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Die Beratung über Pflegeleistungen ist ein zentraler Bestandteil der Gesundheitsversorgung in Österreich und gewinnt angesichts der steigenden Zahl pflegebedürftiger Menschen immer mehr an Bedeutung. Sie unterstützt Pflegebedürftige und ihre Angehörigen dabei, den Alltag besser zu organisieren, Leistungen und Fördermöglichkeiten zu verstehen und individuelle Lösungen zu entwickeln. Gleichzeitig entlastet sie pflegende Angehörige und gibt ihnen Sicherheit im Umgang mit komplexen Pflegefragen. Gut strukturierte Beratung berücksichtigt medizinische, pflegefachliche, organisatorische und psychosoziale Aspekte und stärkt die Selbstbestimmung der Ratsuchenden. Im folgenden Artikel erfährst Du, wie Du Deine Pflegeberatung optimal gestalten kannst und welche Faktoren entscheidend für erfolgreiche Beratungsgespräche sind.
Das Wichtigste zur Beratung über Pflegeleistungen in Kürze
- Die Pflegeberatung informiert Pflegebedürftige und Angehörige über Versorgungsangebote, Pflegegeld, Förderungen und Entlastungsmöglichkeiten.
- DGKP können den Pflegebedarf erheben, den Pflegeprozess planen und pflegerische Schulungen durchführen. Andere Pflegekräfte beraten im Rahmen ihrer jeweiligen beruflichen Kompetenzen.
- Eine gute Beratung berücksichtigt die individuelle Pflegesituation, vorhandene Ressourcen und mögliche Belastungen der Beteiligten.
- Empathie, verständliche Informationen, professionelle Grenzen und selbstbestimmte Entscheidungen bilden die Grundlage erfolgreicher Beratungsgespräche.
- Bei medizinischen, rechtlichen oder finanziellen Fragen außerhalb des eigenen Kompetenzbereichs vermitteln Pflegekräfte an die zuständigen Fach- und Beratungsstellen weiter.
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Pflege in Österreich: Zahlen und Versorgungsrealität
2025 bezogen im Jahresdurchschnitt 501.237 Menschen in Österreich Pflegegeld. Fast 80 Prozent der Menschen mit Pflegebedarf werden zu Hause betreut, während nur rund 20 Prozent im stationären Bereich leben. Die Pflege findet damit überwiegend im privaten Umfeld statt und wird größtenteils von Angehörigen getragen.
Für die Pflegeberatung bedeutet das: Pflegekräfte wie DGKP müssen aktiv zuhören, verständlich informieren und realistische Unterstützungsmöglichkeiten aufzeigen. Denn die Zahl potenziell pflegender Angehöriger sinkt tendenziell, während sich die Pflegearbeit oft auf eine einzelne Person konzentriert, die zusätzlich Beruf, Familie und eigene Bedürfnisse unter einen Hut bringen muss.
Warum eine Beratung über Pflegeleistungen so wichtig ist
Pflegeberatung ist ein zentraler Bestandteil guter Pflege, weil sie Orientierung in einer oft belastenden und unübersichtlichen Situation bietet. Sie informiert verständlich über unterschiedliche Pflegemöglichkeiten, wie Pflege zu Hause, mobile Dienste oder stationäre Angebote, und erklärt, welche Unterstützung im jeweiligen Fall sinnvoll ist. Gleichzeitig hilft sie dabei, bürokratische Anforderungen zu bewältigen, etwa bei der Antragstellung für Pflegegeld, Förderungen oder Sachleistungen.
Inhalte der Beratung über Pflegeleistungen
Pflegeberatung umfasst viele Aufgaben und sollte immer ganzheitlich und strukturiert erfolgen. Ziel ist es, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen verständlich zu informieren, sie aktiv zu begleiten und spürbar zu entlasten. Dabei stehen sowohl organisatorische als auch pflegefachliche und psychosoziale Themen im Mittelpunkt. Zu den zentralen Inhalten der Pflegeberatung zählen unter anderem:
| Bereich | Inhalte in der Pflegeberatung |
| Information und Orientierung | Aufzeigen von Unterstützungsmöglichkeiten wie mobile Dienste, Tageszentren, Kurzzeitpflege oder finanzielle Leistungen. |
| Individuelle Beratung | Einschätzung der Situation, Vorstellung passender Leistungen und ggf. Erstellung eines persönlichen Versorgungsplans. |
| Antragsunterstützung | Vorbereitung und Begleitung entscheidungsreifer Anträge, zum Beispiel für Pflegegeld oder Förderungen. |
| Abstimmung mit Fachkräften | Kontakt und Koordination mit Ärzten und weiteren Dienstleistern. |
| Spezielle Pflegeberatung | Umgang mit Menschen mit Demenz und durch entsprechend qualifizierte Fachpersonen durchgeführte Schulung pflegerischer Tätigkeiten, etwa Verbandwechsel, Lagerung und Mobilisation. |
| Information und Weitervermittlung bei rechtlichen und ethischen Fragen | Allgemeine Informationen sowie Vermittlung an zuständige Beratungsstellen, beispielsweise bei Fragen zu Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung oder Entscheidungen am Lebensende. |
Zielgruppen der Pflegeberatung
Die Beratung über Pflegeleistungen richtet sich an unterschiedliche Personengruppen, die im Laufe eines Pflegeprozesses Unterstützung, Orientierung und fachliche Begleitung benötigen. Eine zielgerichtete Ansprache ist dabei entscheidend, um Informationen verständlich zu vermitteln und passende Lösungen anzubieten. Zu den wichtigsten Zielgruppen zählen pflegebedürftige Personen allgemein, insbesondere Menschen mit Demenz, ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen, sowie pflegende Angehörige. Aber auch multiprofessionelle Beteiligte wie Ärzte oder soziale Dienste profitieren von den Beratungsleistungen.
Wer übernimmt die Kosten?
In Österreich stehen zahlreiche kostenlose Beratungsangebote des Bundes, der Bundesländer und weiterer öffentlicher oder gemeinnütziger Stellen zur Verfügung. Ob eine persönliche Beratung durch mobile Dienste oder private Anbieter kostenlos ist, hängt vom jeweiligen Angebot und vom Bundesland ab. Vor der Inanspruchnahme solltest Du deshalb klären, ob Kosten oder Selbstbehalte entstehen.
Erfolgsfaktoren im Beratungsgespräch
Eine erfolgreiche Pflegeberatung hängt nicht nur von Deinem Fachwissen ab, sondern vor allem von der Art, wie Du das Gespräch führst. Ein gutes Beratungsgespräch schafft Vertrauen, nimmt die individuelle Situation ernst und unterstützt pflegende Angehörige oder Pflegebedürftige dabei, Entscheidungen selbstbestimmt zu treffen.
Tipps für Dein Beratungsgespräch
- Vertrauen aufbauen: Schaffe ein angenehmes Gesprächsklima.
- Einfühlsam zuhören: Gehe auf die individuellen Bedürfnisse Deines Klienten ein.
- Fakten klären: Frage den Sachverhalt gründlich ab, sodass Du keine offenen Fragen hast.
- Gezielt nachhaken: Stelle die richtigen Fragen, um Details zu erfassen.
- Lösungswege aufzeigen: Suche Lösungen aktiv und bespreche diese mit dem Klienten.
- Eigeninitiative fördern: Lasse den Ratsuchenden eigene Lösungen finden.
- Grenzen setzen: Zeige Mitgefühl und achte zugleich auf professionelle Grenzen und Deine eigene psychische Gesundheit.
Echtheit in der Beratungssituation
Du solltest aufrichtiges Interesse an den Anliegen Deiner Ratsuchenden zeigen. Dazu gehört, aktiv zuzuhören, Rückfragen zu stellen und auf die individuelle Situation einzugehen, ohne vorgefasste Lösungen anzubieten. Deine Beratung sollte frei von Vorurteilen erfolgen, sodass die pflegende Person offen über ihre Belastungen, Wünsche und Fragen sprechen kann. Echtes Zuhören schafft Vertrauen und bildet die Basis für eine bedarfsgerechte Unterstützung.
Positive Wertschätzung und Empathie
In der Beratung über Pflegeleistungen ist es zudem wichtig, die Ratsuchenden als eigenständige, mündige Personen zu sehen. Ihre Erfahrungen, Gefühle und Entscheidungen werden anerkannt, auch wenn sie von Deinen Vorstellungen als Pflegekraft abweichen. Kritik, Schuldzuweisungen oder belehrende Ratschläge solltest Du vermeiden. Stattdessen solltest Du den Ratsuchenden bestärken, eigene Lösungen zu entwickeln und gleichzeitig Wertschätzung zu vermitteln. Auch Empathie ist ein wichtiger Grundpfeiler in Deiner Beratung. Einfühlsames Verstehen stärkt das Vertrauen und erleichtert die Umsetzung von Pflegeentscheidungen im Alltag.
Dipl. Gesundheits- und Krankenpfleger/in Stellenangebote
Leitfaden für die optimale Beratung über Pflegeleistungen
Ein strukturierter Pflegeberatungsprozess ermöglicht es Dir, Deine Beratung effizient, verständlich und bedarfsgerecht zu gestalten, während er Angehörige spürbar entlastet.
Zuerst erfolgt die Situationsanalyse, bei der Du den Pflegebedarf, vorhandene Ressourcen und mögliche Belastungen gemeinsam mit den Betroffenen erfasst. Darauf aufbauend informierst Du sie über Unterstützungsmöglichkeiten, Leistungen, zuständige Stellen für rechtliche Fragen und bürokratische Anforderungen, sodass die Ratsuchenden gut vorbereitet Entscheidungen treffen können. Anschließend erstellst Du im Rahmen Deiner beruflichen Qualifikation und Funktion individuelle Versorgungspläne, unterstützt bei der Vorbereitung von Anträgen und koordinierst konkrete Maßnahmen, um die Versorgung effizient und bedarfsgerecht umzusetzen.
Ein weiterer zentraler Bestandteil ist die Begleitung und Nachbetreuung, durch die Du sicherstellst, dass die vereinbarten Maßnahmen umgesetzt werden und bei Bedarf angepasst werden können. Gleichzeitig bietest oder vermittelst Du im Rahmen Deiner beruflichen Kompetenzen Schulungen, Workshops und Entlastungsgespräche, stärkst pflegende Angehörige und wirkst Überlastung aktiv entgegen.
Checkliste für beratende Pflegekräfte
Eine klare Checkliste hilft Dir, Deine Beratungsgespräche strukturiert und effektiv zu gestalten. Sie stellt sicher, dass alle relevanten Aspekte berücksichtigt werden und Ratsuchende umfassend unterstützt werden.
Wichtige Punkte für Deine Pflegeberatung:
- Pflegebedarf, Ressourcen und Belastungen erfassen
- Informationen zu Leistungen, Förderungen und zuständigen Beratungsstellen für rechtliche Fragen bereitstellen
- Aufrichtig zuhören, Ratsuchende wertschätzen und einfühlsam verstehen
- Im Rahmen der eigenen beruflichen Kompetenzen individuelle Versorgungspläne erstellen und Maßnahmen koordinieren
- Unterstützung bei Anträgen leisten
- Pflegerische Tätigkeiten im Rahmen der eigenen Qualifikation schulen oder entsprechende Schulungsangebote vermitteln
- Entlastungsangebote und Hilfen für Angehörige aufzeigen
- Nachbetreuung vereinbaren und Maßnahmen anpassen
- Beratung zu ethischen Fragen und Demenz anbieten
Passende Jobs in der Pflege
Passende Jobs in der Pflege findet man bei Medi-Karriere. Hier gibt es Jobs als Pflegeassistent, Stellenangebote als DGKP, Pflegehelfer-Stellen und viele mehr.
Häufige Fragen zur Beratung über Pflegeleistungen
- Was wird bei einer Pflegeberatung gemacht?
- Wie beantrage ich Pflegegeld in Österreich?
- Welche Pflegestufen gibt es und wie wird eingestuft?
- Wo finde ich Pflegeberatungsstellen in meinem Bundesland?
Bei einer Pflegeberatung werden der individuelle Pflegebedarf und die vorhandenen Ressourcen erfasst, passende Leistungen vorgestellt und je nach Beratungsangebot und Qualifikation der beratenden Person mögliche Versorgungsschritte geplant. Zudem erhalten Ratsuchende Unterstützung bei Anträgen, praktische Anleitung für pflegerische Tätigkeiten und Informationen beziehungsweise Verweise auf zuständige Stellen bei rechtlichen oder ethischen Fragen. Deine Beratung soll Angehörige entlasten und Pflegebedürftige in ihrer Selbstständigkeit stärken.
Pflegegeld wird zweckmäßigerweise bei der pensionsauszahlenden Stelle beziehungsweise beim zuständigen Sozialversicherungsträger beantragt. Der Antrag kann auch formlos gestellt werden. Vorhandene ärztliche Befunde sollten beigefügt werden. Anschließend erfolgt in der Regel ein Hausbesuch durch einen Arzt oder eine diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson. Über den Anspruch und die Pflegegeldstufe entscheidet der zuständige Sozialversicherungsträger auf Grundlage des Gutachtens.
In Österreich gibt es sieben Pflegegeldstufen. Maßgeblich sind der monatliche Pflegebedarf sowie bei den Stufen 5 bis 7 zusätzliche Voraussetzungen, etwa ein außergewöhnlicher Pflegeaufwand oder die Notwendigkeit dauernder Anwesenheit. Die Begutachtung erfolgt durch einen Arzt oder eine diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson. Über die Einstufung entscheidet anschließend der zuständige Sozialversicherungsträger.
Pflegeberatungsstellen sind über regionale Sozialdienste, mobile Dienste, Diakonie oder Rotes Kreuz erreichbar. Eine aktuelle Übersicht der Pflegeberatungsstellen und Pflege-Hotlines aller Bundesländer bietet die staatliche Informationsplattform www.pflege.gv.at.
- Österreichisches Rotes Kreuz, “Pflege daheim: Wo finde ich Unterstützung?”, https://www.roteskreuz.at/... (Abrufdatum: 31.08.2026)
- Bundesministerium Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, “Pflege und Betreuung”, https://www.sozialministerium.gv.at/... (Abrufdatum: 31.08.2026)
- Sozialministeriumsservice, “Unterstützung für pflegende Angehörige und Zuwendung für Pflegekurse”, https://www.sozialministeriumservice.gv.at/... (Abrufdatum: 31.08.2026)
- Diakonie, “Wichtigste Zahlen und Fakten rund ums Alter”, https://www.diakonie.at/... (Abrufdatum: 07.04.2026)
- Statistik Austria, “Pflegegeld”, https://www.statistik.at/... (Abrufdatum: 31.08.2026)
- Pflege.gv.at, “Pflegeberatungsstellen im Bundesland”, https://pflege.gv.at/... (Abrufdatum: 31.08.2026)
- Österreich.gv.at, “Antrag auf Pflegegeld”, https://www.oesterreich.gv.at/... (Abrufdatum: 31.08.2026)
- Österreich.gv.at, “Höhe des Pflegegeldes”, https://www.oesterreich.gv.at/... (Abrufdatum: 31.08.2026)



