege kennt, kann im Aufnahmegespräch deutlich überzeugender auftreten. Aktuelle Themen wie Akademisierung der Pflege oder der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen zeigen Interesse und Reflexion.
4. Motivation bewusst reflektieren
Bewerber sollten sich im Vorfeld klar machen, warum sie Gesundheits- und Krankenpflege studieren möchten und welche Erwartungen sie an den Beruf haben. Eigene Erfahrungen aus Praktika oder dem Umfeld konkret benennen können führt zu mehr Erfolg im Gespräch.
5. Ausgeruht und vorbereitet zum Test erscheinen
Ausreichend Schlaf und eine ruhige Anreise helfen mehr als kurzfristiges Lernen am Vorabend. Einladung, Lichtbildausweis und alle benötigten Unterlagen schon am Vortag bereitlegen.
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Fazit
Das Aufnahmeverfahren für das Studium in Gesundheits- und Krankenpflege in Österreich besteht meist aus mehreren Bausteinen – insbesondere dem schriftlichen Aufnahmetest und einem persönlichen Gespräch. Dabei werden nicht medizinische Fachkenntnisse, sondern Fähigkeiten geprüft, die für Studium und Beruf als DGKP entscheidend sind.
Wer sich frühzeitig informiert, typische Testformate trainiert und sich mit dem Berufsbild auseinandersetzt, verbessert seine Chancen auf einen Studienplatz deutlich. Denn gesucht werden nicht Bewerber mit dem größten Vorwissen, sondern Menschen mit Potenzial für einen verantwortungsvollen Pflegeberuf.
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Häufige Fragen
- Wie schwer ist der Aufnahmetest für Gesundheits- und Krankenpflege?
- Welche Inhalte kommen im Aufnahmetest vor?
- Muss ich für den Aufnahmetest medizinisches Wissen lernen?
- Wie bereite ich mich am besten auf den Aufnahmetest vor?
Der Schwierigkeitsgrad variiert je nach Hochschule. Geprüft werden vor allem logisches Denken, Sprachverständnis, Konzentration und persönliche Eignung – nicht primär medizinisches Fachwissen.
Typische Aufgaben betreffen Sprachverständnis, logisches und analytisches Denken sowie Konzentrationsfähigkeit. Zusätzlich findet häufig ein persönliches Aufnahmegespräch statt.
Nein, umfangreiche medizinische Vorkenntnisse sind meist nicht erforderlich. Wichtiger sind kognitive Fähigkeiten, Deutschkenntnisse und die Motivation für das Studium Gesundheits- und Krankenpflege.
Hilfreich sind Übungsaufgaben zu Logik- und Konzentrationstests, Erfahrungen aus einer Beschäftigung im relevanten Berufsumfeld, sowie eine gute Vorbereitung.
- FH Gesundheitsberufe OÖ, “Ablauf Aufnahmeverfahren für die Bachelor Studiengänge an der FH Gesundheitsberufe OÖ 2026″, https://www.fh-gesundheitsberufe.at/... (Letzter Zugriff am: 16.06.2026)
- Hochschule für Angewandte Wissenschaften St. Pölten, “Alle Bewerbungsfristen und Aufnahmetermine”, https://www.ustp.at/... (Letzter Zugriff am: 16.06.2026)
- Fachhochschule Salzburg, “Bewerbung & Aufnahme”, https://www.fh-salzburg.ac.at/... (Letzter Zugriff am: 16.06.2026)


