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Soziale Berufe in Österreich leisten einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe und sozialen Sicherheit. Gleichzeitig bieten sie stabile Beschäftigung, vielfältige Einsatzfelder und langfristige Entwicklungsmöglichkeiten. Der Einstieg ist über unterschiedliche Wege möglich – von der Ausbildung über ein Studium bis hin zu Weiterbildungen oder einem Quereinstieg.
Dieser Artikel gibt einen strukturierten Überblick über Karrieremöglichkeiten in sozialen Berufen. Er zeigt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, welche Ausbildungs- und Studienwege offenstehen und welche Perspektiven sich daraus ergeben.
Das Wichtigste in Kürze
Eine Berufstätigkeit im sozialen Bereich ist durch eine Ausbildung oder ein Studium möglich. Ein direkter Berufseinstieg gelingt mit einer Ausbildung zum Fach-Sozialbetreuer oder zur Heimhilfe. Akademische Werdegänge umfassen die Tätigkeit als Sozialarbeiter, Sozialpädagoge oder Psychologe. Liegt der Fokus auf der Fort- und Weiterbildung, bietet sich beispielsweise die Spezialisierung zum Ehe- und Familienberater, Sonderpädagogen oder Gesundheitspädagogen an. Auch Quereinsteiger fassen schnell Fuß im sozialen Bereich, besonders über kurzweilige Schulungen wie zum Alltagsbegleiter.
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Voraussetzungen für soziale Berufe
Soziale Berufe stellen sowohl formale als auch persönliche Anforderungen, die je nach Tätigkeitsfeld, Ausbildungsweg und Zielgruppe variieren. Für viele soziale Berufe mit Ausbildung ist mindestens ein mittlerer Schulabschluss erforderlich, während für ein Studium, etwa in Sozialer Arbeit oder Sozialpädagogik, in der Regel die Hochschulzugangsberechtigung vorausgesetzt wird. Um die persönliche Eignung zu prüfen werden häufig vor Beginn der Ausbildung oder des Studiums einschlägige Praktika, Freiwilligendienste oder berufliche Vorerfahrungen empfohlen.
Neben formalen Anforderungen spielen persönliche Kompetenzen eine zentrale Rolle. Besonders wichtig sind Empathiefähigkeit, Kommunikationsstärke, Verantwortungsbewusstsein sowie die Fähigkeit zur Selbstreflexion. Da soziale Berufe oft mit emotional belastenden Situationen, Konflikten oder Krisen einhergehen, ist zudem eine gute psychische Belastbarkeit ebenso wichtig wie Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit. In betreuenden oder pflegerischen Bereichen spielt zusätzlich eine ausreichende körperliche Belastbarkeit eine Rolle.
Je nach Einsatzgebiet können weitere Voraussetzungen hinzukommen, etwa ein erweitertes Führungszeugnis, gesundheitliche Eignungsnachweise oder spezifische rechtliche Anforderungen. Insgesamt setzen soziale Berufe ein hohes Maß an persönlicher Motivation, ein stabiles Werteverständnis und die Bereitschaft zur kontinuierlichen fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung voraus.
Hier sind die wichtigsten sozialen Berufe im Überblick dargestellt:
| Beruf | Voraussetzung | Ausbildungsweg | Tätigkeiten |
| Fach-Sozialbetreuer | Abschluss der 9. Klasse
Mindestalter 17 Jahre |
Schulische Ausbildung, 2 Jahre | Unterstützung im Alltag und bei der Haushaltsführung, Hilfe bei Rechtsfragen, Aktivierungsmaßnahmen zur Förderung der Selbstständigkeit, Pflegehilfe in den Fachbereichen Behindertenarbeit und -begleitung sowie Altenarbeit. |
| Heimhilfe | Abschluss der 9. Klasse
Mindestalter 17 Jahre |
Lehrgang | Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen im Alltag: Einkäufe erledigen, Unterstützung bei der Körperhygiene und im Haushalt, Medikamenteneinnahme, Fahrtendienste organisieren, Mahlzeiten zubereiten. |
| Sozialpädagoge | Hochschulreife oder einschlägige berufliche Qualifikationen | Bachelor- oder Masterstudium (FH/Uni) in Sozialer Arbeit, Sozialpädagogik oder Sozial- und Integrationspädagogik | Betreuung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen sowie Menschen in Problemlagen, Organisation von Infoabenden und Veranstaltungen. |
| Klinische Psychologie | Hochschulreife oder einschlägige berufliche Qualifikationen |
Psychologiestudium mit postgradueller Ausbildung in Klinischer Psychologie |
Erstellen von Diagnosen, Therapien und Behandlungsplänen, Gesprächsführung, Strategien zur Bewältigung von Konflikten, Gutachten erstellen. |
| Hebamme | Hochschulreife oder einschlägige berufliche Qualifikationen | Bachelorstudium |
Schwangerenvorsorge und Geburtsvorbereitung, Geburtshilfe, Nachsorge. |
Direkter Einstieg: Soziale Berufe mit Ausbildung
In Österreich stehen mehrere soziale Berufe mit Ausbildung zur Verfügung, die meist an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) oder spezialisierten Schulen für Sozialberufe absolviert werden. Die Ausbildung für Sozialbetreuungsberufe ist gesetzlich geregelt und ermöglicht eine Spezialisierung auf unterschiedliche Schwerpunkte wie Altenarbeit, Behindertenarbeit, Behindertenbegleitung oder Familienarbeit.
Zu den möglichen Berufswegen in diesem Berufsfeld gehören beispielsweise Folgende:
Die Ausbildung zum Fach-Sozialbetreuer dauert in der Regel zwei Jahre. Je nach Schwerpunkt unterstützen Fachkräfte Menschen in verschiedenen Lebenslagen, wie zum Beispiel ältere Menschen bei Alltagsaufgaben, Menschen mit Beeinträchtigungen in der Alltagsbewältigung oder Familien in herausfordernden Lebenssituationen. Der Ausbildungsweg endet beim Diplom-Sozialbetreuer, der auf der Fachausbildung aufbaut und zusätzliche Kompetenzen in Planung und Organisation sozialer Leistungen vermittelt. Fach-Sozialbetreuer verdienen im Schnitt nach einigen Berufsjahren etwa 2.690 Euro brutto im Monat.
Die Ausbildung zur Heimhilfe ist vergleichsweise kurz und stellt einen häufigen Einstieg in soziale Berufe dar. Heimhilfen unterstützen hilfsbedürftige Menschen bei alltäglichen Tätigkeiten wie Einkäufen, Haushaltsführung, Körperpflege oder der Organisation von Mahlzeiten. Sie arbeiten überwiegend in der mobilen Betreuung oder in sozialen Einrichtungen. Das Gehalt von Heimhelfern liegt mit durchschnittlich 2.350 Euro im Vergleich etwas darunter.
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Weitere Ausbildungsberufe im sozialen Bereich sind unter anderem Alltagsbegleiter, Behindertenbegleiter, Kinderbetreuer oder Kinder- und Jugendberater. Nicht alle dieser Ausbildungen sind gesetzlich einheitlich geregelt, da es teilweise trägerspezifische Lehrgänge gibt.
Du willst noch weitere spannende Berufe im Gesundheitswesen? Hier findest du eine Übersicht:
Akademische Karriere: Mit Studium in soziale Berufe einsteigen
Ein Studium im sozialen Bereich eröffnet Tätigkeiten mit beratendem, konzeptionellem, koordinierendem oder leitendem Schwerpunkt. Absolventen arbeiten häufig an Schnittstellen zwischen Sozialarbeit, Bildung, Gesundheitswesen und öffentlicher Verwaltung.
Ein zentraler akademischer Beruf ist der Sozialarbeiter, dessen Ausbildung über ein Bachelor- und gegebenenfalls Masterstudium der Sozialen Arbeit erfolgt. Absolventen arbeiten zum Beispiel in der Kinder- und Jugendhilfe, der Sozialberatung, im Gesundheitswesen, bei öffentlichen Stellen oder in Nichtregierungsorganisationen.
Eng damit verwandt ist die Tätigkeit des Sozialpädagogen, die ebenfalls über ein Studium der Sozialen Arbeit oder Sozialpädagogik qualifiziert und stärker auf Erziehungs-, Bildungs- und Präventionsarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien ausgerichtet ist. Sozialpädagogen verdienen nach einigen Jahren im Beruf durchschnittlich 2.750 Euro brutto im Monat, während Elementarpädagogen mit einem Gehalt von 3.110 Euro und Freizeitpädagogen ein Gehalt von 3.500 Euro erwarten können.
Auch das Psychologiestudium eröffnet Tätigkeiten im sozialen Bereich. Psychologen sind unter anderem in Beratung, Diagnostik und Begleitung von Menschen mit psychischen oder sozialen Belastungen tätig. Für klinisch-therapeutische Tätigkeiten ist zusätzlich zum Studium eine gesetzlich geregelte Ausbildung erforderlich. Das Durchschnittsgehalt von berufserfahrenen Psychologen liegt bei 3.820 Euro brutto monatlich.
Weitere Studienrichtungen im sozialen Bereich sind unter anderem Elementarpädagogik, Freizeitpädagogik, Heilpädagogik sowie Erziehungs- und Bildungswissenschaften. Auch Studiengänge wie Sozialmanagement oder Sozialwirtschaft gewinnen an Bedeutung und bereiten auf organisatorische, koordinierende und leitende Aufgaben in sozialen Einrichtungen vor.
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Weiterbildungen für soziale Berufe
Weiterbildungen im sozialen Bereich in Österreich dienen vor allem der fachlichen Spezialisierung, der Erweiterung von Handlungskompetenzen sowie dem beruflichen Aufstieg. Sie setzen in der Regel eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium im Sozial- oder Pflegebereich voraus und sind häufig praxisorientiert gestaltet.
Ein zentraler Weiterbildungsweg ist der Abschluss zum Diplom-Sozialbetreuer, der auf der Fach-Sozialbetreuung aufbaut und vertiefte Kompetenzen in Organisation, Planung und Koordination sozialer Leistungen vermittelt. Damit gehen oft erweiterte Verantwortungsbereiche innerhalb sozialer Einrichtungen einher.
Darüber hinaus qualifizieren Leitungs- und Managementweiterbildungen für Führungsaufgaben, etwa die Leitung von Wohneinrichtungen, Tagesstrukturen oder mobilen Diensten. Diese Weiterbildungen vermitteln Kenntnisse in Personalführung, Organisationsentwicklung, Qualitätsmanagement und rechtlichen Grundlagen und sind insbesondere für erfahrene Fachkräfte relevant. Eine weitere wichtige Weiterbildung stellt die Qualifikation zur Praxisanleitung dar, die Fachkräfte befähigt, Auszubildende und neue Mitarbeitende im Berufsalltag anzuleiten und fachlich zu begleiten.
Im Zuge zunehmender Komplexität sozialer Versorgung gewinnen auch Weiterbildungen im Case Management an Bedeutung. Sie ermöglichen die strukturierte Koordination von Unterstützungsleistungen an den Schnittstellen zwischen Sozialarbeit, Pflege, Gesundheitswesen und Behörden. Ergänzend dazu existieren zahlreiche fachliche Spezialisierungen, etwa in den Bereichen Demenz- oder Palliativbegleitung, Krisen- und Traumaarbeit oder sozialpsychiatrische Betreuung. Diese Weiterbildungen erweitern das Tätigkeitsfeld, vertiefen die fachliche Expertise und erhöhen die Einsatzmöglichkeiten innerhalb sozialer Einrichtungen.
Folgende Weiterbildungen sind bei sozialen Berufen möglich:
- Ehe- und Familienberater
- Gesundheitspädagogik
- Pflegepädagogik
- Lehrer für Gesundheits- und Krankenpflege
- Sonderpädagoge
- Case-Manager
- Gedächtnistrainer
- Kinderbetreuer
Karrierepfade
Im sozialen Bereich in Österreich sind vielfältige Karrierepfade möglich. Häufig beginnt der Berufsweg mit einer Assistenz- oder Einstiegsqualifikation, etwa in der Heimhilfe oder Alltagsbegleitung, und führt über eine Fachausbildung in der Sozialbetreuung zu erweiterten Aufgabenbereichen. Durch Weiterbildungen können Fachkräfte zusätzliche Verantwortung übernehmen, beispielsweise in der Praxisanleitung, im Case Management oder in spezialisierten Fachgebieten. Ein weiterer Entwicklungsschritt ist der Wechsel in Leitungs- oder Koordinationsfunktionen innerhalb sozialer Einrichtungen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, über ein Studium in Soziale Arbeit, Sozialmanagement oder verwandten Bereichen in konzeptionelle oder strategische Tätigkeiten zu wechseln. Insgesamt erlaubt das Sozialwesen flexible Karriereverläufe mit mehreren Aufstiegs- und Umorientierungsmöglichkeiten.
Quereinstieg in soziale Berufe
Der Quereinstieg in soziale Berufe ist in Österreich vor allem über niederschwellige Tätigkeiten mit kurzen Qualifizierungswegen möglich. Typische Einstiegsmöglichkeiten bieten folgende Berufe in der Alltagsbegleitung, persönliche Assistenz, einfache Formen der Behindertenbegleitung oder Heimhilfe. Die notwendige Vorbereitung erfolgt meist über Lehrgänge, Einschulungen oder trägerspezifische Schulungen.
Die Heimhilfe stellt einen häufigen Quereinstiegsberuf dar, da die Ausbildung vergleichsweise kurz ist und praxisnah erfolgt. Zusätzlich dienen Freiwilligendienste wie das Freiwillige Sozialjahr als Orientierungs- und Einstiegsmöglichkeit. Quereinstiege bieten häufig die Option, später eine reguläre Ausbildung oder Weiterbildung im Sozialbereich anzuschließen.
Stellenangebote
Perspektiven in sozialen Berufen
Soziale Berufe bieten in Österreich sehr gute berufliche Perspektiven, da der Bedarf an qualifizierten Fachkräften kontinuierlich steigt. Der demografische Wandel und der zunehmende Unterstützungsbedarf in verschiedenen Bevölkerungsgruppen führen zu einer stabilen und langfristigen Nachfrage. Gleichzeitig zeichnen sich soziale Berufe durch vielfältige Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichen Arbeitsfeldern aus. Durch Weiterbildungen und Studienmöglichkeiten bestehen gute Aufstiegs- und Entwicklungschancen bis hin zu Leitungs- oder Managementfunktionen. Insgesamt gelten soziale Berufe als krisensichere, gesellschaftlich relevante und langfristig stabile Berufsfelder.
Passende Jobs
Passende Jobs in sozialen Berufen gibt es bei Medi-Karriere. Hier gibt es Jobs als Sonderpädagoge, Stellenangebote als Hebamme und Notfallsanitäter-Jobs.
Häufige Fragen
- Welche Berufe gibt es im sozialen Bereich?
- Kann man als Nicht-Österreicher in sozialen Berufen in Österreich arbeiten?
- Welche sozialen Berufe eignen sich für den Quereinstieg?
- Was verdient man im Sozialwesen?
Im sozialen Bereich gibt es in Österreich unter anderem Sozialbetreuungsberufe (zum Beispiel Fach- oder Diplom-Sozialbetreuung), soziale Assistenz- und Betreuungsberufe, Tätigkeiten in der Kinder- und Behindertenbetreuung sowie akademische Berufe wie Soziale Arbeit oder Sozialpädagogik. Die Einsatzfelder reichen von mobiler Betreuung über stationäre Einrichtungen bis hin zu Beratung und Management.
Ja, eine Tätigkeit ist grundsätzlich möglich, sofern ein gültiger Aufenthalts- und Arbeitsstatus vorliegt. Zusätzlich müssen ausländische Ausbildungen anerkannt werden und ausreichende Deutschkenntnisse nachgewiesen sein.
Für den Quereinstieg eignen sich vor allem niederschwellige Tätigkeiten wie Alltagsbegleitung, persönliche Assistenz, Behindertenbegleitung oder Heimhilfe. Diese Berufe erfordern meist kürzere Ausbildungen oder Qualifizierungslehrgänge und bieten Anschlussmöglichkeiten an weiterführende Ausbildungen.
Das Einkommen im Sozialwesen variiert je nach Ausbildung, Berufsfeld und Träger. Die Bezahlung erfolgt meist nach Kollektivverträgen und steigt mit Qualifikation, Berufserfahrung und Leitungsfunktion; Einstiegsgehälter liegen im unteren bis mittleren Einkommensbereich, mit Entwicklungspotenzial durch Weiterbildung.
- Soziales, https://www.ams.at/... , (Abrufdatum: 19.12.2025)




