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Berufe in der Therapie gewinnen in Österreich zunehmend an Bedeutung, da der Bedarf an präventiven, rehabilitativen und psychologischen Leistungen stetig wächst. Entsprechend vielfältig sind die beruflichen Wege – von praktischen Ausbildungsberufen, über akademische Studiengänge, bis hin zu spezialisierten Weiterbildungen. Wer im therapeutischen Bereich arbeitet, übernimmt verantwortungsvolle Aufgaben in Diagnose, Behandlung, Beratung oder Rehabilitation. Gleichzeitig unterscheiden sich Ausbildungswege, Tätigkeiten und Gehälter deutlich je nach Qualifikation und Anstellungsart. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Karrierewege, Verdienstmöglichkeiten und wichtige Tarifstrukturen in der therapeutischen Berufslandschaft.
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Welche Faktoren beeinflussen den Verdienst in therapeutischen Berufen?
Das Gehalt im Therapiebereich in Österreich hängt von mehreren wesentlichen Faktoren ab. Besonders entscheidend ist die Qualifikation – also ob eine therapeutische Ausbildung, ein Studium oder zusätzliche Spezialisierungen vorliegen. Ebenso spielt die Tarifbindung eine große Rolle. Viele Einrichtungen orientieren sich an Kollektivverträgen, während private Praxen oft eigene Gehaltsmodelle nutzen. Die Berufserfahrung beeinflusst sowohl den Einstieg als auch die weitere Gehaltsentwicklung spürbar. Zusätzlich wirkt sich die Region deutlich auf das tatsächliche Einkommen aus.
Die folgende Tabelle zeigt einige zentrale therapeutische Berufe mit ihren jeweiligen Qualifikationen und dem Mediangehalt:
| Beruf | Mediangehalt | Ausbildungsweg |
| Medizinischer Masseur | 2.725 Euro | Sonderausbildung |
| Psychotherapeut | 3.540 Euro | Duale Ausbildung (Propädeutikum + Fachspezifikum) |
| Klinischer Psychologe | 4.450 Euro | Bachelorstudium + Masterstudium + Praktikum |
| Physiotherapeut | 2.880 Euro | Bachelorstudium |
| Ergotherapeut | 3.260 Euro | Bachelorstudium |
| Logopäde | 3.470 Euro | Bachelorstudium |
Tarifbindung und Berufserfahrung
In therapeutischen Berufen spielt die Tarifbindung eine entscheidende Rolle für faire und transparente Gehälter. Kollektivverträge regeln Mindestgehälter, Zulagen, Arbeitszeiten sowie Aufstiegsstufen und sorgen damit für klare berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Mit zunehmender Berufserfahrung steigen Beschäftigte innerhalb der Gehaltsstufen automatisch auf – ein wichtiger Faktor für langfristige Gehaltssteigerungen.
Diese Kollektivverträge gelten für diese Berufsgruppe
Wichtige Kollektivverträge im therapeutischen Bereich sind:
- Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ): Einer der umfassendsten Verträge im Sozialbereich; gilt für viele soziale, pflegerische und therapeutische Einrichtungen.
- Kollektivvertrag der Arbeitgebervereine: Kommt häufig in Ordinationen, privaten Gesundheitsbetrieben oder kleineren Therapieeinrichtungen zur Anwendung.
- Kollektivvertrag für Arbeiter und Angestellte in privaten Kuranstalten und Rehabilitationseinrichtungen: Gilt in privaten Kurhäusern und Reha-Zentren für therapeutisches Personal.
- Kollektivvertrag der Ambulatorien für Physikalische Therapie: Spezifisch für Einrichtungen der physikalischen Therapie.
Verdienst in therapeutischen Berufen mit Ausbildung
Ausbildungen in Therapieberufen vermitteln fachliche und praktische Kompetenzen zur Förderung, Wiederherstellung oder Erhaltung der körperlichen, psychischen und sozialen Gesundheit. Je nach Fachrichtung arbeiten Therapeuten anschließend unter anderem in Kliniken, Praxen, Reha-Einrichtungen, Pflegeeinrichtungen oder im ambulanten Bereich. Die Ausbildung ist in der Regel praxisnah aufgebaut und verbindet theoretischen Unterricht mit umfangreichen Praktika.
Ausbildungsvergütung
Viele therapeutische Ausbildungen sind schulisch organisiert und werden daher nicht vergütet. Stattdessen müssen Auszubildende oftmals Schulgeld, Prüfungsgebühren oder Kosten für verpflichtende Lehrgänge selbst tragen. Nur in wenigen Bereichen, etwa wenn die Ausbildung im Rahmen eines Anstellungsverhältnisses oder über einen Kollektivvertrag geregelt ist, erhalten angehende Therapeuten ein Einkommen während der Ausbildungszeit.
Gehalt nach der Ausbildung
Nach Abschluss einer therapeutischen Ausbildung arbeiten die Fachkräfte eigenständig in ihrem Bereich und übernehmen Aufgaben wie Behandlung, Beratung, Trainingsprogramme oder Rehabilitation. Die konkreten Tätigkeiten reichen von körpertherapeutischen Anwendungen über psychologische Begleitung bis hin zu unterstützenden Maßnahmen in Kliniken, Praxen oder Reha-Einrichtungen. Beispiele für typische Berufe im therapeutischen Bereich nach einer Ausbildung sind der Psychotherapeut, der medizinische Masseur und der gewerbliche Masseur.
Ein Psychotherapeut verdient im Durchschnitt etwa 3.180 Euro; nach dem Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ) liegt das Gehalt zwischen 3.788 und 5.946 Euro. Ein medizinischer Masseur hingegen verdient rund 2.165 Euro. Ein gewerblicher Masseur verdient zwischen 1.720 und 3.000 Euro, der Median beträgt 2.580 Euro.
Mehr zu den genannten Berufen hier:
Verdienst in therapeutischen Berufen mit Studium
Ein Studium im therapeutischen Bereich eröffnet den Zugang zu wissenschaftlich fundierten, hochqualifizierten Tätigkeiten. Studiengänge wie Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie oder Musiktherapie sind praxisnah aufgebaut und verbinden medizinische Grundlagen mit therapeutischer Methodik. Neben Lehrveranstaltungen an Fachhochschulen oder Universitäten sind umfangreiche Praktika fester Bestandteil, um früh Erfahrungen im klinischen und ambulanten Setting zu sammeln. Absolventen übernehmen anschließend verantwortungsvolle Aufgaben in Diagnose, Behandlung, Beratung oder Rehabilitation und arbeiten häufig eng mit Ärztinnen, Pflegern und anderen Gesundheitsberufen zusammen.
Gehalt im Studium
Während eines Vollzeitstudiums im therapeutischen Bereich erhalten Studierende in der Regel kein Gehalt. An öffentlichen Hochschulen fallen meist nur Semesterbeiträge an, während private Einrichtungen zusätzlich monatliche Studiengebühren verlangen. Zur finanziellen Unterstützung können jedoch Studienbeihilfen, Stipendien oder staatliche Förderungen genutzt werden. Einige Studiengänge beinhalten verpflichtende Praxissemester oder postgraduale Ausbildungsphasen. Diese praktischen Einsätze können vergütet werden. So erhalten etwa angehende Gesundheitspsychologen in ihrer weiterführenden praktischen Ausbildung zwischen 900 Euro und 2.100 Euro pro Monat.
Gehalt nach Studienabschluss
Nach einem abgeschlossenen Studium eröffnen sich in der Therapie vielfältige Karrierewege mit unterschiedlich hohen Verdienstmöglichkeiten. Akademische Qualifikationen führen in der Regel zu höheren Einstiegsgehältern und besseren Entwicklungsperspektiven, besonders in Einrichtungen mit kollektivvertraglicher Bindung.
Gesundheitspsychologen verdienen im Schnitt rund 3.100 Euro, während der Kollektivvertrag der Arbeitgebervereine Gehälter zwischen 2.256 Euro und 3.070 Euro vorsieht. Ähnlich verhält es sich für klinische Psychologen, die im Mittel auf 3.380 Euro kommen; In privaten Kuranstalten und Rehaeinrichtungen liegen die kollektivvertraglichen Werte zwischen 3.480 Euro und 4.285 Euro.
Im Bereich der Bewegungstherapie liegt das mittlere Gehalt für Trainingstherapeuten bei etwa 2.480 Euro. Der entsprechende Kollektivvertrag der Arbeitgebervereine bietet hier 3.323 Euro bis 4.660 Euro. Physiotherapeuten erreichen einen Median von rund 2.680 Euro; Im Kollektivvertrag der Ambulatorien für Physikalische Therapie bewegen sich die Gehälter dagegen zwischen 3.264 Euro und 4.859 Euro. Auch Ergotherapeuten profitieren von akademischen Abschlüssen und verdienen im Mittel rund 2.300 Euro.
In den kreativen und kommunikativen Therapieberufen zeigt sich ebenfalls eine breite Spanne: Musiktherapeuten erreichen ein medianes Einkommen von rund 2.700 Euro, während der einschlägige Kollektivvertrag 3.034 Euro bis 3.601 Euro vorsieht. Logopäden erzielen ein Median-Gehalt von 2.340 Euro; Im Kollektivvertrag für die Dienstnehmer der Ordensspitäler Österreichs liegen die Einkommen zwischen 3.210 Euro und 4.316 Euro.
Schließlich zählen auch Diätologen zu den etablierten akademischen Gesundheitsberufen. Sie erreichen im Schnitt rund 2.300 Euro. Insgesamt zeigt sich, dass der Studienabschluss in therapeutischen Berufen klare Vorteile bei Einkommen und Gehaltsentwicklung bietet – besonders dort, wo klare kollektivvertragliche Strukturen bestehen.
Mehr dazu hier:
- Gehalt Gesundheitspsychologe
- Gehalt Klinischer Psychologe
- Gehalt Psychologe
- Gehalt Trainingstherapeut
- Gehalt Physiotherapeut
- Gehalt Ergotherapeut
- Gehalt Musiktherapeut
- Gehalt Logopäde
- Gehalt Diätologe
Physiotherapeut/in Stellenangebote
Verdienst in therapeutischen Berufen mit Weiterbildung
Weiterbildungen haben im therapeutischen Bereich einen besonders hohen Stellenwert, da sie sowohl die fachliche Expertise vertiefen als auch die beruflichen Verdienstmöglichkeiten erweitern. Zu den gängigen Fortbildungen gehören manualtherapeutische Techniken, Neurorehabilitation, Psychotraumatologie, Ernährungstherapie. Viele dieser Weiterbildungen sind berufsbegleitend aufgebaut.
Mit abgeschlossenen Zusatzqualifikationen verbessern sich die Karrierechancen erheblich: Häufig ist ein Wechsel in höhere Verwendungsgruppen oder Gehaltsstufen innerhalb der Kollektivverträge möglich, was das Einkommen spürbar steigert. Vor allem spezialisiertes therapeutisches Fachwissen – etwa in der Schmerztherapie, in der psychologischen Diagnostik, im Bereich der Komplexbehandlung oder in der therapeutischen Leitung – führt oft zu klaren Gehaltsvorteilen und eröffnet neue Verantwortungsbereiche.
Top-Verdienstmöglichkeiten im Berufsfeld
Im therapeutischen Bereich erzielen besonders hochqualifizierte und spezialisierte Fachkräfte die höchsten Gehälter. Psychotherapeuten, Klinische Psychologen und Trainingstherapeuten steigern ihr Einkommen deutlich, wenn sie Erfahrung sammeln, zusätzliche Qualifikationen erwerben und in gut tarifierenden Einrichtungen arbeiten. Auch Physiotherapeuten und Musiktherapeuten können in leitenden Rollen oder spezialisierten Einrichtungen zu den Top-Verdienern aufsteigen. Wer sich gezielt weiterbildet, Verantwortung übernimmt und in tarifgebundenen Häusern arbeitet, verbessert seine Verdienstchancen im Therapiebereich am stärksten.
Passende Jobs in therapeutischen Berufen
Passende Jobs in der Therapie gibt es bei Medi-Karriere. Hier gibt es Stellen als Psychotherapeut, Stellenangebote als Ergotherapeut und Logopäden-Jobs und viele mehr.
Häufige Fragen
- Wie viel verdient ein Therapeut pro Monat?
- Welche Therapeuten verdienen am meisten?
Ein Therapeut in Österreich verdient je nach Berufserfahrung, Spezialisierung und Einrichtung zwischen etwa 2.300 Euro und 4.450 Euro monatlich. Spitzengehälter bei Psychotherapeuten und Klinischen Psychologen können höher liegen.
Am meisten verdienen Psychotherapeuten, Klinische Psychologen und spezialisierte Trainingstherapeuten, insbesondere wenn sie in leitenden Funktionen oder in Einrichtungen mit attraktiven Kollektivverträgen arbeiten.




