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Die medizinische Verwaltung ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Gesundheitssystems. Ohne gut organisierte Abläufe würden Arztpraxen, Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen nur schwer funktionieren. Fachkräfte in diesem Bereich sorgen dafür, dass Termine koordiniert, Patientendaten korrekt erfasst und Abläufe effizient gestaltet werden. Gleichzeitig entlasten sie Ärzte und unterstützen Patientinnen und Patienten bei allen organisatorischen Fragen.
In Österreich bieten sich vielfältige Karrieremöglichkeiten – vom Einstieg nach einer Ausbildung über akademische Wege bis hin zu Weiterbildungen oder Quereinstiegen. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Chancen, Anforderungen und Perspektiven in der medizinischen Verwaltung.
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Voraussetzungen für Berufe in der medizinischen Verwaltung
Die Voraussetzungen für Berufe in der medizinischen Verwaltung fallen sehr unterschiedlich aus. Sie hängen stark davon ab, in welchem Aufgabenbereich man später tatsächlich arbeitet. Für einfache Verwaltungsaufgaben reicht oft bereits ein verpflichtender Schulabschluss. Mit diesem Abschluss kann man meist direkt eine entsprechende Ausbildung beginnen und erste Erfahrungen im Gesundheitswesen sammeln.
Wer jedoch ein weiterführendes Studium anstrebt, benötigt in der Regel die Matura. Sie öffnet den Zugang zu Fachhochschulen oder Universitäten, an denen man sich auf Bereiche wie Gesundheitsmanagement oder medizinische Dokumentation spezialisieren kann.
Viele Weiterbildungen setzen außerdem eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium voraus. Dadurch stellen die Anbieter sicher, dass die Teilnehmer bereits grundlegendes Wissen mitbringen und die Inhalte gut anwenden können.
In der folgenden Tabelle sind einige zentrale Berufe in der medizinischen Verwaltung kurz dargestellt:
| Beruf | Voraussetzung | Ausbildungsweg | Tätigkeiten |
| Medizinische Verwaltungsassistenz | Schulabschluss
Mindestalter 18 Jahre |
Schulische Ausbildung | Organisation und Terminplanung, Empfang und Kommunikation mit Patienten, Abwicklung des Schriftverkehrs sowie Unterstützung des medizinischen Personals. |
| Drogist | Schulabschluss | Duale Ausbildung | Kundenberatung, Verkauf und Marketing von Drogerieprodukten sowie Organisation von Warenmanagement, Lager, Einkauf und Logistik. |
| Pharmareferent | Matura | Bachelorstudium (Humanmedizin, Pharmazie oder Ähnliche) + Pharmareferentenprüfung | Vermittlung medizinischer Informationen, Präsentation neuer Produkte, Pflege von Kundenbeziehungen sowie Marktbeobachtung und -analyse. |
| Pflegemanager | Matura | Bachelorstudium (Pflegemanagement) | Leitung und Organisation des Pflegedienstes, Personal- und Teammanagement, Planung und Optimierung von Pflegeprozessen sowie strategische Entwicklung von Einrichtungen. |
| Case Manager | Berufsausbildung + Berufserfahrung | Weiterbildung | Koordination von Patientenbehandlungen, Schnittstelle zwischen Patienten, Ärzten und Pflegepersonal, Planung individueller Versorgungspläne sowie Dokumentation und Evaluation von Leistungen. |
Praktische Wege: Berufe mit Ausbildung
In die medizinische Verwaltung führen unterschiedliche Ausbildungswege. Viele Menschen beginnen mit einer kaufmännischen oder medizinischen Ausbildung und wechseln danach in administrative Tätigkeiten. Wichtig sind dabei vor allem organisatorische Fähigkeiten, ein sicherer Umgang mit Menschen sowie ein grundlegendes Verständnis für medizinische Abläufe. Zu den möglichen Berufswegen in diesem Berufsfeld gehören beispielsweise Folgende:
Die Kurzausbildung zur medizinischen Verwaltungsassistenz dauert je nach Anbieter etwa drei bis sieben Monate und umfasst Theorie- und Praxisteile. Die Inhalte reichen von Büroorganisation und Schriftverkehr über Buchhaltung und Lohnverrechnung bis hin zu medizinischer Dokumentation. Medizinische Verwaltungsassistenten arbeiten in verschiedenen Gesundheitseinrichtungen, sorgen für einen reibungslosen Ablauf, sind oft die ersten Ansprechpartner für Patientinnen und Patienten, stellen Rezepte aus, vereinbaren Termine und unterstützen das medizinische Personal bei administrativen Aufgaben. Das durchschnittliche Gehalt liegt in diesem Beruf derzeit bei rund 2.590 Euro brutto im Monat.
Die duale Ausbildung zum Drogisten dauert in der Regel drei Jahre und setzt einen Schulabschluss voraus. Drogistinnen und Drogisten übernehmen fachliche und kaufmännische Aufgaben im Ein- und Verkauf sowie in der Logistik von Drogerieprodukten. Sie beraten Kunden, sorgen für die Warenverfügbarkeit und unterstützen das Management der Filiale in organisatorischen Fragen. Hier liegt das Durchschnittgehalt bei rund 2.620 Euro.
Auch die duale Ausbildung zur Pharmazeutisch-kaufmännischen Assistenz (PKA) dauert etwa drei Jahre und erfordert einen Schulabschluss. PKAs organisieren die Abläufe in einer Apotheke, kümmern sich um Bestellungen, Lagerung und Abgabe von Arzneimitteln und unterstützen das Apothekenpersonal in administrativen und kaufmännischen Aufgaben. Das Mediangehalt liegt bei etwa 2.450 Euro.
Mehr Informationen gibt es hier:
- Medizinische Verwaltungsassistenz: Ausbildung und Beruf
- Drogist: Ausbildung und Beruf
- Pharmazeutisch-kaufmännische/r Assistent/in (PKA) – Ausbildung, Beruf und Gehalt
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Akademische Perspektiven: Berufe mit Studium
Auch mit einem Studium kann man in der medizinischen Verwaltung Karriere machen. Besonders Studiengänge aus dem medizinischen oder wirtschaftlichen Bereich eröffnen vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Absolventen arbeiten zum Beispiel in Krankenhäusern, Apotheken, Versicherungen oder im Gesundheitsmanagement. Wer sich akademisch spezialisiert, hat häufig bessere Chancen auf leitende oder strategische Aufgaben und kann so aktiv an der Weiterentwicklung von Gesundheitseinrichtungen mitwirken.
Pharmareferent: Nach einem Studienabschluss, etwa in Humanmedizin, Pharmazie oder einem verwandten Fach, folgt meist eine spezialisierte Weiterbildung von rund vier bis zwölf Monaten. Die Inhalte umfassen unter anderem Blut und Immunologie, Biochemie sowie Pharmakologie. Im Berufsalltag vermitteln Pharmareferenten medizinische Informationen, präsentieren neue Produkte, pflegen Kundenbeziehungen und führen Marktbeobachtungen durch. Sie sind überwiegend in pharmazeutischen Unternehmen tätig, die Arzneimittel herstellen und vertreiben. Das durchschnittliche Gehalt liegt in diesem Bereich bei etwa 5.580 Euro brutto im Monat.
Voraussetzung für Pflegemanager ist die Matura sowie ein Bachelorstudium im Bereich Pflegemanagement (drei Jahre). Pflegemanager leiten und managen den Pflegedienst, koordinieren Teams, organisieren Abläufe und tragen zur Weiterentwicklung von Pflegeeinrichtungen bei. Sie übernehmen strategische Verantwortung und gestalten die Versorgung aktiv mit. Ihr Mediangehalt liegt bei etwa 3.800 Euro.
Diese Beispiele zeigen, wie vielfältig die beruflichen Möglichkeiten nach einem Studium in der medizinischen Verwaltung sind und welche Tätigkeiten Absolventinnen und Absolventen übernehmen können.
Mehr Informationen gibt es hier:
Warum medizinische Verwaltung immer wichtiger wird
Mit zunehmender Digitalisierung und steigenden organisatorischen Anforderungen gewinnt die medizinische Verwaltung stark an Bedeutung. Elektronische Patientenakten, digitale Dokumentation und vernetzte Systeme machen sie zu einer zentralen Schnittstelle im Gesundheitswesen. Gut strukturierte Verwaltungsprozesse sorgen dafür, dass Informationen korrekt erfasst, sicher weitergegeben und medizinische Abläufe effizient unterstützt werden – eine entscheidende Voraussetzung für eine funktionierende, moderne Gesundheitsversorgung.
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Weiterbildungen in der medizinischen Verwaltung
Fort- und Weiterbildungen spielen in der medizinischen Verwaltung eine zentrale Rolle. Sie helfen dabei, sowohl das medizinische Fachwissen als auch die administrativen Fähigkeiten gezielt zu erweitern. Viele Beschäftigte nutzen Weiterbildungen, um ihre Aufgaben effizienter zu bewältigen und sich gleichzeitig für neue Tätigkeitsbereiche zu qualifizieren.
Je nach Schwerpunkt können Weiterbildungen zudem den Weg in Leitungspositionen öffnen. Wer sich beispielsweise in Personalführung, Qualitätsmanagement oder Organisationsentwicklung weiterbildet, übernimmt später häufig mehr Verantwortung und kann Teams oder ganze Abteilungen führen.
Darüber hinaus gibt es spezialisierte Weiterbildungen, die darauf abzielen, medizinisches Personal, insbesondere Ärztinnen und Ärzte, noch direkter zu unterstützen. Dazu gehören unter anderem Kurse in medizinischer Dokumentation, Praxismanagement oder Kodierung. Sie ermöglichen es, Abläufe in Ordinationen und Kliniken zu optimieren und medizinische Prozesse insgesamt effizienter zu gestalten. Für Pflegekräfte gibt es zum Beispiel folgende Optionen zur Weiterbildung:
Die Position der Pflegedienstleitung kann von erfahrenen Pflegekräften erreicht werden, die bereits mehrere Jahre Berufspraxis gesammelt haben. Diese Position kann durch verschiedene Lehrgänge erreicht werden, zum Beispiel im Bereich “Management in der Gesundheits- und Krankenpflege” oder „Pflegemanagement und Organisationsentwicklung“. Pflegedienstleitungen übernehmen die organisatorische und personelle Verantwortung für Pflegebereiche, koordinieren Abläufe und arbeiten eng mit anderen Leitungsebenen zusammen. Dafür erhalten sie ein Durchschnittsgehalt von 4.260 Euro.
Voraussetzung für Case Manager ist meist entweder ein Hochschulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung im Gesundheitswesen, beispielsweise in der Pflege. Die berufsbegleitende Weiterbildung dauert je nach Anbieter zwischen neun und achtzehn Monaten. Case Manager beraten und unterstützen Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf, helfen ihnen bei der Orientierung innerhalb der Versorgungsstrukturen und koordinieren passende Angebote. Sie vermitteln zwischen Patienten, Leistungserbringern, Kostenträgern und weiteren Einrichtungen und sorgen dafür, dass eine bedarfsgerechte Versorgung organisiert wird. Ihr Mediangehalt liegt bei rund 3.790 Euro.
Mehr dazu hier:
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Einstieg über Umwege: Quereinstieg in die medizinische Verwaltung
Ein Einstieg in die medizinische Verwaltung ist auch für Quereinsteiger gut möglich. Viele Arbeitgeber schätzen berufliche Erfahrungen aus anderen Bereichen, etwa aus dem kaufmännischen Umfeld, dem Kundenservice oder der Organisation. Wer zuverlässig arbeitet, gut kommuniziert und Freude an strukturierten Abläufen hat, bringt bereits wichtige Voraussetzungen mit.
Quereinsteiger erhalten oft eine kurze Einschulung direkt im Betrieb und können zusätzlich Kurse oder Zertifikatslehrgänge besuchen, um ihr medizinisches Grundwissen zu erweitern. Besonders beliebt sind Weiterbildungen in medizinischer Terminologie, Dokumentation oder Praxisorganisation. Diese Qualifikationen erleichtern den Einstieg und schaffen eine solide Basis für administrative Aufgaben im Gesundheitswesen.
Durch den hohen Bedarf an gut geschultem Personal stehen Quereinsteigern viele Türen offen – sowohl in Arztpraxen und Gruppenpraxen als auch in Krankenhäusern, Ambulanzen oder Gesundheitsdienstleistern.
Perspektiven in der medizinischen Verwaltung
Die medizinische Verwaltung ist ein äußerst wichtiges Berufsfeld, weil sie maßgeblich zu einer ordentlichen und gut strukturierten Organisation von Gesundheitseinrichtungen beiträgt. Fachkräfte in diesem Bereich unterstützen Patienten vor und nach Behandlungen, beantworten Fragen und sorgen dafür, dass Abläufe klar und nachvollziehbar bleiben. Gleichzeitig entlasten sie Ärzte, indem sie administrative Aufgaben übernehmen und so mehr Raum für die medizinische Versorgung schaffen.
Mit der zunehmenden Bedeutung des Gesundheitssystems und einer immer älter werdenden Gesellschaft steigt auch der Bedarf an qualifiziertem Verwaltungspersonal. Daher gelten die Berufsaussichten in der medizinischen Verwaltung als stabil und langfristig vielversprechend. Wer sich für diesen Bereich entscheidet, kann mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und sicheren Jobperspektiven rechnen.
Passende Jobs
Passende Jobs in der medizinischen Verwaltung gibt es bei Medi-Karriere. Hier gibt es Jobs als Pharmareferent, Stellenangebote als Medizinischer Verwaltungsassistent und Stellenangebote als Pharmazeutisch Kaufmännischer Angestellter.
Häufige Fragen
- Was ist medizinische Verwaltung?
- Was verdient man in der Verwaltung im Krankenhaus?
- Was sind Tätigkeiten in der Verwaltung?
Medizinische Verwaltung umfasst alle organisatorischen und administrativen Aufgaben in Gesundheitseinrichtungen. Sie sorgt dafür, dass Abläufe reibungslos funktionieren und Patientinnen sowie Patienten optimal betreut werden.
Das Gehalt liegt je nach Ausbildung, Erfahrung und Position meist zwischen etwa 2.500 und 4.000 Euro brutto im Monat. Leitende Positionen oder spezialisierte Fachkräfte können höhere Einkommen erzielen.
Zu den Aufgaben gehören Terminplanung, Patientenbetreuung, Dokumentation, Abrechnung, Rezeptverwaltung und die Unterstützung von Ärztinnen und Ärzten bei organisatorischen Abläufen.




