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Eine Pflegeausbildung eröffnet hervorragende Berufsperspektiven, ist jedoch oft mit finanziellen Herausforderungen verbunden. Genau hier setzt das Pflegestipendium an. Die Förderung des Arbeitsmarktservice (AMS) unterstützt angehende Pflegekräfte während ihrer Ausbildung finanziell und erleichtert den Einstieg oder Quereinstieg in einen Pflege- und Sozialbetreuungsberuf. Doch wer hat Anspruch auf die Förderung? Wie hoch fällt das Pflegestipendium aus? Und wie läuft die Antragstellung beim AMS ab? Dieser Artikel gibt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Interessierte.
Das Wichtigste zum Pflegestipendium in Kürze
- Das Pflegestipendium unterstützt arbeitslose oder für die Ausbildung karenzierte Personen während einer Pflege- oder Sozialbetreuungsausbildung finanziell.
- Die Förderung beträgt derzeit mindestens 55,01 Euro pro Tag. In einem Monat sind dies 1.650,30 Euro.
- Voraussetzungen sind eine förderfähige Ausbildung mit mindestens 25 Wochenstunden sowie vorherige Vereinbarung der Ausbildung mit dem AMS.
- Das Pflegestipendium kann höchstens vier Jahre und für maximal zwei unterschiedliche Ausbildungen gewährt werden.
- Ein Zuverdienst ist bei mindestens viermonatigen Ausbildungen grundsätzlich bis zur Geringfügigkeitsgrenze von 551,10 Euro monatlich möglich.
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Was ist das Pflegestipendium?
Das Pflegestipendium ist eine Sonderform der „Beihilfe zur Deckung des Lebensunterhalts” (DLU), die der Arbeitsmarktservice (AMS) im Rahmen von Pflegeausbildungen vergibt. Ziel der Förderung ist es, mehr Menschen für Pflege- und Sozialbetreuungsberufe zu gewinnen und den beruflichen Umstieg in eine Branche mit hohem Personalbedarf zu erleichtern.
Während der Ausbildung erhalten Förderungsbezieher eine monatliche finanzielle Unterstützung zur Sicherung des Lebensunterhalts. Darüber hinaus sind sie während des Bezugs des Pflegestipendiums kranken-, unfall- und pensionsversichert.
Wer hat Anspruch auf das Pflegestipendium?
Das Pflegestipendium richtet sich insbesondere an Personen, die eine Ausbildung in einem Pflege- oder Sozialbetreuungsberuf absolvieren möchten und dafür finanzielle Unterstützung benötigen. Förderbar sind Arbeitslose und Personen, die ihr bestehendes Dienstverhältnis für die Dauer der Ausbildung karenzieren. Auch Selbstständige können infrage kommen, wenn sie ihre selbstständige Erwerbstätigkeit während der Ausbildung ruhend melden.
Zum Ausbildungsbeginn muss das 20. Lebensjahr vollendet sein, da seit dem individuellen Ende der Ausbildungspflicht mindestens zwei Jahre vergangen sein müssen. Zusätzlich müssen entweder zwei Jahre seit der Matura beziehungsweise seit einem Schul- oder Studienabbruch vergangen sein oder Ansprüche aus der Arbeitslosenversicherung bestehen, beispielsweise auf Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe.
Darüber hinaus gelten für das Pflegestipendium weitere Voraussetzungen. Die gewählte Ausbildung muss mindestens 25 Wochenstunden umfassen. Außerdem muss die Ausbildung vor ihrem Beginn mit dem AMS vereinbart werden. Eine vorangehende arbeitsmarktpolitische Beratung ist verpflichtend. Bei einer Ausbildung an einer Fachhochschule muss zusätzlich ein persönliches Beratungsgespräch stattfinden. Ob die individuellen Voraussetzungen erfüllt sind, klärt die zuständige AMS-Geschäftsstelle im Rahmen eines Beratungsgesprächs.
Wichtig: Die Ausbildung sollte erst nach Vorliegen der Förderzusage beginnen. Startet die Ausbildung bereits vor der Genehmigung, kann der Förderanspruch entfallen. Deshalb empfiehlt es sich, das AMS zu kontaktieren, sobald der Entschluss für die Ausbildung feststeht.
Welche Ausbildungen werden gefördert?
Das Pflegestipendium kann für verschiedene Ausbildungen im Pflege- und Sozialbetreuungsbereich beantragt werden. Gefördert werden insbesondere Berufe, für die ein hoher Fachkräftebedarf besteht. Dazu gehören nach aktuellen Förderbestimmungen:
- Pflegeassistenz (PA)
- Pflegefachassistenz (PFA)
- Bachelorstudium in Gesundheits- und Krankenpflege an einer österreichischen Fachhochschule, sofern die Ausbildung frühestens am 1. September 2024 begonnen wurde
- Fach-Sozialbetreuer und Sozialbetreuungsberufe mit den Schwerpunkten Altenarbeit, Behindertenarbeit, Familienarbeit oder Behindertenbegleitung
Da nicht jede Ausbildung automatisch förderfähig ist, empfiehlt sich eine frühzeitige Abklärung mit dem AMS. So lassen sich unnötige Verzögerungen vermeiden und die Fördermöglichkeiten frühzeitig prüfen.
Höhe und Dauer der Förderungszahlungen
Die Förderung beträgt aktuell mindestens 55,01 Euro pro Tag. In einem Monat mit 30 Tagen ergibt das 1.650,30 Euro. Da die Berechnung nach Kalendertagen erfolgt, kann der ausgezahlte Monatsbetrag schwanken. Eine staatlich festgelegte Obergrenze existiert nicht.
Übersteigt Dein Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe den Mindestbetrag der Pflegestipendiums-Förderung, bekommst Du den höheren Betrag ausgezahlt. Eine weitere Zahlung für das Pflegestipendium erfolgt dann nicht. Du bekommst nur eine Zahlung, die den höheren der beiden Beträge (Arbeitslosengeld / Notstandshilfe vs. Mindestbetrag Förderung) abbildet. Den Antrag auf das Pflegestipendium musst Du jedoch trotzdem stellen, damit die Förderung für die Ausbildungsdauer möglich ist.
Die Förderung läuft grundsätzlich über die gesamte Ausbildungsdauer, solange die Voraussetzungen erfüllt und die erforderlichen Fortschrittsnachweise erbracht werden. Die maximale Förderdauer beträgt vier Jahre. Innerhalb dieses Zeitraums kann das Pflegestipendium für höchstens zwei unterschiedliche Ausbildungen bezogen werden. Die Ausbildung muss dabei planmäßig innerhalb des maximalen Förderzeitraumes abgeschlossen werden können.
Weitere finanzielle Unterstützung möglich
Zusätzlich kann das AMS nach individueller Prüfung eine Beihilfe zu nachgewiesenen Kursnebenkosten gewähren. Dazu gehören insbesondere Fahrt- und gegebenenfalls Unterkunftskosten. Die eigentlichen Kurs- oder Ausbildungskosten werden durch das Pflegestipendium hingegen nicht übernommen.
Schritt für Schritt: Wie beantrage ich ein Pflegestipendium?
Damit das Pflegestipendium bewilligt werden kann, ist eine rechtzeitige Antragstellung erforderlich. Die folgende Übersicht zeigt den üblichen Ablauf von der Ausbildungswahl bis zur Förderzusage.
| Schritt | Was ist zu tun? | Wichtige Hinweise |
|---|---|---|
| 1. Ausbildung auswählen | Förderfähige Pflege- oder Sozialbetreuungsausbildung finden | Nicht jede Ausbildung wird automatisch gefördert |
| 2. Ausbildungsplatz sichern | Bewerbung bei einer Schule, Fachhochschule oder Ausbildungseinrichtung | Aufnahmebestätigung oder Ausbildungszusage aufbewahren |
| 3. AMS-Beratung vereinbaren | Termin bei der zuständigen AMS-Geschäftsstelle vereinbaren | Die vorherige Beratung ist verpflichtend; bei FH-Ausbildungen ist ein persönliches Gespräch erforderlich |
| 4. Antrag stellen | Antrag auf Pflegestipendium beim AMS einreichen | Der Antrag muss vor Ausbildungsbeginn gestellt werden |
| 5. Unterlagen vorlegen | Erforderliche Nachweise einreichen | Fehlende Dokumente können die Bearbeitung verzögern |
| 6. Förderzusage abwarten | Entscheidung des AMS abwarten | Erst nach der Bewilligung besteht Anspruch auf die Förderung |
| 7. Ausbildung beginnen | Ausbildung starten und gegebenenfalls Nachweise erbringen | Der Ausbildungsfortschritt ist mindestens einmal jährlich und nach dem Abschluss nachzuweisen |
Benötigte Unterlagen für das Pflegestipendium
Welche Unterlagen im Einzelfall benötigt werden, teilt das AMS im Rahmen der Beratung mit. In der Regel ist zumindest ein Nachweis über den Ausbildungsplatz beziehungsweise die Aufnahme in die gewünschte Ausbildung erforderlich. Bei einer Karenzierung oder einer ruhend gemeldeten selbstständigen Tätigkeit können entsprechende Nachweise verlangt werden.
Fazit
Das Pflegestipendium zählt zu den attraktivsten Fördermöglichkeiten für den Einstieg oder Quereinstieg in einen Pflegeberuf in Österreich. Neben der monatlichen finanziellen Unterstützung profitieren Förderungsbezieher von einer umfassenden Sozialversicherung sowie gegebenenfalls einer Beihilfe zu Fahrt- oder Unterkunftskosten.
Entscheidend ist jedoch die rechtzeitige Planung: Das AMS muss die Förderung vor Ausbildungsbeginn mit dem Antragsteller vereinbaren und bewilligen. Wer die Voraussetzungen frühzeitig prüft, alle Unterlagen vorbereitet und rechtzeitig einen Beratungstermin vereinbart, schafft die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start in die Pflegeausbildung.
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Häufige Fragen zum Pflegestipendium
- Wie hoch ist das Pflegestipendium in Österreich 2026?
- Kann das Pflegestipendium mit einem Nebenjob kombiniert werden?
- Muss das Pflegestipendium zurückgezahlt werden?
- Kann das Pflegestipendium auch für ein Studium beantragt werden?
Das Pflegestipendium beträgt 2026 mindestens 55,01 Euro pro Tag. In einem Monat mit 30 Tagen entspricht das 1.650,30 Euro. Da nach Kalendertagen abgerechnet wird, fällt der Betrag in Monaten mit 28, 29 oder 31 Tagen entsprechend niedriger oder höher aus.
Ein Zuverdienst ist bei einer geförderten Ausbildung, die mindestens vier Monate dauert, grundsätzlich möglich. Das gesamte anrechenbare Einkommen darf 2026 die Geringfügigkeitsgrenze von 551,10 Euro monatlich nicht überschreiten. Dabei werden mehrere Einkommen zusammengerechnet. Wird die Grenze überschritten, kann die Auszahlung des Pflegestipendiums eingestellt werden.
Das Pflegestipendium muss bei ordnungsgemäßem Bezug grundsätzlich nicht zurückgezahlt werden. Werden vorgeschriebene Nachweise über den Ausbildungsfortschritt jedoch nicht fristgerecht erbracht, kann das AMS die Förderung einstellen und bereits ausgezahlte Beträge zurückfordern.
Ja, unter bestimmten Voraussetzungen kann das Pflegestipendium für ein Bachelorstudium der Gesundheits- und Krankenpflege gewährt werden. Förderbar sind entsprechende Studiengänge an österreichischen Fachhochschulen, die frühestens am 1. September 2024 begonnen wurden. Nach aktueller AMS-Regelung können Förderbegehren hierfür bis zum 31. August 2027 eingereicht werden.
- Bundeskanzleramt Österreich, “Pflegestipendium”, https://www.oesterreich.gv.at/... (Letzter Zugriff am: 06.10.2026)
- AMS Österreich, “Pflegestipendium”, https://www.ams.at/... (Letzter Zugriff am: 06.10.2026)
- Bundesarbeitskammer, “Pflegestipendium”, https://www.arbeiterkammer.at/... (Letzter Zugriff am: 06.10.2026)







