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Medizinisch-technische Berufe bieten vielfältige Karrierechancen in Laboren, Apotheken oder Kliniken. Gehälter variieren stark nach Ausbildung, Erfahrung und Branche. Während Weiterbildungen Verantwortung und Verdienst erhöhen, beeinflussen Region, Tarifverträge und Arbeitgeberart zusätzlich das Einkommen. Dieser Artikel zeigt typischen Gehälter und Gehaltsentwicklungsmöglichkeiten in diesem spannenden Berufsfeld.
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Welche Faktoren beeinflussen das Gehalt?
Das Gehalt in medizinisch-technischen Berufen hängt von mehreren entscheidenden Faktoren ab. Zunächst spielen Qualifikation und Bildung eine große Rolle, denn wer eine höhere Ausbildung oder zusätzliche Spezialisierungen vorweisen kann, steigt meist schneller in höhere Gehaltsstufen auf. Auch Berufserfahrung, Alter und Geschlecht wirken sich auf das Einkommen aus. Darüber hinaus beeinflussen die Region sowie die Tarifbindung der Einrichtung – etwa nach Kollektivvertrag geregelt – die tatsächliche Höhe des Gehalts deutlich.
Die folgende Tabelle zeigt vergleichend ein paar zentrale Berufe im medizinisch-technischen Bereich und ihre jeweilige Qualifikation:
| Beruf | Mediangehalt | Ausbildungsweg |
| Laborassistent | 2.420 Euro | Schulische Ausbildung |
| Chemiker | 4.050 Euro | Duale Ausbildung |
| Pharmatechnologe | 2.550 Euro | Duale Ausbildung |
| Zahntechniker | 2600 Euro | Duale Ausbildung |
| Radiotechnologe | 3.080 Euro | Bachelorstudium |
| Pharmazeut | 4.540 Euro | Bachelorstudium + Masterstudium |
| Kardiotechniker | 4.000 Euro | Abgeschlossene Berufsausbildung + Weiterbildung |
Tarifbindung und Berufserfahrung
Kollektivverträge spielen im medizinisch-technischen Bereich eine zentrale Rolle, weil sie festlegen, welche Mindestgehälter, Arbeitszeiten, Zulagen, Urlaubsregelungen und Aufstiegsmöglichkeiten für Beschäftigte gelten. Sie werden zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden ausgehandelt und sorgen dafür, dass Gehälter transparent, fair und einheitlich geregelt sind. Innerhalb eines Kollektivvertrags steigen Beschäftigte üblicherweise durch Berufserfahrung in höhere Gehaltsstufen auf. Zusätzliche Qualifikationen oder Verantwortlichkeiten können zudem eine Höhereinstufung in eine bessere Verwendungsgruppe ermöglichen.
Diese Kollektivverträge gelten für diese Berufsgruppe
Gerade im medizinisch-technischen Berufsfeld gibt es eine große Vielfalt an Tätigkeiten – von Pharmazie über Labor bis hin zu Diagnostik oder Medizintechnik. Entsprechend breit gefächert sind die relevanten Kollektivverträge. Zu den häufig genutzten gehören Folgende:
Der Kollektivvertrag für Pharmazeutisch-kaufmännische Assistenten und Apothekenhilfspersonal regelt die Bezahlung in Apotheken und legt genaue Gehaltsgruppen für pharmazeutische Tätigkeiten fest.
Der Kollektivvertrag für Angestellte im chemischen Gewerbe gilt für Laborfachkräfte, technische Assistenzen und Beschäftigte in der chemischen Industrie und bietet oft überdurchschnittliche Einstiegsgehälter.
Für Zahntechnik- und Ordinationsberufe ist der Kollektivvertrag für die Angestellten von Zahnärzten relevant, der Löhne, Arbeitszeiten und Stufenaufstiege in zahnärztlichen Praxen festlegt.
Der Kollektivvertrag für die Angestellten und Ärzte der Krankenfürsorgeanstalt wiederum kommt im medizinischen Umfeld von KFA-Einrichtungen und Gesundheitsdiensten zum Einsatz und regelt dort die Vergütung in verschiedenen Funktionsgruppen.
Gehälter in medizinisch-technischen Berufen mit Ausbildung
Die medizinisch-technischen Berufe in Österreich umfassen ein breites Spektrum an spezialisierten Tätigkeiten, die vor allem auf praktischen Fertigkeiten, technischem Verständnis und naturwissenschaftlichem Wissen basieren. Die Ausbildungen sind je nach Beruf sehr unterschiedlich aufgebaut – einige erfolgen dual mit Vergütung im Betrieb, andere werden schulisch angeboten und sind daher unbezahlt. Sie bereiten darauf vor, technische Prozesse zu unterstützen, Diagnostik zu ermöglichen oder medizinische Produkte herzustellen.
Ausbildungsvergütung
In den medizinisch-technischen Berufen werden Ausbildungsvergütungen in der Regel nur in dualen Ausbildungen gezahlt. Die Höhe variiert stark je nach Berufsrichtung, Branche und Tarifbindung. Typisch sind folgende Spannen:
- 1. Ausbildungsjahr: 726 Euro bis 1.250 Euro
- 2. Ausbildungsjahr: 920 Euro bis 1.617 Euro
- 3. Ausbildungsjahr: 1.237 Euro bis 2.011 Euro
- 4. Ausbildungsjahr: 1.453 Euro bis 2.337 Euro
Besonders hohe Ausbildungsgehälter zahlen Branchen wie die chemische Industrie, die kunststoffverarbeitende Industrie, die pharmazeutische Industrie oder Sozialversicherungsträger, da dort häufig strikt nach Tarifvertrag vergütet wird. Betriebe ohne Tarifbindung liegen dagegen in vielen Fällen am unteren Ende der Spanne. Schulische Ausbildungen im medizinisch-technischen Bereich sind hingegen nicht vergütet, und teils können sogar zusätzliche Kosten für Lehrgänge oder Materialien anfallen.
Gehalt nach der Ausbildung
Nach Abschluss einer medizinisch-technischen Ausbildung eröffnet sich ein breites Spektrum an Tätigkeiten in Laboren, Arztpraxen, Krankenhäusern, Industriebetrieben oder Spezialwerkstätten. Besonders gut verdienen Fachkräfte, die in tarifgebundenen Industriezweigen oder im Gesundheitswesen arbeiten, während kleinere private Betriebe oft niedrigere Einstiegsgehälter zahlen. Die folgenden Beispiele zeigen die Spannbreite typischer Berufe in diesem Bereich:
Chemieberufe wie Chemiker, Chemieverfahrenstechniker oder chemisch-technische Assistenten erzielen häufig solide bis hohe Gehälter, insbesondere in tarifgebundenen Industrien. Chemiker steigen mit etwa 2.480 Euro ein und erreichen später einen Median von 4.050 Euro. Chemieverfahrenstechniker liegen im Median bei 2.300 Euro, während chemisch-technische Assistenten auf einen Median von 2780 Euro kommen; je nach Kollektivvertrag sind hier sogar 3.064 bis 4.660 Euro möglich.
Im pharmazeutischen Bereich verdienen Pharmatechnologen im Median rund 2.150 Euro. Laut einschlägigem Kollektivvertrag sind 2.199 bis 3.416 Euro üblich. Auch Labortechniker bewegen sich je nach Spezialisierung zwischen 1.740 und etwa 2.950, teils mit tariflichen Gehaltsspannen bis über 4.600 Euro.
Technische Gesundheitsberufe wie Operationstechnische Assistenten (OTA), Röntgenassistenten oder Laborassistenten zeigen ebenfalls deutliche Unterschiede. OTAs erreichen einen Median von 2.500 Euro, je nach Kollektivvertrag sogar 2.883 bis 3.559 Euro. Röntgenassistenten verdienen im Schnitt rund 2.000 Euro ; Laborassistenten erzielen im Mittel 2.040 Euro.
Im handwerklich-medizinischen Bereich bewegen sich Gehälter ebenfalls in breiten Spannen. Zahntechniker verdienen im Median 2160, während Orthopädieschuhmacher (1.830 Euro) und Orthopädietechniker (1.910 Euro) je nach Kollektivvertrag oft höher eingestuft werden – etwa mindestens 2.885 Euro im Metallbereich.
Weitere Berufe wie Hörgeräteakustiker oder Optiker bieten je nach Spezialisierung ebenfalls attraktive Perspektiven. Hörgeräteakustiker kommen auf einen Median von 2.680 Euro, Optiker erzielen im Mittel 2.100 Euro, mit tariflichen Mindestgehältern ab 2.516 Euro.
Mehr zu den genannten Gehältern hier:
- Gehalt Chemiker
- Gehalt Pharmatechnologe
- Gehalt Chemieverfahrenstechniker
- Gehalt Chemisch-technischer Assistent
- Gehalt Labortechniker
- Gehalt Operationstechnischer Assistent (OTA)
- Gehalt Röntgenassistent
- Gehalt Laborassistent
- Gehalt Zahntechniker
- Gehalt Orthopädieschuhmacher
- Gehalt Orthopädietechniker
- Gehalt Hörgeräteakustiker
- Gehalt Optiker
Laborassistent/in Stellenangebote
Gehälter in medizinisch-technischen Berufen mit Studium
Medizinisch-technische Berufe mit Studium bauen auf einer hochschulischen Ausbildung auf und verbinden wissenschaftliche Grundlagen mit stark praxisorientierten Inhalten. Viele dieser Studiengänge finden an Fachhochschulen statt und umfassen Laborphasen, klinische Praktika oder technische Trainings. Obwohl das Studium selbst meist unbezahlt ist, eröffnet ein akademischer Abschluss den Zugang zu spezialisierten Tätigkeiten, höheren Verantwortungsbereichen und damit deutlich besseren Gehalts- und Karriereperspektiven.
Gehalt im Studium
Während eines Vollzeitstudiums in medizinisch-technischen Bereichen wird in der Regel kein Gehalt gezahlt. An öffentlichen Hochschulen fallen meist nur Semesterbeiträge an, während private Hochschulen monatliche Studiengebühren verlangen. In verpflichtenden Praxis- oder Klinikphasen kann – abhängig von Ausbildungs- oder Arbeitsvertrag – eine Vergütung möglich sein, die jedoch stark variiert. In einigen Berufsfeldern ist nach dem Studium eine verpflichtende praktische Ausbildungszeit vorgesehen, wie etwa das Aspirantenjahr für Pharmazeuten und Apotheker. Hier erhalten Berufseinsteiger bereits ein Gehalt, das beispielsweise bei Pharmazeuten rund 2.051 Euro pro Monat beträgt.
Gehalt nach Studienabschluss
Nach einem abgeschlossenen Studium eröffnen medizinisch-technische Berufe vielfältige Karrierewege, die meist deutlich höhere Gehälter ermöglichen als nach einer Lehre. Akademische Qualifikationen werden vor allem in spezialisierten Bereichen wie Labor, Diagnostik, Pharmazie, Radiologie oder Medizintechnik benötigt. Die tatsächliche Bezahlung hängt stark vom jeweiligen Beruf, dem gültigen Kollektivvertrag und der Branche ab. Im Folgenden werden einige typische Beispiele für Berufswege und Verdienste nach verschiedenen Studiengängen dargestellt.
Studienabschlüsse im analytischen Bereich bieten sehr gute Perspektiven, da sie häufig in Forschungseinrichtungen, medizinischen Laboren oder Industrieunternehmen angesiedelt sind. Toxikologen verdienen etwa 3910. Biomedizinische Analytiker erreichen etwa 2.500 Euro und werden oft auch nach dem SWÖ-Kollektivvertrag bezahlt (3.264 Euro bis 4.859 Euro).
Der pharmazeutische Bereich zählt zu den bestbezahlten Feldern. Pharmazeuten erreichen einen Median von 2.800 Euro – der Kollektivvertrag für pharmazeutische Fachkräfte sieht 3.509 Euro bis 5.463 Euro vor. Apotheker kommen im Median auf 3.500 Euro, womit sie zur Spitzenkategorie gehören.
In der diagnostischen Technik sind spezialisierte Fachkräfte gefragt. Radiologietechnologen erzielen im Mittel 2.340 Euro. Im Kollektivvertrag der Ordensspitäler Österreichs liegen die Werte bei 3.211 Euro bis 3.762 Euro. Orthoptisten, die im Bereich Sehbeeinträchtigungen arbeiten, erreichen einen Median von 2.340 Euro.
Auch im Bereich Medizintechnik eröffnen Studienabschlüsse attraktive Gehaltsperspektiven. Medizintechniker zählen hier zu den Spitzenverdienern mit 3.490 Euro im Durchschnitt.
Mehr zu den Gehältern hier:
- Gehalt Toxikologe
- Gehalt Biomedizinische Analytiker
- Gehalt Pharmazeut
- Gehalt Apotheker
- Gehalt Radiologietechnologe
- Gehalt Orthoptist
- Gehalt Medizintechniker
Gehälter in medizinisch-technischen Berufen mit Weiterbildung
Weiterbildungen spielen im medizinisch-technischen Bereich eine entscheidende Rolle, weil sie nicht nur vorhandene Fachkompetenzen vertiefen, sondern auch neue berufliche Perspektiven eröffnen. Neben der Erweiterung des Einsatzgebiete steigt oft auch die Verantwortung, was wiederum häufig zu einer besseren tariflichen Einstufung und damit zu höheren Gehältern führt.
Das zeigt sich auch in konkreten Karrierewegen: Radiologietechnologen steigen beispielsweise mit einem Mediangehalt von rund 2.340 Euro ein und können nach einer spezialisierten Weiterbildung zum Kardiotechniker ein Mediangehalt von etwa 3.500 Euro erreichen. Ein ähnlicher Sprung findet sich im naturwissenschaftlichen Bereich: Physiker verdienen im Median rund 3.750 Euro, während Medizinphysiker durch ihre spezialisierte Qualifikation ein Mediangehalt von etwa 3.270 Euro erzielen.
Berufe mit Top-Verdienstmöglichkeiten
Im Bereich der medizinisch-technischen Berufe zählen vor allem hochspezialisierte und verantwortungsvolle Tätigkeiten zu den bestbezahlten Jobs. Besonders Kardiotechniker, Medizinphysiker oder spezialisierte Pharmatechnologen erzielen nach entsprechender Erfahrung, zusätzlicher Qualifikation und kontinuierlicher Weiterbildung deutlich höhere Gehälter. Generell steigen die Einkommen mit zunehmender Berufserfahrung, anspruchsvolleren Aufgabenbereichen und einer Anstellung in Einrichtungen mit attraktiven Kollektivverträgen, sodass gezielte Spezialisierungen und Weiterbildungen wichtige Hebel für Top-Verdienste darstellen. Im Folgenden werden ein paar Beispiele für Berufe mit besonders hohen Mediangehältern zusammengefasst:
| Beruf | Einstiegsgehalt | Mediangehalt |
| Kardiotechniker | 3.500 Euro | 4.000 Euro |
| Chemiker | 2.480 Euro | 4.050 Euro |
| Medizintechniker | 3.490 Euro | 4.050 Euro |
| Medizinphysiker | 3.270 Euro | 4.300 Euro |
| Pharmazeut | 2.800 Euro | 4.540 Euro |
| Chemieverfahrenstechniker | 2.300 Euro | 4.590 Euro |
Passende Jobs im medizinisch-technischen Bereich
Passende Jobs im medizinisch-technischen Bereich gibt es bei Medi-Karriere. Hier gibt es Jobs als Labortechniker, Stellenangebote als Radiotechnologe, Medizinphysiker-Jobs und viele mehr.
Häufige Fragen
- Was verdient eine medizinisch-technische Angestellte?
- Wer verdient mehr, eine MTA oder eine Krankenschwester?
Eine medizinisch-technische Angestellte verdient je nach Beruf, Erfahrung und Tarifbindung zwischen etwa 2.000 und 5.000 Euro im Monat. Höhere Gehälter erzielen spezialisierte Fachkräfte wie Kardiotechniker oder Medizinphysiker.
In der Regel verdienen MTAs in spezialisierten oder technisch anspruchsvollen Bereichen mehr als eine Krankenschwester, vor allem wenn sie Zusatzausbildungen oder leitende Aufgaben übernehmen.




