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Medizinische Assistenzberufe unterstützen die Arbeit von Pflegekräften oder Ärzten. Duale Ausbildungen bilden dabei den Grundstein für eine Ausbildung in den klassischen Assistenzberufen wie der Medizinischen Fachassistenz oder der Ordinationsassistenz. Anschließende Weiterbildungen ermöglichen die Vertiefung des eigenen Wissens und Tätigkeiten in spezialisierten Berufsfeldern. Dieser Artikel bietet einen Überblick über die verschiedenen Berufe in der medizinischen Assistenz in Österreich.
Das Wichtigste in Kürze
Medizinische Assistenzberufe erlangst Du in aller Regel über duale Ausbildung. Dabei gibt es mehrere Klassiker - wie etwa die Medizinische Fachassistenz, die Ordinationsassistenz, die Zahnärztliche- oder die Tiermedizinische Assistenz. Einzig für den Beruf des Dentalhygienikers ist ein Studium notwendig. Die Voraussetzungen sind dabei sehr niederschwellig: Ein obligatorischer Schulabschluss, ein Mindestalter und der Nachweis der gesundheitlichen Eignung sind meist ausreichend. Über Weiterbildungen kannst du dich auf Tätigkeiten etwa im OP, in der Arbeitsmedizin, oder in der Zahnmedizin spezialisieren.
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Medizinische Assistenzberufe – Voraussetzungen
Wer im Feld Medizinische Assistenzberufe tätig werden möchte muss meist eine duale Ausbildung absolvieren. Hierfür wird meist ein obligatorischer Schulabschluss und ein Mindestalter von 17 Jahren benötigt. Für die praktischen Anteile in medizinischen Einrichtungen ist allerdings manchmal auch eine Volljährigkeit erforderlich. Essentiell sind in jedem Fall gute Deutschkenntnisse, die gesundheitliche Eignung, die Begeisterung für eine Tätigkeit im Gesundheitswesen und die Vertrauenswürdigkeit.
Die gesundheitliche Eignung umfasst einen Immunitätsnachweis für Masern, Mumps, Röteln, Hepatitis B und Varizellen mittels Impf- oder Titelnachweis. Des Weiteren muss eine Untersuchung von einem Arzt durchgeführt werden, welche bestätigt, dass man psychisch und physisch in der Lage ist, den späteren Beruf auszuüben. Einige Schulen führen zudem Aufnahmeverfahren durch, etwa in der Steiermark. Dazu gehören zum Beispiel Aufnahme- und Informationsgespräche anhand deren eine Aufnahmekommission über die Eignung des Bewerbers entscheidet.
Medizinische Assistenzberufe – Berufe mit Ausbildung
Möchte man einen medizinischen Assistenzberuf ausüben, ist es wichtig, ob eine Erstausbildung vorliegt. Das kann beispielsweise eine Lehre oder ein Abschluss an einer Fachschule umfassen. Liegt diese berufliche Ausbildung nicht vor, dürfen Personen nur die folgenden beiden Ausbildungen absolvieren: Die Ausbildung zur Medizinischen Fachassistenz oder zur Ordinationsassistenz. Das liegt daran, dass die Assistenzberufe rechtlich gesehen Lehrgänge und keine vollständigen Lehren sind.
Die Klassiker – Medizinische Fachassistenz und Ordinationsassistenten
Die Ausbildung zur Medizinischen Fachassistenz umfasst 2.500 Stunden in Theorie und Praxis und wird an Schulen für medizinische Assistenzberufe angeboten. Das Basismodul umfasst 120 Stunden. Es umfasst Themen wie Erste Hilfe und Verbandslehre, eine Einführung in Hygienevorschriften und Module zur Kommunikation und Teamarbeit. Daran schließen sich mindestens drei Aufbaumodule (MAB) an. Nach den Aufbaumodulen folgt die Fachbereichsarbeit und eine Diplomprüfung.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die möglichen MAB-Aufbaumodule.
| Modul | Mindest-Ausbildungsdauer |
| Desinfektions-Assistenz | 650 Stunden |
| Gips-Assistenz | 650 Stunden |
| Labor-Assistenz | 1.300 Stunden |
| Obduktions-Assistenz | 650 Stunden |
| Operations-Assistenz | 1.100 Stunden |
| Ordinations-Assistenz | 650 Stunden |
| Röntgen-Assistenz | 1.300 Stunden |
Medizinische Fachassistenten helfen Ärzten beim Durchführen von Blutentnahmen, diagnostischen Maßnahmen wie dem EKG oder bei der Vorbereitung von medizinischen Behandlungen. Auch Verwaltungstätigkeiten wie die Patientenaufnahme und Terminverwaltung, sowie die Organisation des Praxisablaufes gehören zu ihrem Aufgabenspektrum.
Ordinationsassistenten durchlaufen ebenfalls eine duale Ausbildung, welche insgesamt 650 Stunden umfasst. Sie unterstützen Ärzte bei der Vorbereitung von Injektionen, medizinischen Instrumenten, Verbandsmaterialien und Geräten. Dazu zählt beispielsweise die Reinigung, Desinfektion und Sterilisation. Außerdem führen sie Blutentnahmen sowie Schnelltests von Urin, Blut und Stuhl durch und sind für die Betreuung und Organisation der Patienten zuständig.
Sonderfall Ordinationsassistenz
Eine Besonderheit stellt der Beruf der Ordinationsassistenz dahingehend dar, dass Du zur Berufsausübung nicht zwingend eine vorherige Ausbildung abgeschlossen hast. Denn diese kannst Du auch vollständig im Rahmen eines Dienstverhältnisses zu einem niedergelassenen Arzt, einer ärztlichen Gruppenpraxis, einer Sanitätsbehörde oder einem selbstständigen Ambulatoriums absolvieren.
Auch in der Zahn- und Tiermedizin gibt es die klassischen Assistenzberufe – etwa als Zahnärztlicher Assistent oder als Tierärztlicher Ordinationsassistent.
Mehr Details zu den Klassikern findest Du hier:
- Medizinische Fachassistenz
- Ordinationsassistenz
- Zahnärztliche Assistenz
- Tierärztliche Ordinationsassistenz
Weitere Ausbildungsberufe in Medizinischen Assistenzberufen
Laborassistenten arbeiten in medizinischen Laboren und unterstützen dort Ärzte oder Biomedizinische Analytiker bei der Vorbereitung und Durchführung von Laboruntersuchungen. Darunter fallen die Gewinnung der Untersuchungsmaterialien wie Blut oder Urin, die Vorbereitung der Geräte und Behälter für die Analysen sowie Tätigkeiten in der Nährbodenküche. Sie führen auch einfache Analysen durch. Ihre Verantwortlichkeit umfasst zudem die Organisation der Proben sowie die Protokollführung und Dokumentationen.
Eine Gipsassistent hilft Ärzten beim Anlegen von Gips- und Kunststoffverbänden bei gebrochenen Gliedmaßen oder anderweitigen Verletzungen. Sie erlangen im Lehrgang Kenntnisse über die verschiedenen Formen der Fixierung und der Verbände sowie eine Einführung in benötigte Materialien und Geräte. Diese zu reinigen und bereitzustellen zählt ebenso zu ihren Aufgaben.
Obduktionsassistenten helfen Pathologen und Gerichtsmedizinern bei der Obduktion. Die Obduktion ist die Öffnung und Untersuchung einer Leiche zur Feststellung der Todesursache und des Sterbevorgangs. In diesem Job bereitet man die Leiche für die Obduktion vor, helfen bei der Leichenöffnung, Probenentnahmen und Konservierung und halten die Sektion fotografisch fest. Zudem fällt ihnen die Reinigung des Tisches und der Instrumente zu.
Röntgenassistenten führen standarisierte Röntgenuntersuchungen durch, etwa vom Brustkorb, dem Skelettsystem, Mammographien oder Knochendichtemessungen. Zudem assistieren sie Radiologinnen bei Untersuchungen des Atem-, Verdauungs- und Urogenitaltraktes. Sie sorgen für die richtige Lagerung und die Auf- und Nachbereitung von Geräten und Räumen. Röntgenassistenten führen auch standarisierte Schritte der Schnittbildgebung durch, etwa beim CT oder MRT.
Weitere Informationen zu den genannten Ausbildungsberufen findest Du hier:
Medizinische Assistenzberufe – Berufe mit Studium
Als einziger Medizinischer Assistenzberuf, der ein Studium benötigt, zeigt sich der Beruf des Dentalhygienikers in der Zahnmedizin. Dentalhygieniker führen praktische Maßnahmen zur Reinigung der Zahnoberfläche und der angrenzenden Strukturen aus und wirken bei der nicht-chirurgischen und erhaltenden Parodontaltherapie mit. Ihre Berufsbezeichnung ist nicht allerdings geschützt. Der Weg führt über ein dreijähriges Bachelorstudium, welches europaweit anerkannt ist.
Unterschied zum Prophylaxeassistent
Dentalhygieniker haben im Berufsalltag ein ähnliches Aufgabengebiet wie Prophylaxeassistenten. Allerdings haben Zweitere kein mehrjähriges Vollzeitstudium, sondern nur eine Kurzweiterbildung absolviert. Der Vorteil des Dentalhygienikers besteht darin, dass sein Abschluss europaweit anerkannt ist. Zudem nimmt er in der Patientenbetreuung eine deutlich stärkere edukative Rolle ein: Er verfügt über tiefergehendes Wissen, das er dem Patienten näherbringen kann als ein Prophylaxeassistent.
Alles Wissenswerte zum Dentalhygieniker findest Du hier:
Dentalhygieniker/in Stellenangebote
Medizinische Assistenzberufe – Berufe mit Weiterbildung
Weiterbildungen spielen in medizinischen Assistenzberufe eine bedeutende Rolle. Denn Dir als Fachkraft im Gesundheitswesen stehen nach abgeschlossener Ausbildung zahlreiche Möglichkeiten offen, Dich weiter zu spezialisieren. Die einzelnen Weiterbildungen umfassen dabei verschiedene Dauern (zwischen 650 und 1.300 Stunden) und verschiedene Spezialisierungen – etwa im Bereich Klinik, Radiologie, Chirurgie, Zahn- oder Tiermedizin.
Operationsassistenten unterstützen Chirurgen bei operativen Eingriffen am Patienten. Zu ihren Aufgaben zählt der Transport und die Lagerung des Patienten sowie administrative Aufgaben. Sie bereiten jedwede Geräte vor, die während einer Operation gebraucht werden. Anschließend arbeiten sie teilweise bei der Operation mit und reichen den Operateuren die Instrumente oder bedienen Geräte. Damit sorgen sie für einen reibungslosen Ablauf der OP.
Prophylaxeassistenten beraten und behandeln Patienten rund um das Thema zahnmedizinische Prophylaxe. Sie untersuchen die Zähne, das Zahnfleisch und das umliegende Gewebe. Zu ihren Aufgaben zählen die Entfernung von Zahnstein und Zahnbeläge, die Durchführung einer professionelle Zahnreinigung durch und Bleichen von Füllungen.
Arbeitsmedizinische Assistenten unterstützen Arbeitsmediziner bei ihrer Arbeit und führen Vorsorgeuntersuchungen, wie Seh- und Hörtests, sowie Blutabnahmen durch. Ebenso ist die sorgfältige Dokumentation, wie auch das Schreiben von Gefährdungsbeurteilungen und Berichten Teil des Jobs. Zudem klären sie Mitarbeiter und Arbeitgeber in Unternehmen über Unfallverhütung und -prävention auf und beraten zu Themen der Arbeitssicherheit und der Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz.
Weitere Informationen zu den Weiterbildungen findest Du hier:
Entscheidungshilfe: Welcher Job passt zu mir?
Medizinische Assistenzberufe bieten den Vorteil, dass sie mit Ausnahme des Dentalhygienikers sehr geringe Einstiegshürden mit sich bringen. Viele Menschen starten mit einer Ausbildung in den klassischen Assistenzberufen (Medizinische Fachassistenz oder Ordinationsassistenz) und spezialisieren sich später über eine Weiterbildung auf ein anspruchsvolleres Berufsfeld, wie die Arbeit im OP, in der Zahnmedizin oder im arbeitsmedizinischen Kontext.
Generell wartet das Berufsfeld mit einer breiten Vielfalt an Wegen und Spezialisierungsmöglichkeiten auf. Du solltest Dir zuerst überlegen, in welchem medizinischen Bereich und an welchem Ort Du arbeiten willst: Etwa in der Allgemeinmedizin in einer niedergelassenen Praxis? Oder doch lieber in einer Klinik im OP-Trakt? Oder am liebsten in der Zahnmedizin oder in der Tiermedizin? Ausgehend von diesen Überlegungen findet sich für Jeden der passende Assistenzberuf. Praktika bieten weitere Orientierungsmöglichkeiten und tragen zur Entscheidungshilfe bei.
Passende Jobs im Gesundheitswesen
Passende Jobs in der medizinischen Assistenz findet man bei Medi-Karriere. Hier gibt es zahlreiche Stellen als Pflegeassistent, Jobs als Operationsassistent, Stellenangebote für Ordinationsassistenten und viele mehr.
Häufige Fragen
- Welche medizinischen Assistenzberufe gibt es?
- Was verdient man als medizinische Assistenz?
- Welchen Abschluss braucht man für medizinische Assistenzberufe?
- Welche Bereiche suchen medizinische Assistenzberufe?
In Österreich sind medizinische Assistenzberufe im Medizinische-Assistenzberufe-Gesetz (MABG) geregelt. Dazu zählen unter anderem Ordinationsassistenz, Operationstechnische Assistenz, Laborassistenz, Röntgenassistenz, Gipsassistenz, Desinfektionsassistenz und Obduktionsassistenz. Zusätzlich gibt es die Medizinische Fachassistenz, die mehrere dieser Module kombiniert. Pflegeassistenz ist rechtlich ein eigener Beruf und kein medizinischer Assistenzberuf im engeren Sinn.
Das Gehalt variiert je nach Beruf, Träger und Bundesland. Im Durchschnitt liegt das monatliche Bruttogehalt zwischen etwa 2.000 und 3.000 Euro, wobei operationstechnische und fachlich kombinierte Assistenzberufe meist besser bezahlt sind. Im öffentlichen Dienst kommen häufig Zulagen für Nacht-, Wochenend- oder Bereitschaftsdienste hinzu.
Vorausgesetzt wird in der Regel ein Pflichtschulabschluss, ein Mindestalter von siebzehn Jahren sowie gesundheitliche und sprachliche Eignung. Die Ausbildung erfolgt schulisch an anerkannten Ausbildungsstätten und dauert je nach Beruf etwa ein bis zwei Jahre. Ein Studium oder eine Matura sind nicht erforderlich.
Ein besonders hoher Bedarf besteht in Krankenanstalten, vor allem in Ambulanzen, im OP-Bereich und in diagnostischen Diensten. Auch Arztordinationen, Labore, radiologische Institute, Ambulatorien und Reha-Zentren suchen regelmäßig medizinische Assistenzkräfte. Der Personalbedarf ist sowohl im öffentlichen als auch im privaten Gesundheitssektor hoch.
- Lexis 360 Grad, “§20 MABG”, https://360.lexisnexis.at/... (Abrufdatum: 25.02.2026)
- Rechtsinformationssystem des Bundes, “MAB-AV”, https://www.ris.bka.gv.at/... (Abrufdatum: 25.02.2026)
- Regierung von Österreich, “Strafregisterbescheinigungen”, https://www.oesterreich.gv.at/... (Abrufdatum: 25.02.2026)




