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In Österreich sind medizinische Assistenzberufe ein zentraler Bestandteil des Gesundheitswesens, da sie Ärzten und Pflegekräften in vielfältigen Bereichen zur Seite stehen. Das Berufsfeld ist sehr abwechslungsreich und umfasst Tätigkeiten von der Operationsassistenz, über Laborarbeit, bis hin zur medizinischen Fachassistenz. Die Gehälter variieren stark, abhängig von Qualifikation, Erfahrung, Tarifbindung und der jeweiligen Einrichtung. Besonders kirchliche oder spezialisierte Einrichtungen zahlen oft höhere Vergütungen. Im folgenden Artikel werden die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten, Gehaltsstrukturen und Aufstiegschancen innerhalb der medizinischen Assistenz vorgestellt, um einen umfassenden Überblick über dieses vielseitige Berufsfeld zu geben.
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Welche Faktoren beeinflussen Gehälter in medizinischen Assistenzberufen?
Das Gehalt in der medizinischen Assistenz in Österreich wird von mehreren zentralen Faktoren bestimmt. Eine große Rolle spielt die Qualifikation, also ob eine Ausbildung, Spezialisierung oder zusätzliche Weiterbildung vorliegt. Ebenso wichtig ist die Tarifbindung, da viele Einrichtungen nach kollektivvertraglichen Regelungen bezahlen, während private Anbieter häufig eigene Gehaltsstrukturen haben. Auch die Berufserfahrung wirkt sich direkt auf das Einstiegs- und Entwicklungseinkommen aus. Schließlich beeinflusst die Region sowie die städtische oder ländliche Lage die tatsächliche Höhe des Gehalts deutlich.
Tarifbindung und Berufserfahrung
In medizinischen Assistenzberufen spielt die Tarifbindung eine zentrale Rolle für die Gehaltsgestaltung. Kollektivverträge legen verbindlich fest, wie viel Beschäftigte in bestimmten Einrichtungen verdienen und welche Arbeitsbedingungen gelten. Sie schaffen Transparenz, sichern faire Bezahlung und regeln Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb der Gehaltsstufen.
In diesem Berufsfeld gibt es unterschiedliche Kollektivverträge, je nachdem, wo man arbeitet. So gelten eigene Verträge für Angestellte in Spitälern, für Mitarbeiter bei Ärzten, in ärztlichen Gruppenpraxen oder Primärversorgungseinheiten – beispielsweise in Niederösterreich. Auch kirchliche Einrichtungen wie Caritas oder Diakonie nutzen eigene Kollektivverträge, die oft etwas höhere Gehälter und spezielle Zusatzleistungen vorsehen.
Die Kollektivverträge sind in Gruppen und Stufen aufgebaut: Die Gruppen ordnen die Tätigkeiten nach Verantwortung, Qualifikation und Spezialisierung ein, während die Stufen die Berufserfahrung widerspiegeln. Mit zunehmender Erfahrung oder durch absolvierte Weiterbildungen kann man sowohl innerhalb der Stufen als auch durch einen Gruppenwechsel zu höheren Gehältern aufsteigen. Dadurch werden Berufserfahrung und Qualifikation direkt in das Einkommen einbezogen.
Gehälter in medizinischen Assistenzberufen mit Ausbildung
Medizinische Assistenzberufe bieten eine große Vielfalt an Tätigkeiten und Spezialisierungen – Von der Diagnostik, über Laborarbeit, bis hin zur direkten Patientenversorgung. Viele dieser Berufe werden dual oder praxisorientiert ausgebildet, sodass Auszubildende von Beginn an im medizinischen Betrieb mitarbeiten und praktische Erfahrung sammeln. Dadurch gelingt der Einstieg in den Berufsalltag früh und die Lerninhalte lassen sich direkt in der Praxis anwenden.
Ausbildungsvergütung
Die Ausbildungsvergütung in medizinischen Assistenzberufen hängt stark von der konkreten Lehre, der Branche und teilweise auch vom Bildungsstand – etwa dem Abschluss der Matura – ab. Je nach Berufsfeld liegen die Vergütungen häufig in folgenden Bereichen:
- 1. Ausbildungsjahr: 750 Euro bis 1.073 Euro
- 2. Ausbildungsjahr: 800 Euro bis 1.255 Euro
- 3. Ausbildungsjahr: 1.224 Euro bis 1.705 Euro
Einige Ausbildungen werden jedoch schulisch absolviert. Dort gibt es in der Regel keine Vergütung, da kein Anstellungsverhältnis im Betrieb besteht.
Gehälter in den acht medizinischen Assistenz-Ausbildungen
Gemäß des Medizinischen-Assistenzberufe-Gesetzes in Österreich gibt es acht klar definierte Berufe, die alle auf die Unterstützung von Ärzten sowie Pflegefachkräften in unterschiedlichen Bereichen spezialisiert sind. Dazu zählen:
- Desinfektionsassistenz, zuständig für Sterilisation und Hygiene in medizinischen Einrichtungen.
- Gipsassistenz, die bei der Versorgung von Frakturen hilft.
- Laborassistenz, die Laboruntersuchungen und Diagnostik unterstützt.
- Obduktionsassistenz, tätig bei Autopsien.
- Operationsassistenz, die im OP-Bereich die Ärzte unterstützt.
- Ordinationsassistenz, die Praxisabläufe und Patientenbetreuung übernimmt.
- Röntgenassistenz, verantwortlich für bildgebende Verfahren.
- Medizinische Fachassistenz, die vielfältige klinische und administrative Aufgaben abdeckt.
Alle acht Berufe unterscheiden sich in Aufgaben, Verantwortung und Spezialisierung, bieten jedoch die Möglichkeit, durch Erfahrung oder Weiterbildungen höhere Gehaltsstufen innerhalb der jeweiligen Kollektivverträge zu erreichen.
| Beruf | Einstiegsgehalt | Mediangehalt |
| Desinfektionsassistenz | 2.000 Euro | 2.780 Euro |
| Gipsassistenz | 2.038 Euro | 2.250 Euro |
| Laborassistenz | 2.040 Euro | 2.420 Euro |
| Medizinische Fachassistenz | 1.890 Euro | 2.460 Euro |
| Obduktionsassistenz | 1.720 Euro | 2.040 Euro |
| Operationsassistenz | 1.900 Euro | 2.480 Euro |
| Ordinationsassistenz | 1.940 Euro | 2.100 Euro |
| Röntgenassistenz | 2.000 Euro | 2.550 Euro |
Mehr zu den medizinischen Assistenz-Ausbildungen:
- Gehalt Desinfektionsassistenz
- Gehalt Gipsassistenz
- Gehalt Laborassistenz
- Gehalt Obduktionsassistenz
- Gehalt Operationsassistenz
- Gehalt Ordinationsassistenz
- Gehalt Röntgenassistenz
- Gehalt Medizinische Fachassistenz
Gehalt in weiteren Ausbildungsberufen
Der Berufseinstieg für Drogisten liegt bei rund 2.040 Euro, später liegen die Gehälter meist bei 2.620 Euro. Laut Kollektivvertrag der Arbeitgebervereine liegen die tariflichen Werte zwischen 2.303 und 2.936 Euro. Der Verdienst der Pharmazeutisch-kaufmännischen Assistenz (PKA) liegt bei etwa 1.800 Euro. Laut Kollektivvertrag für PKA und Apothekenhilfspersonal (Beschäftigungsgruppe 4) beträgt das Gehalt 2.297 bis 3.723 Euro – abhängig von Stufe und Erfahrung.
In der Tierärztlichen Ordinationsassistenz starten Beschäftigte mit etwa 1.650 Euro, später sind Gehälter von 2.100 Euro üblich. Der Kollektivvertrag der Arbeitgebervereine sieht 2.189 bis 2.464 Euro vor – in privaten Praxen liegt das reale Gehalt jedoch häufig höher. Zahnärztliche Assistenten starten typischerweise bei rund 1.750 Euro. Der Kollektivvertrag der Österreichischen Zahnärztekammer sieht Gehälter zwischen 1.931 und 2.314 Euro vor.
Der Einstieg in der Pflegefachassistenz (PFA) liegt – je nach Einrichtung – bei etwa 2.670 Euro. Bei kirchlichen Trägern wie der Caritas bewegen sich die kollektivvertraglichen Gehälter zwischen 2.795 und 3.745 Euro. Operationstechnische Assistenten (OTA) verdienen beim Einstieg meist 2.500 Euro. Der Kollektivvertrag der Arbeitgebervereine ordnet sie der Verwendungsgruppe K4 zu, mit tariflichen Gehältern zwischen 2.883 und 3.559 Euro.
Die medizinische Verwaltungsassistenz wird als schulische Kurzausbildung absolviert. Das Einstiegsgehalt liegt bei rund 2.100 Euro und kann mit Erfahrung auf etwa 2.590 Euro steigen. In höheren Gehaltsgruppen nach Kollektivvertrag sind sogar Gehälter zwischen 3.200 Euro und 6.200 Euro möglich.
Mehr zu den genannten Gehältern hier:
- Gehalt Drogist
- Gehalt Pharmazeutisch-kaufmännische Assistenz
- Gehalt Tierärztliche Ordinationsassistenz
- Gehalt Zahnärztliche Assistenz
- Gehalt Pflegefachassistenz
- Gehalt Operationstechnischer Assistent
- Gehalt Medizinische Verwaltungsassistenz
Gehälter in medizinischen Assistenzberufen mit Studium
Auch wenn die meisten medizinischen Assistenzberufe klassisch über eine Lehre oder Fachausbildung erlernt werden, gibt es dennoch Studiengänge, die in verwandte Tätigkeitsfelder führen oder bestimmte Assistenzbereiche akademisch vertiefen. Dazu gehören vor allem Studien im Bereich Gesundheitswissenschaften, Public Health, Biomedizin, Medizintechnik oder Gesundheitsmanagement. Akademische Abschlüsse eröffnen häufig spezialisierte Aufgaben, bessere Aufstiegsmöglichkeiten und – je nach Einrichtung – höhere Gehaltsstufen innerhalb der jeweiligen Kollektivverträge.
Gehalt im Studium
Während eines Vollzeitstudiums in der medizinischen Assistenz fällt in der Regel kein Gehalt an. An öffentlichen Hochschulen müssen Studierende meist nur Semesterbeiträge zahlen, während an privaten Hochschulen monatliche Studiengebühren anfallen können. Förderungen wie Stipendien, Studienbeihilfen oder staatliche Unterstützungen können zur Finanzierung genutzt werden.
Gehalt nach Studienabschluss
Nach einem Studium in der medizinischen Assistenz eröffnen sich vor allem spezialisierte Tätigkeiten, die über das klassische Ausbildungsniveau hinausgehen. Ein Beispiel ist der Dentalhygieniker, die mit einem Einstiegsgehalt von rund 2.500 Euro brutto pro Monat starten kann. Da dieser Beruf in Österreich noch nicht einheitlich durch Kollektivverträge geregelt ist, orientiert sich die Bezahlung häufig an ähnlichen Berufsgruppen. Vergleichbar sind etwa Prophylaxeassistenten, deren kollektivvertragliches Mindestgehalt bei 1.931 Euro pro Monat liegt – in der Praxis jedoch oft höher ausfällt. Mehr dazu hier:
Gehälter in medizinische Assistenzberufen mit Weiterbildung
Weiterbildungen spielen im medizinischen Assistenzbereich eine zentrale Rolle, weil sie nicht nur fachliche Kompetenzen erweitern, sondern auch die Karriere- und Verdienstmöglichkeiten spürbar verbessern. Je nach Ausgangsberuf können Zusatzqualifikationen den Aufgabenbereich deutlich erweitern – etwa durch Spezialisierungen in der Diagnostik, im OP-Bereich, in der Verwaltung oder in der Prävention. Viele Weiterbildungen sind berufsbegleitend möglich, was den Einstieg erleichtert, jedoch meist nicht vergütet wird und mit eigenen Kosten verbunden sein kann.
Wer eine Weiterbildung erfolgreich abschließt, kann jedoch häufig in eine höhere Verwendungsgruppe oder Gehaltsstufe eines Kollektivvertrags aufsteigen. Dadurch erhöht sich das Einstiegsgehalt – in einigen Bereichen sogar deutlich. Besonders spezialisierte Tätigkeiten wie etwa OP-Assistenz, Hygienemanagement, diagnostische Zusatzqualifikationen oder administrative Leitungsfunktionen bieten oft spürbare Gehaltssteigerungen und eröffnen zusätzliche Verantwortungsbereiche.
Berufe mit Top-Verdienstmöglichkeiten
Innerhalb der medizinischen Assistenzberufe gibt es deutliche Unterschiede bei den Verdienstmöglichkeiten. Besonders hohe Gehälter erzielen Fachkräfte in spezialisierten Bereichen wie Operationsassistenz, Röntgenassistenz oder Laborassistenz, insbesondere wenn sie in kirchlichen Einrichtungen wie der Diakonie oder Caritas tätig sind. Auch leitende Positionen, etwa in der Ordinationsassistenz größerer Praxen oder in Spitalseinheiten, bringen deutlich höhere Einkommen. Generell zeigt sich: Je höher die Verantwortung, die Spezialisierung und die Tarifbindung, desto größer sind die Chancen auf überdurchschnittliche Gehälter in diesem vielseitigen Berufsfeld.
Passende Jobs im Gesundheitswesen
Passende Jobs in der medizinischen Assistenz gibt es bei Medi-Karriere. Hier gibt es Jobs als Operationstechnischer Assistent, Stellenangebot als Drogist und Dentalhygieniker-Stellen und viele mehr.
Häufige Fragen
- Wie viel verdient man in der medizinischen Assistenz?
- Was ist eine medizinische Assistenz?
- Wie werde ich medizinische Assistentin?
In medizinischen Assistenzberufen variiert das Gehalt stark je nach Spezialisierung, Erfahrung und Einrichtung, typischerweise zwischen etwa 1.650 und 3.600 Euro monatlich.
Der Begriff Medizinische Assistenz umfasst Tätigkeiten, die Ärzte und Pflegekräfte in Bereichen wie Labor, Operation, Ordination oder Röntgen unterstützen und administrative sowie praktische Aufgaben übernehmen.
Um medizinische Assistentin zu werden, absolviert man in der Regel eine einschlägige Ausbildung, entweder dual oder schulisch, und kann sich anschließend auf spezielle Assistenzbereiche weiterbilden.




